Beiträge von Sunti

    Dazu müsste dein Hund aber schon bei mir sein, wenn ich ihm was hinwerfen kann, WolfvanEden.
    Und genau das sollte ja nicht so sein.
    Polizei rufen schön und gut, die werden sich kaputtlachen, wenn sie kommen und der Werfer erklärt, dass dein Hund seinen belästigt hat, du ihn nicht daran gehindert hast und er sich nicht anders zu helfen weiß.

    Wenn ich nicht will, dass andere Leute meinem Hund was in die Schnute stopfen (will ich auch nicht), dann muss ich ihn von den Leuten weg halten. Denn wenn meiner losgeht und fremde Hunde belästigt, bepöbelt oder gar locht, dann bin ich selbst schuld, wenn diese ihn abwehren. Pfefferspray oder körperliche Verletzungen fände ich nicht so doll, weil überzogen, aber mit Leckerli, Wasser und Regenschirm dürfte ich im vorliegenden Fall dann keine Probleme haben.

    Der Halter hier im Fall interessiert sich null dafür, was sein Hund mit anderen macht, er versucht nicht, die Situation zu ändern, also muss die TS selbst Hand anlegen. Eben auch mit Leckerchen. Hab ich einem Berner auch schon vor die Füße geknallt, weil der partout nicht geblockt werden wollte. Hätte mich da das Herrchen beschimpft, gehauen oder anders bedroht, hätte ich ihm schon erklärt, dass er selbst verantwortlich ist für das, was eben mit seinem Hund passiert ist. Hätte er ihn zurückgeholt, hätt ich nicht werfen müssen. ;)

    Ich möchte mal ganz dick Sundris Beitrag unterschreiben. :gut:

    Die Vergangenheit kann eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, wie ich bestimmte Verhaltensweisen eines Hundes einschätzen sollte, und sie kann auch helfen, sich vorher auf das einzustellen, was einen erwarten kann mit dem Hund.
    Beispiel: Osteuropäischer Straßenhund bringt mit hoher Wahrscheinlichkeit Angst vor Männern mit, mit Angst vor Stöcken muss gerechnet werden, aufsammeln von Müll von der Straße ist sehr wahrscheinlich.
    Wenn ich mich drauf vorbereiten kann, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich hinterher an den Dingen, die der hund mitbringt, scheitere, wesentlich geringer, als wenn ich völlig unwissend rangehe.

    Über Sentas Vergangenheit ist nichts bekannt, rumänische Straße, rumänisches Tierheim, deutsches Tierheim. Das war's.

    Der Hund meiner Freundin dagegen, ein kleiner Ungar, sollte in seiner Heimat stranguliert werden und wurde monatelang in einer winzigen Box gehalten. Diese beiden Informationen sind sehr wichtig für den Umgang mit dem Hund.
    Autobox ist für ihn unmöglich, weil er in geschlossenen Boxen ausrastet. Verständlich aufgrund seiner Vorgeschichte.
    Im Tierheim war es unmöglich, diesen Hund anzuleinen, denn sobald jemand an seinen Hals wollte, ist er ausgerastet. Er ist zwar nur sehr klein, aber in solchen Momenten biss er wie wahnsinnig um sich. Nun, wir wissen, wie das kommt, und sind daher viel vorbereiteter an das Leinentraining rangegangen, als wir es unter anderen Umständen vielleicht getan hätten.
    Heute steckt der Kurze seinen Kopf freiwillig durchs Halsband, lässt sich an- und ableinen und zieht das Halsband hinterher auch wieder aus. Zu Anfang wäre es undenkbar gewesen, das Halsband zu wechseln, nun muss er es nicht mehr Tag und Nacht tragen.

    Natürlich darf man sich nicht von der Vergangenheit der Hunde verleiten lassen, Mitleid mit dem Hund zu haben und ihn deshalb zu verhätscheln, aber wie Sundri schon schrieb, mit mehr Wissen kommt mehr Verständnis.

