Dabei habe ich allen meinen Hunden blind vertraut.
Niemals hätten diese willentlich Kindern einen Schaden zugefügt.
Ein Abschnappen in der Luft, willentlich ohne taktil zu werden, war das Höchstmaß an drohender Abwehr, was alle meine Hunde zeigten.
Genau das ist doch der Unterschied.
Ich kann meine Hunde problemlos in einen Haufen Kinder werfen. Der Große geht wenns ihm zuviel wird, der Kleine ist so vernarrt in Kinder das die echt alles dürfen. Hauptsache Kinder. Der schnappt nichmal ab wenn sich ein Kleinkind auf ihn drauf wirft... Denen kann ich da vertrauen. Sie müssen nichts ertragen, weil ich dafür sorge. Aber ich weiß es ginge.
Aber: Hättest du deinen Hunden noch weiter vertraut nach so einem Biss?
Dein Kind im Krankenhaus, mehrere OPs, vielleicht dennoch entstellt für immer.... Oder noch schlimmer, bei einem Biss so doof erwischt das dein Kind stirbt.
Würdest du den Hund dann noch haben wollen? Ihm vertrauen können?
Ganz persönlich: Ich möchte glauben das ich es könnte. Aber wirklich ehrlich? Ich weiß es nicht.
Selbst wenn ich wüßte wo der Fehler lag. Wo ich einen Fehler gemacht habe. Ich weiß nicht ob ich einem Hund nach so einem Vorfall noch vertrauen könnte.
Mit dem Wissen das mein Kind gerade in einem Krankenhaus liegt, zugedröhnt mit Schmerzmitteln. Mit dem Wissen das mein Kind weitere OPs ertragen muss.
Und mit dem Wissen das dieses Kind und dieser Hund irgendwann ja wieder zusammen kommen würden.
Wie macht man sowas? Wie erklärt man einem kleinen Kind das der Hund nun nichts mehr tun wird?
Wie gesagt, ich weiß es nicht. Und ich weiß nicht ob ich meinem Hund je wieder soweit vertrauen würde das ich ihn überhaupt jemals wieder mit meinem Kind in einem Raum lassen würde.
Zu dem zitierten:
Das läuft halt so ab. Beißt der Hund trennt man. Sofort und konsequent. Passiert in viel mehr Familien als man glauben will.
Hört man ja auch hier im Forum immer mal wenns um Knatsch unter Hunden geht, dann "trennt man halt". Liest sich nett, bedeutet aber im Endeffekt halt das ein Hund immer weggeknastet ist.
Ich persönlich finde das halt höchst unfair dem sozialen Lebewesen gegenüber.
Je nach Schwere sollte man sich da schon die Frage stellen inwieweit das wirklich lebenswert ist. Außerhalb des Forums läuft es halt fast immer nach dem gleichen Schema ab: Der Hund rückt nach und nach völlig in den Hintergrund. Man nimmt sich weniger und weniger Zeit für ihn. Irgendwann kommt er nachts zum Lösen raus, das wars dann.
Das sind so die Hunde die man irgendwann nicht mehr sieht. Sie sind noch da, aber niemand sieht sie mehr draußen.