Beiträge von Sunti

    Miamaus, wir haben auf dem Tierhof ein paar Hunde, die dauerhaft in Außenhaltung leben. Das funktioniert im Prinzip dann ganz gut, wenn der Hund im Frühjahr damit anfängt. Dann gewöhnt er sich gut an die schwankenden Temperaturen und bildet einen monstermäßigen Winterpelz aus.
    Meine Kangal- und Kaukasenpfleglinge sehen im Winter wie Wolf und Bär aus, sind so plüschig, dass man sich, wenn man mit ihnen arbeitet, wunderbar die Hände in den dichten Kragen aufwärmen kann und freuen sich ihres Lebens.
    Natürlich entsprechen die Zwinger den Richtlinien, es gibt im Innenbereich eine sehr gut isolierte Hütte, die aber auch bei niedrigen Temperaturen kaum genutzt wird.

    Meine Senta kam auch aus Außenhaltung: Erst jahrelang Straße in Rumänien, dann rumänisches und anschließend deutsches Tierheim in Außenhaltung. Übernommen habe ich sie im Dezember, da hatte sie noch ordentlich Plüsch. Nachdem sie im Frühjahr allerdings gemerkt hatte, dass sie jetzt ein Wohnungshund ist, hat sie alles abgeschmissen, was sie hatte, zeitweise hatte ich die leichte Befürchtung, einen Nackthund zu haben, wenn sie fertig ist. :lol:

    Im folgenden Winter hat sie leider nicht mehr so viel Winterpelz bekommen und musste daher, wenn wir mit der Bahn unterwegs waren und somit auf verspätete Züge in Provinzbahnhöfen warten mussten, einen Mantel tragen. :roll:

    Zitat

    Anspringen von Menschen ist für mich weder pöbeln noch Dominanz.

    Ich glaube dein Hund wollte die Menschen auf "Hundeart" begrüßen und das ist mit Stubsen an den Mundwinkel. Und da Hunde ja an menschliche Mundwinkel nicht so wirklich drankommen "müssen" sie hochspringen. ;)

    Sehr vereinfacht gesagt ist für mich pöbeln wenn ein erwachsener Rüde einen anderen Hund (grundlos) anknurrt und anbellt.

    Ich erweitere die Definition noch aus eigener Erfahrung ein wenig. ;)
    Hunde können auch Menschen anpöbeln. So einen Kandidaten habe ich derzeit im Training. Wenn dem etwas nicht schnell genug geht (z.B. den Zwinger betreten, Geschirr anziehen, Zwinger- oder Tierhoftür öffnen, Leckerchen geben etc.), dann rempelt er oder stellt sich mit lautem, fordernden Kläffen direkt vor mich hin und hofft, so seinen Willen zu bekommen. Die ersten Male, die ich ihn rausgeholt habe, bin ich wohl zwanzigmal wieder aus dem Zwinger raus, weil der Herr meinte, mich anbrüllen zu dürfen. :lol:

    Zur Ausgangssituation: Da würde ich gepflegt das Zwei Ohren- Prinzip anwenden: Rein-Raus. :p

    Wenn Kaninchen ähnlich biegsam sind wie Rennmäuse, dürfte das kein Problem sein. Wenn sie es nicht sind, würde ich empfehlen, dass sie mal ne Nacht durch nagt und den Eingang vergrößert. So lief das immer bei den Meerschweinchen meiner Mom: Irgendwann war das Fenster die neue Tür.

    Mäuse fallen mir dieses Jahr auch viel mehr auf als sonst. Süße kleine Stinker. :fondof:
    Da Spuk ja nun gelernt hat, dass Muddi sehr sauer wird, wenn er an Mäuse geht (hab ja schließlich meine Rennerjungs, die gefälligst heil zu bleiben haben, deshalb musste er das schnell lernen), interessieren sie ihn überhaupt nicht mehr. Neulich dachte ich aber wirklich, ich seh nicht richtig. Wir gingen an den Schienen entlang über einen schmalen Trampelpfad in Richtung Wald, als links aus dem Grünstreifen eine winzige Maus kam. Sie überquerte den Pfad und verschwand rechts im Grünstreifen. Kaum war sie weg, folgte eine zweite. Und eine dritte. Dann die vierte, danach war Schluss. Spuk hat ihnen ganz entgeistert nachgeschaut.

