Vielleicht erkläre ich das nochmal genauer.
Es gibt sicher mehr Männer die mit den Kindern was machen, ich habe doch auch nichts gegenteiliges behauptet.
Denn die gabs vor 20 Jahren ja auch schon, diese Väter. Aber die Zahl hat sich ja nicht verdoppelt in der Zeit. Oder verdreifacht. Das ist es was ich schrieb, das es eben immer noch nciht soviel besser geworden ist!
Und das obwohl doch soviel Gewese drum gemacht wurde die letzten Jahre.
Nur mal ehrlich: Rein medial, wieviel normaler ist es denn wirklich geworden? Nehmen wir mal die Werbung. Wieviele Werbungen kennt ihr wo Väter die Hauptperson sind?
Babynahrung? Frauen. Süßigkeiten/Joghurt/Pudding für Kinder? Kinder und Frauen. Waschmittel? Frauen.
Ich überlege grade wirklich ob ich eine Werbung kenne die "familienorientier" ist und wo ein Mann wirklich ne Hauptrolle hat. Mir fällt keine ein.
Aber ich bin auch nicht so der Werbung-Gucker, muss ich zugeben.
Gehen wir weiter zu Film. Fernsehen, Kino. Hat sich da wirklich groß was verändert in Sachen Väter?
Da bin ich auf andere angewiesen, ich gucke garkeine deutschen Serien oder Filme. Gibts da nun welche mit Vätern? So richtig? Würde mich ehrlich gesagt wundern.
Aber das was ich so mitbekomme von Verwandtschaft und Co ist halt das übliche. Papa bringt mal das Kind ins Bett. Mal. Weil wenn er von der Arbeit kommt braucht er ja ne Pause. Papa hilft auch mal im Haushalt. Wenn das Kind größer ist geht Papa auch mal mit dem Kind schwimmen oder so. Und am Wochenende mal auf den Spielplatz.
Wirklich beteiligt sind die Papas immer dann wenn der Sohn anfängt Fußball zu spielen, oder eine andere "männliche" Sportart.
Da reicht es sich mal umzugucken auf den Sportplätzen, da sind dann die Papas oft in der Überzahl. Bei was "weibischem" wie Reiten schon deutlich weniger. Und Ballett... Joah, eine meiner Nichten hatte das vor 2 Jahren mal gemacht und mein Schwager war der einzige Mann der sein Kind da abgeholt hat oder auch mal eine Stunde dabeisaß und zuguckte. In dem ganzen Jahr das die Kleine in der Ballettschule war hat mein Schwager keinen einzigen weiteren Vater gesehen.
In der Musikschule ist er einer von einer Handvoll Vätern die die Kinder bringen und abholen. Beim Reiten auch nur eine Handvoll Väter. Mütter in der Überzahl, der großen Überzahl.
So ist es halt immer noch. Natürlich gibt es mehr als früher, aber seien wir doch mal ehrlich: Das könnte und sollte doch echt schneller gehen!
Übrigens, letzte Woche in der DM, Babyabteilung. 5 Frauen. 1 Mann. Der seine Frau am Handy hatte weil er nicht wußte welches Milchpulver er kaufen sollte. Mein Mann hat mir dann erzählt das er das beim einkaufen ständig und überall sieht, Männer am Handy die nachfragen was genau sie eigentlich einkaufen sollen. Und er fragt sich echt warum das so ist, eine Einkaufsliste ist ja nun nix schwieriges.
Aber er kriegt ja auch heute noch schiefe Blicke wenn er "Damenhygiene Artikel" kauft. Einer seiner Kumpels wollte von ihm wissen woher er denn bloß wüsste was er da kaufen soll, mein Mann hat geguckt wien Auto. "Na, das was sie braucht. Sie schreibt auf "Slipeinlagen, Rewe pink" und ich frag nach wieviele Tropfen, schreib das dazu und kauf die dann."
Der Freund ist seit ewig verheiratet, Mitte 50, und wußte nichtmal was mein Mann mit den Tropfen meinte. Und da ist er bei weitem nicht der einzige.
Selbst mein Sohn muss sich manches Mal dumme Kommentare anhören weil er weiß das es verschiedene Größen/Stärken von Tampons, Binden und Co gibt. Und das schlimmste daran: Es gibt sogar Mädchen die das schlimm finden das ein Junge das weiß!
Also, sorry, aber als Gesellschaft im ganzen sind wir immer noch nicht wirklich weiter als vor 20 Jahren. Leider.