Hi Marike,
ich habe selber seit nun knapp einem Jahr einen Angsthund hier sitzen, der allerdings schon 10 Monate alt war als er hier ankam.
Vorab: Ich hab auch viel falsch gemacht am Anfang, aber den Schwachsinn den dir deine Trainer und nun zuletzt auch noch der Tierarzt da erzählen, der läßt mich echt am Verstand der Leute zweifeln.
Mein Hund hat monatelang Männer angeknurrt und vor allem auf der Welt Angst gehabt. Es war mein Job ihm Abstand von allem zu verschaffen was ihn bedrängt und zum knurren führt bzw. bei euch zu schnappen.
Mach eine Hausleine an ihn dran und bring ihm bei auf Kommando auf seinen Platz zu gehen der abgeschottet und sicher ist.
Mein Hund hat beispielsweise im Büro gelernt: Ja, hier gibt es ab und zu komische Begegnungen, bevor ich nach vorne gehen muss, habe ich eine tolle Alternative: ich kann auf meinen sicheren Platz gehen. Da bedrängt mich niemand und ich bekomm ein Lecker dafür.
Wenn ich zu Leuten neugierig hingeh, krieg ich ein Lecker dafür und wenn ich die interessiert anguck dann auch.
Wenn er deinen Vater anknurrt, dann muss der Hund an eine Stelle wo er so zurück gezogen liegt, dass er sich deinen Vater nicht mit knurren vom Leibe halten muss. Leckerchen kommen von dir. Und zwar jedesmal wenn dein Hund selbständig Kontakt mit ihm aufnimmt. D.h. anschauen etc.
Und das würde ich den lieben langen Tag mit allen Männern etc. machen die ihr trefft: Auf der Straße, auf der Arbeit etc.
(Stichwort: Zeigen und Benennen - gibts einen tollen Thread hier im Forum, guck mal über die Suchfunktion)
Irgendwie finde ich - vielleicht sehe ich es falsch - das du ein wenig zu zögerlich bist. Du bist gefragt und musst den Alltag von deinem Hund klar managen.
Der Hund muss lernen, dass er das nicht klären muss. Er muss sich nicht verteidigen, weil ihm 1. keiner was böses will und 2. Frauchen alles klärt.
Bei mir ist damals beispielsweise ein Kindergitter in die Wohnung gezogen. Nachdem Enki sich total erschreckt hat in der Nacht und meinen Freund gestellt hat. Mit Kindergitter gab es so einen Vorfall nicht mehr, denn wir konnten eine räumliche Trennung herbeiführen die alle aufatmen ließ.
Ich empfehle dir ganz gezielt CumCane-Trainer oder alles was in die Richtung geht. Ich habe ganz tolle Erfahrungen bei Angstproblemen mit der Methode gemacht die auf positive Verstärkung baut.
Mittlerweile ist meine Kröte ein zwar unsicherer, aber händelbarer Hund der aber nach und nach in den Alltag mit hineinwächst.
Viel Erfolg!