Man muss ja vor allem mal das "Ganze" betrachten.
Bei einer Zucht, wo alles dokumentiert wird, wo mindestens alle vorgeschriebenen Untersuchungen gemacht werden ist die Chance Rassekrankheit XY zu erwischen sehr gering.
Bei einer "Zucht" ohne Untersuchungen, ohne Wissen über Vorfahren etc ist die Chance auf Rassekrankheit XY eben deutlich höher.
Dazu kommt das der Rassekäufer eher "interessiert" ist, er will vielleicht doch mal ausstellen oder sowas. Der Hund wird meist deutlich überlegter angeschafft und es werden sich auch im Bereich Medizin mehr Gedanken gemacht.
Der "typische" Vermehrerhund wird meist aus einer Laune heraus angeschafft. Oder von sehr uninformierten Leuten gekauft. Oder von Menschen die nicht einsehen "für nen Hund soviel Geld auszugeben".
Wissen über Hunde ist meist wenig da, über Untersuchungen wird sich keinen Kopf gemacht und das der Hund struppiges Fell hat, ausm Maul riecht oder ähnliches wird als völlig normal empfunden. Ist halt so bei Hunden.
Das es anders sein kann, anders sein sollte ist vielen dieser Menschen überhaupt nicht bekannt!
Und das sind auch die Menschen von denen man öfter den Satz hört "Ja, der ist ja schon 6, der ist schon alt." oder ähnliches.
Dazu kommt: Vor einigen Jahren waren es wirklich fast immer Ups Würfe. Man machte sich nicht so die Gedanken.
Diese Hundemafia gab es hier in Deutschland eben auch noch nicht. Oder zumindest noch nicht so wie heute, wo Familien mit Haus als Verkäufer genutzt werden und ähnliches.
Und diese "Geiz ist geil" Mentalität war noch nicht so ausgeprägt. Man wollte zwar nicht soviel Geld ausgeben für einen Rassehund, aber darum kaufte man sich eben einen Mischling.
Mein erster eigener Hund kam vom "Vermehrer". Das ist über 20 Jahre her, da ging man zum Züchter wenn man ausstellen oder angeben oder einen Hund für die Arbeit wollte.
Der Rest holte sich die Hunde aus den Kleinanzeigen. Das war halt so, niemand im großen Bekanntenkreis hatte es je anders gemacht.
Bekommen habe ich den besten Hund der Welt. Trolly war ein Dackel-Terrier-Mix, das wussten wir weil die Mutter das schon war. Der Vater? Unbekannt. "Einer aus der Nachbarschaft halt."
Sie war immer gesund, entwickelte mit 10 Jahren einige Fettgeschwulste unter der Haut die entfernt wurden und damit wars gut. Mehr war nicht, nie. Aber wir haben sie auch nie röntgen lassen, waren eben nur zum Impfen beim TA. Wenns ihr mal ein paar Tage schlecht ging war das eben so. Man selber geht ja auch nicht wegen ner Erkältung zum Arzt, warum also der Hund?
Sie war der beste, wunderbarste Hund der Welt. Zu der damaligen Zeit war es das beste was wir machen konnten.
Aber heute würde ich niemals mehr einen Hund aus den Kleinanzeigen holen.
PS: Amare, was ist ein GBS?