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Meine erste Intention war zu schreiben: das stimmt so nicht! Aber ich glaube, es kommt drauf an, in welcher Gegend man wohnt.
Viele große Mayersche und Thalia Filialen schließen doch neuerdings, da auch die sich nicht gegen den Online Handel durchsetzen können. Wohingegen in vielen Ecke wieder kleine Buchläden öffnen - ich habe jedenfalls als ich in Prenzlauer Berg gelebt habe die Eröffnung 3 neuer Buchläden im näheren Umkreis unseres Büros miterlebt. Jetzt ist das aber durch die zugezogene kaufkräftige Klientel auch ne ganz andere Gegend als zB duisburg Innenstadt.
Eben. Es kommt unglaublich auf die Städte und die diversen Gegenden innerhalb der Stadt an.
Die kleine Stadt am Rande der Großstadt, wo ich lebe, hat eine süße kleine "Marktstraße". Da sind lauter kleine Läden, teils seit Jahrzehnten.
Inzwischen nicht mehr.
Dafür wurde ne Menge Geld in eine "Aufwertung und Neugestaltung" der neuen Mitte gepulvert, wow, ein Esprit, ein Benetton, ein H&M und sowas in neu gemachten Läden... Was für eine Aufwertung! 
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Aber mal ganz ehrlich, man muss auch unterschrieben, welcher Art die Jobs sind. Ein kleiner Laden, der um seine Existenz kämpft und keinen Konzern im Rücken hat, wird ja selten Beschäftigungsmodelle anbieten, bei denen Sozialabgaben fällig werden. Ich persönlich glaube, auch wenn ich da keine daten vorliegen habe, dass zwei Filialen von Thalia mehr Vollzeitkräfte beschäftigen als 5 kleine 1-Mann-Läden, die ansonsten noch studentische Aushilfen, Minijobber ect. beschäftigt. Ich habe 5 Jahre in Münster studiert und gelebt und dort halten sich seit Jahren viele der kleinen Geschäfte, auch etliche Buchläden...allerdings gibt es oftmals nicht mal Teilzeitjobs sondern hauptsächlich studentische und 450€-Tätigkeiten.
Ich denke wirklich, dass man da nicht pauschal an der Anzahl der Beschäftigten urteilen kann.
Das mag in einer Studentenstadt so sein, aber das ist nicht die Regel überall.
Oft haben die kleinen Läden 2 Angestellte als Halbtagskräfte, häufig Mütter. Genau die Gruppe die eben nicht so super flexibel ist was Arbeit angeht, denen bricht viel weg durch die Konzerne.
Ebenso was dranhängt, die kleinen Steuerbüros, Kanzleien, kleinere Zwischenhändler, es hängen viele Leute an den kleinen Läden.
Verschwinden die Kleinen verschwindet viel mehr als man auf den ersten Blick sieht.
Und zwischen dem Wahnsinn der "Wachstums-Marktwirtschaft" und Planwirtschaft gibts ja nun doch einiges, ne?
Vom einen Extrem ins andere ist nie gut.
Es geht nur ums Nachdenken, Überdenken, Mitdenken.
Was jeder daraus macht ist natürlich jedem selbst überlassen.