Ich bekam meinen ersten eigenen Hund mit 15, knapp 16.
Vorher war ich Gassigängerin, hatte mich also schon "bewährt" in Sachen Hund.
Verantwortlich war ich alleine, es war mein Hund. Meine Großmutter (ich lebte dort) wollte eigentlich garkeinen Hund, so ähnlich wie du, TE, mein Großvater war derjenige der entschied das ich diesen Wunsch erfüllt bekomme.
Als erstes hat mich der kleine Welpe auf der Fahrt nach Hause komplett vollgekotzt. Passiert halt, fand ich nicht schlimm, aber Oma fand es arg ekelig... Kein so guter Start.
Wir alle haben uns nach und nach eben eingespielt. Vieles wäre besser gewesen wenn meine Großmutter nicht so an furchtbar veralteten Regeln gehangen hätte in Bezug auf Hunde. (Keine Hunde im Bett! Auch nicht im Schlafzimmer! Also hab ich mich nachts ins Wohnzimmer geschlichen um beim weinenden Welpen zu sein, der sich natürlich völlig verlassen fühlte)
Trolly kam überallhin mit. Es gab mich schlicht nicht mehr ohne Hund.
Aber: Morgens hat Oma den Hund rausgelassen in den Garten und sich um den Hund gekümmert bis ich endlich von der Schule kam. Hausaufgaben hab ich mit Hund gemacht, aber wenn ich für eine Arbeit lernen musste hat wieder meine Oma den Hund bespaßt damit ich genug Ruhe zum Lernen hatte.
Kam ich vom Gassi mit dreckigem Hund nach Hause hat meine Oma den Hund gewaschen, weil ich meist entweder noch nix gegessen hatte oder noch Hausaufgaben hatte.
War ich krank haben meine Großeltern alle Gassigänge übernommen.
Klassenfahrt, Schulfreizeit: Meine Großeltern haben sich gekümmert.
Und als ich für meine Ausbildung weggezogen bin blieb der Hund bei ihnen. Vollzeit Ausbildung, alleine wohnend? Das wäre überhaupt nicht gegangen. So blieb meine Kleine dort und ich habe sie schmerzlichst vermisst.
Ja, ich habe den Hund alleine ausgebildet. Aber ohne meine Großeltern, besonders meine Großmutter, wäre das nicht gegangen. Sie hatte einen Haufen Arbeit mit dem Hund, den wirst du auch haben.
Ich sehe es an meiner Nichte, sie ist grade 13. Allein ihr Schulpensum.... Und das wird sich nicht verringern in den nächsten Jahren.
Oft genug ist sie erst um 15 Uhr zuhause, dann noch Hausaufgaben.
Lernen, Lerngruppen (vor Corona, aber irgendwann sicher wieder), sie kann sicher 1, 2 Stunden abzweigen irgendwo, aber dauerhaft wäre das nichts.
Maria648 Du schreibst deine Tochter ist im Verein der nur 15 Minuten entfernt ist.
Wie kommt sie da hin? Ist sie sich bewußt (und du auch) das Fahrradfahren mit dem Hund im ersten Jahr nicht drin ist? Das alle Wege mit Welpe und Junghund meist deutlich länger dauern?
Ist dir klar das du viel mehr Zeit mit dem Hund verbringen wirst? Allein wegen der Schule, der Hund wird sehr viel Zeit bei dir sein und ja, das bedeutet das du dich kümmern musst.
Auch das Alleine bleiben Training wird an dir hängen, die ersten Monate wirst du nicht einfach mal so einkaufen gehen können oder so. Solange der Kleine das nicht gelernt hat muss ein Plan B dasein, immer.
Du wirst deinen halben Tag mit der kleinen Wuselrakete verbringen. Und Welpen können nur 4 Dinge: Pinkeln, Kacki, fressen, toben, Blödsinn machen. Ich finde die Welpenzeit toll, aber viele Leute sind heilfroh wenn die ersten schlimmen Wochen/Monate vorbei sind.
Wenn das für dich okay ist, dann macht es. Aber wenn du dir unsicher bist, oder sagst das du garnicht soviel Zeit mit nem Hund am Rockzipfel verbringen willst, dann wartet lieber noch ein paar Jahre.
Das Leben mit Hund ist für mich viel schöner als das Leben ohne. Aber nur weil es mir (und den meisten Hundeverrückten hier im Forum) so geht muss es anderen halt nicht so gehen. Ein Hund ist etwas für 15 + Jahre, das ist eine lange Zeit.
Edit: Grad gelesen das du was geschrieben hast.
Vielleicht bin ich pessimistisch, aber ich würde mir den Verein wo sie ist vielleicht auch nochmal genauer ansehen... Wenn sie da so eingespannt ist frag ich mich ja schon wieso die Leute da ihr nicht schon längst den Border ausgeredet haben. 