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aggression ist ja keine stimmung sondern eine verhaltensweise auf welche der hund zurückgreift in bestimmten gefühlslagen. furcht führt sehr oft zu aggressivem verhalten, vor allem wenn der hund nicht flüchten kann. und furcht, insofern man sie niedrigschwellig hält, lässt sich eben mit clickern und leberwurst abschwächen. danach arbeitet man mit korrigierenden erfahrungen daran. empfindet der hund keine furcht mehr (zb. beim anblick eines pferdes, eines fremden hundes) wird er auch nicht gezwungen aggressive verhaltensweisen zu zeigen.
Und wenn der Hund sich eben nicht fürchtet, sondern ganz einfach nur Spaß dran hat andere rundzumachen?
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das ist etwas platt ausgedrückt. aber aggressionsverhalten hat ja seine gründe. zb. innere gründe wie schmerz, furcht, frustration. diese müssen verändert werden, alles andere wäre doch für den hund eine qual. ein hund welcher sich vor jedem anderen hund fürchtet kann sich in der heutigen umgebung, gerade in städten, dörfern, noch kaum stressfrei bewegen. da ist es doch dem tier zuliebe angebracht etwas zu verändern.
bei aggression gegen geschlechtsrivalen, als ressourcenverteidigung oder als territoriumsverteidigung sieht die sache wieder anders aus.
Aggression kann auch ganz einfach nix von all dem sein, sondern einfach eine Eigenart des Hundes.
Es gibt Arschlöcher unter den Hunden, die haben keine Furcht, keinen Schmerz, keinen Frust, die haben irgendwann mal gemerkt "Hey, wenn ich den haue dann quieckt der. GEIL!"
Und dann machen die das, einfach weil sies richtig toll finden wenn der andere quieckt, wimmert, kreischt und Angst hat.
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Dass Aggression zum Leben nun mal dazugehört, ganz salopp gesagt, da stimme ich dir voll zu. 
Aber warum brauche ich einen aversiven Reiz, um das zu verhindern bzw. um erst danach ein Alternativverhalten aufzubauen? Viele Hunde haben oder hätten beim Jagen ja z.B. auch einen Heidenspaß, trotzdem lässt man sie nicht erst ein paar Meter hetzen, um dann mittels aversivem Reiz abzubrechen und erst danach Stoppen/Anschauen/Zurückkommen/was-auch-immer ans Ende der Kette zu setzen.
Sicher kannst du anderes versuchen. Dauert halt nur meist um einiges länger.
Und ich persönlich bin einfach kein Freund davon nur positiv zu arbeiten über 7, 8 Monate wenn ich dem Hund mit einmal aversiv und danach positiv innerhalb 3, 4 Monate trainiere.
Grad bei aggressiven Hunden ist schnelles Handeln oft wichtig. Einfach weil die Besitzer unglaublich eingeschränkt sind mit so einem Hund und der Hund dann irgendwann nur noch nachts ne halbe Stunde rauskommt, am Wochenende wird in die einsamste Gegend gefahren damit der Hund mal rennen kann. Reicht natürlich nicht und der Bewegungsmangel + ständige Anspannung und Sorge der Besitzer führt zu weiteren Problemen.
Bei einer Jagdsau mitten in der Stadt gibts kein Problem, da musst du offline aufpassen.
Bei einem aggressiven Hund in der Stadt gibts ständig Probleme weil du der Arsch bist dessen Hund an kurzer Leine mit Maulkorb tobt, während die anderen dich meiden, beschimpfen oder so dämlich sind ihre Hunde trotzdem dranzulassen.
Das kann man eben nicht vergleichen und darum ist die Arbeitsweise auch eine andere.
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warum schwächt man den reiz nicht ab und trainiert dann ein alternativverhalten (insofern es sonst nicht möglich ist)?
Ja klar... Und wie schwächst du den Reiz ab, in einer Gegend wo viele Hunde rumlaufen?
Zeig mir das mal in der Stadt, wo du eben kaum Bögen laufen kannst und auch einfach nicht wie du willst ausweichen kannst, weil hinter der nächsten Ecke eben wieder ein anderer Hund steht. Willst du dich mitten auf die Straße stellen?
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unser hund "nervt" ab und an mal gerne. ganz im sinne von "ich will 24 stunden von dir bespielt werden"? warum sollte ich den hund bestrafen indem ich ihn einfach ignoriere, um noch mehr frust aufzubauen? da geb ich meinem hund doch lieber von anfang an alternativen.
das ist doch für den hund total inkonsequentes verhalten.
und warum soll ich nicht schönclickern wenn es hilft? warum wenden heute so viele bei leinenaggression click für blick an- wohl weil es den meisten hunden hilft.
Es geht um aggressive Hunde!
Nicht um Leinenpöbler oder gelangweilte Hunde, sondern um aggressive Hunde!
Ehrlich, es kann doch nicht sein das ihr hier Beispiele reinbringt die garnix damit zu tun haben und das dann vergleichen wollt.
Ihr könnt schönklickern wie ihr wollt, wie schon gesagt ist es ein klasse Hilfsmittel.
Aber es ist eben nicht der Heilige Gral des Trainings und nein, ein Leinenpöbler ist auch nicht per se ein aggressiver Hund.
Bitte, wenn ihr solche Hunde noch nicht getroffen habt ist das doch super! Aber glaubt doch uns anderen bitte unsere Erfahrung.
Grad Buddy Joy arbeitet ja mit eingezogenen Hunden, da sind Kaliber dabei die man eben nicht mal beim Gassi oder in der Hundeschule trifft.
Nicht umsonst sind die Trainer die sich um solche Härtefälle kümmern ausgebucht bis sonstwohin, den normale Trainer und Hundeschulen nehmen solche Hunde oft garnicht erst auf. (Zum Glück!)
Im schlimmsten Fall tuns sies doch und clickern rum, nur um dann zu sagen der Hund sei untrainierbar und man könne nicht helfen. Dann steht der Besitzer da, der Hund dreht noch mehr am Rad, tolle Sache.
Hier gehts um Hunde die nicht schnappen. Sondern um Hunde die ernsthaft beißen.