ZitatHm, ich hege den Verdacht, wir alle biegen die Evolutionsgeschichte der Ansicht an, die uns persoenlich gelegen kommt.
Ich z.B. sehe im Hund absolut keinen Allesfresser und finde meine Ansicht z.B. durch dessen Gebiss bestaetigt. Ich schaue auf den gemeinsamen Weg von Mensch und Hund zurueck und sehe waehrend der meisten dieser Tausenden von Jahren kein in Massen verfuegbares Getreide, weil ich da keine moderne Agrarwirtschaft sehe, dafuer sehe ich eine Welt, in der Brot oder Nudeln Luxuswaren gewesen waeren und z.B tierisches Fett in Ueberfluss vorhanden ist, eine Welt, in der Hunde auch noch viel mehr Freiheit als heute geniessen, so dass sie auch eigenstaendig auf Jagd gehen koennen.
Ja natürlich, die Hunde der "Unterschichten" quer durch die Jahrhunderte hatten Fleisch im Überfluss... Welches Fleisch? Das, welches die Besitzer nichtmal hatten?
Oder das, was die Hunde von der Jagdbeute abbekommen haben? Besonders zu Zeiten wo extremer Mangel herrschte und die Menschen so ziemlich alles verwertet haben vom Tier, da haben die sicher einen Hasen für den Hund gelassen, aber sicher...
Die Dorfhunde in vielen afrikanischen Staaten leben zum Großteil von Getreide. Viele der orientalen Windhunde leben zum Großteil von Getreide.
Grade da gab es früher teils heftige Probleme bei importierten Zuchttieren, die waren mit dem Überangebot an Fleisch überfordert und sind teils krank geworden davon.
Mein erster Hund bekam zum Großteil Kartoffeln und Nudeln, so wie es meine Großeltern noch von ihren Eltern und Großeltern kannten.
Die Hunde auf dem Land bekamen in erster Linie die Reste von Kartoffeln und Nudeln + was eben so abfiel.
Schneller Vorlauf in die heutige Zeit: Mein Minibulli verträgt Futter mit zu hohem Fleischanteil nicht.
Der Whippet, eigentlich für die Kanninchenjagd gezüchtet, verträgt es etwas besser, aber auch der braucht soviel Fleisch nicht, nach einer Weile kann auch er es nicht mehr gut verwerten.
Übrigens: Das Gebiss als Bestätigung zu nehmen ist nicht grade genau. Nager haben auch kein "Raubtiergebiß", aber grade Hamster stehen total auf Fleisch.
Der Adler hat auch kein typisches Raubtiergebiß, ernährt sich aber von Fleisch.
Der Bär wiederum hat das Raubtiergebiss, ernährt sich aber überwiegend pflanzlich.
Die Liste kann man noch fortsetzen, aber ich denke damit dürfte klar sein das das Gebiss nun wirklich keine Richtlinie ist.
Das ebenso oft gebrachte Argument "Aber die Allergien, alle auf Getreide!" ist nett, liegt aber eher an der Minderwertigkeit der Zutaten der letzten Jahrzehnte und, laut einiger THPs, daran das die Hunde heutzutage eben "sauber" sein sollen und nicht mehr dazu kommen Abfälle, Tierkot und weiteres zu fressen.
(Leider finde ich die Seite nicht wieder, das waren mehrere THPs die das sehr interessant beschrieben haben. Seit irgendwann letztes Jahr ist die Seite komplett verschwunden, sie war leider echt nicht lange online, vielleicht kennt die Seite noch jemand?)