Wie kommst du drauf das ein Hund, der augenscheinlich ohne dich - und das auch unter Panik - noch nicht mal draußen irgendwie zurecht kommt einen Kontrollwahn hat? Dieser Hund hat offensichtlich massive Umweltängste und er hat in dir gerade seine Bezugsperson gefunden die anscheinend nun irgendwas mit ihm zu tun hat.
Wenn ich die hätte, würde ich auch bei der sein wollen, damit ich mich irgendwie sicher fühle.
Ich bin im 3. JAHR mit meinem Hund und wir haben immernoch Probleme. Ich bin weiterhin die einzige die mit ihm halbwegs Panikfrei raus gehen kann. Nur mal zur Einschätzung der zeitlichen Dimension die ein Training mit so einem Hund ggf. brauchen kann.
Meine Ratschläge, basierend auf meiner Erfahrung! -
Routine: Nichts gibt einem Angsthund mehr Sicherheit als die Routine: Gleichbleibende Gassi-Strecke, gleiches Verhalten der Bezugsperson, ähnliche Fütterungszeiten. Alles was beim Normalhund nach tödlicher Langeweile klingt, ist für einen Hund mit Panik vor der Welt der sichere Hafen, weil alles was ich schon kennengelernt habe ist Sicherheit.
Management: Ich hoffe dein Hund trägt bereits ein ausbruchsicheres Geschirr oder zumindest ein Geschirr UND ein Halsband an dem er gesichert ist. Mein Hund kommt auch, wenn ich nicht reagieren würde, aus einem ausbruchsicheren (s.g. Dreibeiner-Geschirr) raus. Das klingt immer übertrieben, aber noch schlimmer als der Angsthund, ist ein Angsthund der in Panik vor ein Auto läuft, weil er ungesichert ist.
Training: Bei dem was du beschreibst, braucht dein Hund in meinen Augen weder Sitz noch Platz ehrlich gesagt. Ich würde vielmehr Dinge aufbauen, die du draußen auch wirklich brauchen kannst, wenn er in Panik ist.
Beispielsweise würde ich Blickkontakt aufbauen per Click oder einen Seitenwechsel oder ein "Hinter mich".
Das sind alles Werkzeuge mit denen du helfen kannst, Abstand zum Angstmachenen zu gewinnen.
Draußen würde ich beim Gassi die nächsten Wochen immer die gleiche Strecke gehen - hin und zurück oder wenn möglich raus in die Natur, komplett ohne Angstmacher.
Bögen laufen hilft sehr gut, d.h. beim ersten Anzeichen von Angst bei deinem Hund auf irgendetwas - Abstand vergrößern! D.h. Hund sieht von weitem Mann und fängt an zu reagieren (Ohrenstellung, Rute änder sich, er starrt, gefriert whatever): du vergrößerst den Abstand.
Such mal im Netz nach Pendeltraining oder B.A.T. oder Zeigen&Bennen hier im Forum. Das sind alles tolle Hilfsmittel.
Ggf. kann ihm ein Thundershirt helfen (googlen).
Das sind so meine ersten Einfälle!
Viel Geduld wünsch ich dir!!