Na hier ist ja was los auf der ersten Seite... ![]()
Erstmal: Hallo Sorex! Willkommen im Club der Monsterviechbesitzer.
Ich habe einen Miniature Bullterrier und glaub mir, die Bullrassen sind alle so. Die brauchen was fürs Maul, die müssen kauen! Gebt ihm also gutes Kauzeug, am besten große Sachen und lasst ihn nie alleine damit!
Die Kleinen verschlucken sich gerne mal, da muss man halt bei sein und es notfalls aus dem Hals ziehen. Darum auch große Sache, zu kleine Sachen werden gerne mal im Ganzen geschlungen... Deppentiere, alle miteinander!
Uned glaub mir, das Nein sitzt bei dem Kleinen noch lange nicht!
Der hat wohl verstanden worum es beim Leckerchen geht, aber der weiß nicht das ein Nein sozusagen universell immer gilt. Da hilft nur dran bleiben. (Übrigens: Diese Freigabe ist gut, aber bitte denk daran: Bis der Kleine das wirklich verstanden hat werden noch einige Wochen vergehen! Und wenn ers endlich verstanden hat kommt auch schon die Pubertät...)
Das fröhliche stolzieren solltest du ganz schnell aus deiner Vorstellung streichen. Auch wenn es für uns Menschen oft genug so aussieht, Hunde und besonders Welpen wollen uns weder ärgern noch die Weltherrschaft an sich reißen.
Leider hört man das immer und immer wieder, es stimmt aber einfach nicht.
Man kann Welpen und Kleinkinder gut vergleichen. Bei beiden sagst du den ganzen Tag nur "Nein!" und holst sie weg von den Möbeln, nimmst ihnen die Fernbedienung ab, zupfst sie aus der Gardine und so weiter....
Keiner käme auf die Idee das ein 5 Monate altes Krabbelkind das absichtlich macht! Das erkundet die Welt!
Der Welpe macht es aber doch ganz genauso! Da ist keine böse Absicht hinter.
Der hat die ersten 2 Wochen gebraucht um zu merken "Okay, hier wohn ich jetzt also." und nun legt er los. Ist ganz normal.
Eine Frage hab ich: Wie sieht euer Alltag aus? Hat der Kleine genug Ruhezeiten?
Die tendieren eh zum Überdrehen, darum ist das ganz wichtig. Meiner kam die ersten Wochen garnicht zur Ruhe alleine, den habe ich dann auf dem Arm nehmen müssen und zur Ruhe zwingen müssen. (Wie ein übermüdetes Baby, das zappelt und meckert auf dem Arm rum und 10 Minuten später schläfts tief und fest)
Arren hat sehr wenig angefressen, ich habe ihm auch genug Abwechslung geboten. Kaninnchenohren fand er toll, aber als er so 11 Wochen alt war wurden die zu klein für ihn. Ochsenziemer gabs dann, die richtig langen Teile. Und die großen Stücke Rinderkopfhaut.
Er hat das zum ruhig werden gebraucht, der Schnuller sozusagen. Und als die Zahnung begann brauchte er es erst recht, Zähne kriegen tut ja weh und alles juckt und ist doof... Da sind Welpen wie die Menschenkinder, empfindsam und nörgelig.
Die Beißhemmung, ach je.. Arren hat lange gebraucht ehe er das verstanden hat!
Immer wieder "Nein!" sagen und ihn wegschieben wenn er zu hart gebissen hat, das hilft bei den meisten Hunden. Arren ist halt ein wenig langsam im Denken, der hats erst mit 6 Monaten endgültig kapiert.
Dennoch hab ich wilde Spiele mit ihm gemacht, aber dem Alter angepasst immer nur kurz. Nach 2 Minuten zergeln habe ich ihn langsam wieder runterkommen lassen, wie kleine Kinder überdrehen auch Welpen eben sehr schnell. Da liegt es an uns! Die können das nicht von alleine, mit immer mehr Bewegung puscht man sie nur noch mehr hoch. Wir müssen dafür sorgen das die Kleinen nicht total am Rad drehen, das geht mit viel Streicheln und ruhigem Reden. Sicher strampeln die und haben keinen Bock, welches Kind will schon schlafen oder ruhig liegen? Welpen sind da nicht anders.
Arren hatte Küchenhandtücher mit Knoten drin zum Zergeln, Stofftiere zum Zerlegen und Kuscheln und ein Kissen zum, naja, Berammeln halt... Wenn der völlig hohldrehte brauchte er das zum Runterkommen, das ging so bis er... ich glaub 7 Monate war. Danach wars vorbei, hat er seitdem nie wieder gemacht. Mit der Reife im Kopf ändert sich eben vieles.
Ich wünsch dir/euch ganz viel Freude mit dem Kleinen! Die werden schnell groß, in 8 Wochen liest du das hier nochmal und grinst, weils schon lange vorbei ist.
Wenn du unsicher bist, was ganz natürlich ist, such dir eine gute Hundeschule. Das ist nicht einfach, leider!
Wichtig ist: Hunde zwicken, schubsen, mit Schlüsseln bewerfen und sowas ist kein Zeichen einer guten Hundeschule!
Auch Sätze wie "Die Rassen brauchen eine harte Hand!" kannst du getrost vergessen. AmStaffs brauchen ebenso Liebe und Konsequenz wie jede andere Hunderasse auch!
Im Endeffekt ist das auch alles was man braucht: Liebe, Konsequenz und unendlich viel Geduld. Hört mehr auf euren Bauch als auf andere Leute, seht euren Kleinen als das, was er ist. Ein Hundebaby.
Vergesst jegliches Dominanzgerede, das kriegt man mit so Hunden ja alle naselang um die Ohren gehauen. Es stimmt nicht. Hunde planen keinen Weltherrschaft nur weil sie aufs Sofa dürfen oder vor einem durch die Tür gehen.