Die Oberschwester die zur Tablette nur diese winzige Schnapsglas Wasser mitbrachte. Und du schluckst die Tablette, egal wie. Und wenn du kotzt fischt du die Tablette aus deiner Kotze und schluckst sie wieder. Ohne Wasser, weil das winzige Glas ist ja leer.
Oder versuchen zu schlafen wenn sich die anderen Kinder im Zimmer verzweifelt in den Schlaf weinen.
Ich bin aus dem Bett gefallen im Schlaf, voll aufs Gesicht. Das hat keinen interessiert. Als meine Mutter am nächsten Tag zu Besuch kam ist sie an meinem Zimmer vorbeigelaufen weil sie mich nicht erkannt hat. Im Gitterbett sitzend, getrocknetes Blut im Gesicht, komplett zugeschwollen, mit offener Lippe und mit blauem Auge. Das war deren Reaktion auf den Unfall, Gitter ans Bett machen die immer oben bleiben mussten, alleine kam ich da nicht raus. Garnicht. Ich war 7 Jahre alt und musste rufend betteln bis irgendwann jemand kam der mich rausließ damit ich aufs Klo kann.
Das festbinden bei nem Neurodermitisschub... Das festgehalten werden von 4 erwachsenen Leuten die sich über dich legen damit Blut gezapft werden kann. Weil das Kind so panisch ist inzwischen das es vor Angst ausflippt. Das hungern müssen wenn einem das Essen nicht schmeckt. Du isst die Erbsensuppe nicht? Dann gibts nachher auch kein Abendbrot. (Je nach Schwester am nächsten Morgen dann auch kein Frühstück. Weil man musste ja lernen das Essen immer geschätzt werden muss)
Die Kurkliniken, die wöchentliche Lausekontrolle... Mit dem Stahlkamm durch die Haare bis die Kopfhaut blutete. Jede Woche wieder. 6 Wochen lang. Die Mädchen die lange oder lockige Haare hatten bekamen die kurz geschnitten, weil ist halt einfacher.
Und noch vieles, vieles mehr. Übergriffig, gewalttätig und traumatisierend. Manche habens besser weggesteckt als andere, aber es macht die Behandlung trotzdem weder gut noch richtig.
Ach, und weh tat es ja angeblich nie! Es hieß immer nur "Stell dich nicht so an!"