    Liloo: Wenn du sehr ländlich mit massenhaft Ställen drum rum wohnst, ist es kein Wunder, dass bei euch die Hunde kein Interesse an Pferden zeigen. Die kennen sie ja von klein auf.
    Hier ist zwar auch totales Pferdegebiet (Schockemöhle sitzt ein paar Orte weiter, und hier in der Stadt haben wir auch ein Gut), aber zumeist trifft man die Pferde eben auf den Weiden stehend. Ohne Zaun drumrum, ohne Abstand und dann auch noch mit Reiter drauf sind sie für meinen Hund neu - ich vermute auch, dass er bei seinen Vorbesitzern nicht viel kennen gelernt hat, sein Verhalten in den ersten Monaten spricht dafür. Deshalb verunsichern sie ihn halt.

    @AnnaAimee: Ich sehe nicht, wo dem Thread die Schließung droht. Bisher hat es nicht mal eine Ermahnung durch einen Mod gegeben, und ich seh auch ehrlich gesagt keinen Grund für eine Schließung.
    Dass ein Thema nicht immer genau so verläuft, wie man es sich wünscht, kennen wir vom DF ja zur Genüge.
    Schade finde ich auch, dass hier von wenigen Usern direkt angegriffen wir und beide Seiten als unfähig hingestellt werden.
    Klar, die Pferdehalter werben mit Verständnis für ihre Fluchttiere, weil diese bei einer Panik sich selbst und die Umwelt massiv gefährden können. Gleichzeitig haben einige von ihnen aber null Verständnis, dass Hundehalter auch beim Hund gern eine Panik vermeiden möchten.

    Meiner ist ja nicht mal panisch, der ist stark verunsichert und geht nach vorn. Was ich auf engen Wegen unbedingt vermeiden möchte, und nicht nur, weil das Pferd dabei durchgehen könnte, sondern auch, weil ich nicht weiß, wie das Pferd Hunden gegenüber drauf ist und wie gut der Reiter es unter Kontrolle hat.
    Wie schon oft im Thread erwähnt, ein gezielter Tritt, und für den Hund war's das. Dieses Risiko bin ich nicht bereit einzugehen. Ich hab zwar nicht viel Ahnung von Pferden, finde auch, dass es wunderbare Tiere sind, aber trotzdem riskiere ich nicht die Gesundheit meines Hundes, nur weil dieser verunsichert in die Leine geht.

    Übrigens auch ein toller Lerneffekt, der beim Thema Leinenpöbeln immer wieder hervorgehoben wir: Pöbelt der Hund und der andere Hund zieht sich zurück, hatte der Hund ein Erfolgserlebnis und pöbelt beim nächsten Mal sicher nicht weniger.
    Das gleiche Prinzip gilt ja auch beim Versuch, Pferde durch verbellen loszuwerden. Somit festigt sich das Verhalten. Will ich das? Nee, also versuche ich, Situationen zu vermeiden, in denen er Pferde anbellt - ich weiche aus.
    Einigen Pferdehaltern, die sich hier geäußert haben, passt aber nicht mal das, wenn ich in Sichtweite bleiben würde.

    Ich persönlich habe in diesem Thread gelernt, wie ich mich verhalten sollte, wenn ein Ausweichen ins Gebüsch nicht zu vermeiden ist: Reiter drauf aufmerksam machen. Finde ich schon einen Gewinn.

    Das würde mich auch mal interessieren.
    Spooky ist zwar längst noch nicht so weit, dass er mehrere Dummys, die außer Sicht verteilt sind, suchen kann, aber die Nase ist bei ihm immer tief unten. An sich ist das zwar nicht weiter schlimm, aber es wäre ja schon effektiver, auch mal höher zu suchen.
    Wobei, wenn der Dummy hoch liegt (Hecke, Astgabel, Küchenanrichte), findet er ihn ja auch problemlos.

    Als nächstes stehen zwei Aufgaben auf unserem Lernprogramm:

    1. der Hund lernt schwimmen
    2. Frauchen lernt zielen.

    Nachdem ich gestern barfuß bis zu den Knien im Moorbach gestanden und unseren kleinen Hunter-Dummy gerettet habe, weil ich den ein wenig schief geworfen und der Hund ihn dann durch sein hilfloses Theater im Uferbereich noch zum Abtreiben gebracht hatte, habe ich beschlossen, Zielübungen zu machen und Spooky im Frühjahr schwimmen beizubringen. So was passiert mir nicht noch einmal. :ops: