Das ist alles Zeit, Aufwand und Nerven. Und Zeit, Aufwand und Nerven brauchst du für die Tiere und für die Beratung und Begleitung der Interessenten, wo das wirklich klappen könnte. Irgendwo muss man dann eben aussieben. Es geht einfach nicht anders.
Also schubst man die Arbeit auf die potentiellen Interessenten, in dem Wissen das man dadurch weniger Anfragen kriegt. Das ist dann Sinn der Sache?
Okay, dein Szenario: Tierheime haben weder Fotos noch Beschreibungen auf der Webseite.
Wenn ich auf der Suche nach einem Hund bin, muss ich also erstmal völlig Fremden zig Daten geben, teilweise Daten die sie nichtmal was angehen. Um dann vielleicht Glück zu haben und gesagt zu bekommen "Ja, wir haben einen Hund der passt."
Gehen wir davon aus das ich dann ein Foto von dem Hund kriege. Und der ist optisch für mich schlicht raus. Total raus.
Was meinst du wie oft ich das Prozedere als Interessent mitmache?
Der normale Mensch da draußen der halt gerne nen Hund hätte. Wie oft macht der das? Vor allem wenn er noch die Optionen Kleinanzeigen, Aushang, Züchter hat.
(Und leider gibts ja weiterhin viel zu viele Menschen denen recht egal ist woher ihr Hund kommt)
Denn mal ganz ehrlich: Ihr wollt Hunde vermitteln. Ihr seit im Endeffekt Verkäufer.
Dazu gehört doch das man bewirbt was man hat.
Ihr habt die Hunde und wollt sie vermitteln, aber gleichzeitig ist alles so "Aber was wäre wenn noch ein besserer Mensch kommt?" plus oft genug persönliche Vorurteile und so findet man dann halt wieder und wieder und wieder Aufrufe für Hunde die 2, 3, 5 Jahre schon im Tierheim sitzen. Das die Tierheime ja so voll sind.
Also irgendwann sollte man dann auch mal gucken wodran es wohl liegt. Oder halt nicht, klar.
Edit: Wenn ich mich auf einen Job bewerbe weiß ich aber was mich erwartet. Ich weiß was ich da machen werde.
Du willst aber doch Blindbewerbungen auf Stellen wo man weder weiß ob ne Stelle frei ist noch welche Arbeit man machen würde.
Ich zahle-Du gibst, wird ja auch beim Züchter eher selten sein, allein wenn man auf die Warteliste möchte, wird man ja schon irgendwie einsortiert und befragt. Warum ist das gefühlt weniger übergriffig?
Weil es beim Züchter im Normalfall eben wirklich "Ich zahle, du gibst" ist und im Tierschutz im Normalfall gerne was von "Adoption", von "Sie unterschreiben hier, aber der Hund gehört eigentlich weiter uns" und auch was von "Bei Verstoß gegen unsere Regeln nehmen wir ihnen den Hund wieder weg" dabei ist.
Rechtlich nicht haltbar, klar, aber es soll auch Menschen geben die so Fantasieverträge halt nicht unterschreiben wollen.
Davon ab schreib ich dem Züchter eine Mail, darauf folgt ein Telefongespräch, darauf ein Besuch. Je nachdem kann ich den Welpen dann sogar schon mitnehmen.
Das alles in nett. Und das einzige was quasi ein "muss" ist, das ist das Okay vom Vermieter und die eigene Adresse. Der Rest ist ein freundliches Gespräch über Hunde.
Beim Tierheim bekomme ich je nachdem ja nichtmal ne Antwort auf irgendwas ehe ich nicht zig Angaben vorgewiesen habe.
Bei der Forderung von Bella wäre es ja so das ich nichtmal wüßte ob da überhaupt ein Hund sitzt der passen könnte, ich müsste also blind zig Daten rüberwachsen lassen.
Mal davon ab wie übergriffig das ist, Datenschutz gibts ja auch noch....
Lustigerweise haben wir gerade mit „ach, den kenn ich privat, der kann mitnehmen, was er will“ die miesesten Erfahrungen gemacht…
Ja, keine Ahnung, wie man das erklären soll. Stellt euch halt vor, ihr müsstet euren eigenen Hund weggeben und würdet ihn irgendwo inserieren.
Was wurdet ihr die Person fragen/was wissen wollen? Würdet ihr den Hund dem nächsten mitgeben, weil er sagt ‚ich hab mir das gut überlegt, und Arbeit/Vermieter klappt auch‘, oder würdet ihr nicht vielleicht auch wissen wollen, wie?
Genau aus dieser Perspektive kam ja mein Vorschlag.
Kennenlernen des Menschen. Gucken wir er mit dem Hund umgeht. Mit dem Menschen sprechen, normal halt.
Nicht nur einmal, mehrfach. Erstkontakt, Telefonat, ein Besuch, ein zweiter Besuch.
Das okay vom Vermieter und Adresse fürn Kaufvertrag.
Aber das geht nicht als Tierheim, weil man ja bundesweit vermittelt. Und die Tierheime miteinander nicht arbeiten können.
Also bleibt alles wie es ist und niemand ist zufrieden. ![]()