Ich weiß, dass ich viel zu viel gemacht habe, aber ich brauchte Daten.
Nein, was du brauchst ist ein energisches "Aus! Ab in die Ecke und lass den Hund in Ruhe!"
Du stresst deinen Hund. Und dich selbst. Das ist eine Spirale die nur schlimmer wird und die keinem von euch gut tut.
Erstmal: Tief durchatmen. Je mehr du dein Kopfkino laufen lässt mit Sorgen machen desto schlimmer wirds für euch.
Ist nicht einfach, weiß ich selber. Aber man muss so Sachen gezielt für sich selber durchbrechen.
Ich hab ja auch nen sehr futtersensiblen Hund, der frisst normalerweise eher schlecht und braucht sehr viel Routine.
Futternapf steht immer an derselben Stelle. Die einzigen Momente wo der Futternapf sich bewegt ist wenn ich ihn in die Küche trage zum Befüllen.
Es gibt bei jeder Mahlzeit ein anderes Futter, ich habe hier immer so 5-7 offene Säcke stehen. Da wechsel ich durch, wenn einer leer ist wird was anderes aufgemacht. Verschiedene Hersteller, verschiedene Sorten, es gibt nur eine feste Sache und das ist das eine Veggie Futter was es 1, 2 mal die Woche gibt.
Und das Futterritual ist immer gleich. Ich pfeife eine ganz bestimmte Melodie wenn ich die Näpfe in den Flur trage, sage dann "Futter!" und stelle erst Arrens Napf ab mit "Einmal für Arren, guten Appetit!" und dann Hamiltons Napf mit "Und einmal für Hamilton, guten Appetit!" Dann klatsche ich einmal in die Hände und sage "So, alle alle, schön fressen.".
Das ist keine Freigabe, sie gehen an die Näpfe sobald sie auf dem Boden stehen, das ist einfach nur ein Signal das es wirklich nichts anderes gibt. Arren braucht das einfach.
Manchmal muss ich neben ihm stehen bleiben und ihn loben, manchmal ein wenig Handfüttern, manchmal nur als emotionale Stütze dastehen und meistens kann ich einfach gehen und mich an den PC setzen. Das hat sich so eingebürgert mit der Zeit, am Anfang brauchte er konstantes Trällern und Loben von mir, dein Hund wird aber mit Sicherheit eher Abstand und Ruhe brauchen. Also stell den Napf hin und geh weg.
Ich gucke nicht nach ob sie auffressen. Wenn was über bleibt, dann bleibt was über. Das bleibt da stehen, bis ich morgens oder abends die Näpfe wieder in die Küche trage, das alte wegkippe und mit was frischem befülle.
Bleiben Reste von unserem Essen über kommen die in den Napf, und das Trockenfutter wird dementsprechend verringert.
Wenn du arbeitest ignorierst du den Hund. Nicht permanent gucken was er macht. Lass ihn einfach mal.
So wie sich das liest steht der Hund ja mehr oder weniger unter permanenter Beobachtung, das tut keinem gut. (Überleg mal jemand würde dich ständig im Blick haben mit dem "Was hat er nur?" Gesicht. Da wird man ja wahnsinnig!)
Draußen darf er schnüffeln, aber sich nicht festsaugen. Etabliere ein "Weiter" oder was auch immer, notfalls drängst du ihn körperlich weiter.
Übe sowas wie an der kurzen Leine wird nicht markiert. Fordere ihn draußen!
Such dir etwas das euch beiden Spaß macht. Dummy, Tricks, irgendwas wo ihr euch feste Tage macht an denen ihr das macht. Neben Auslastung gibt auch das Routine und vor allem Bindung.
Such euch Hundefreunde. Zum Spazierengehen mit Leine, ohne Leine. Social Walks, zum Beispiel. Aber auch welche wo er mal richtig mit toben kann.