    Montag trafen wir im Wald so ein suizidales Exemplar. Meine Freundin war mit ihrem Hund gekommen, um mit mir und der blonden Katastrophe Gassi zu gehen. Sozialisationstraining und so. Plötzlich tauchte aus dem Grün eine Maus auf, die in aller Seelenruhe den Waldweg überquerte. Sie guckte in Richtung der angeleinten Hunde und trippelte ganz gemütlich den Weg entlang, anstatt daneben im Gras zu verschwinden. Mehrere Meter lief sie in gemächlichem Schritttempo vor uns her, an ein Überholen war nicht zu denken, weil der Hund meiner Freundin ziemlich bodennah ist und so eine etwas übermütige Maus schneller schluckt, als man gucken kann. Letztendlich mussten der Blonde und ich vorgehen und ernsthaft die Maus verscheuchen, damit sie den Weg frei machte. :headbash:

    Mehr selbstmordgefährdete Hasen als sonst treffe ich nicht. Im Wald rund um den Tierhof lebt schon seit jeher der Selbstmordhase mit seiner Familie. Dieser Kerl springt einen halben Meter vor meinem Gassihund aus dem Gebüsch und düst weg. Oder er kommt aus dem Gebüsch und dümpelt dann in aller Ruhe auf dem Waldweg vor uns her, anstatt sich mal wieder in die Büsche zu schlagen. Oder er hockt irgendwo und wartet, bis Spook und ich vorbeikommen, springt dann direkt vor dem Hund auf die Straße und joggt diese geradeaus hoch bis zum Wald, immer in einem Tempo, dass der Hund noch gut mitkommt.
    Dieser Hase hat mir schon einige graue Haare und Adrenalinstöße verschafft und dürfte mich mindestens ein Jahr meines Lebens gekostet haben. Auch dieses Jahr ist er sehr aktiv, aber nicht mehr als jedes andere Jahr auch.

    Weil es langsam auf den Herbst zu geht, ist derzeit alles mit Kürbis mein Favorit. Lieblingsgerichte wechseln hier saisonbedingt, und Kürbis kommt so langsam. Kürbisgulasch und Klöße, Kürbiscremesuppe, Kürbiscurry mit gelbem Reis, Kürbislasagne, Kürbis-Wurzelgemüse.

    Für den Fall, dass der Thread nicht wieder einschläft, reihe ich mich hier mal ein.
    Zwei meiner Pflegehunde haben mMn Deprivationsschäden erlitten.
    Bei der Hündin bin ich mir nach dem, was ich gelesen habe, sehr sicher, der Rüde kratzt mindestens dran.

    Die Hündin wurde vor etlichen Jahren von einem Vermehrer in der Gegend beschlagnahmt, mit ca. 100 ihrer Rassegenossen. Die Hunde wurden bundesweit auf Tierheime verteilt, und so lernte ich meinen Schattenhund kennen.
    Sie ist ein wundervolles, sanftes Tier, allerdings kann sie Veränderungen gar nicht ertragen. Vor einigen Jahren wurde in ihrem Auslauf der alte Kirschbaum gefällt - sie kam mehrere Tage nicht mehr aus dem Innenraum des Zwingers heraus.
    Auch ist sie eine Angsthündin, die, sobald Fremde auf den Hof und in die Nähe des Zwingers kommen, auf Nimmerwiedersehen in ihrer Hütte verschwindet. Menschen, die sie lange und intensiv kennt, werden gemocht, mir vertraut sie sogar so sehr, dass ich Fremde mit zu ihr bringen kann, ohne dass sie in Panik gerät. Manchmal streckt sie dann sogar noch die Nase aus dem Innenbereich raus und holt sich von mir ein Leckerchen.

    In ihrer Angst legt sie auch nie den Vorwärtsgang ein, selbst wenn sie in die Ecke gedrängt wird (impfen geht z.B. nicht anders, weil sie die Tierärzte fürchtet, die zum Hof kommen), schnappt oder droht sie nie. Statt dessen fällt sie in sich zusammen, ich erlebe das als eine Art Schockstarre, sie rührt sich nicht mehr und verbleibt z.T. lange in diesem Zustand. Anfangs musste sie, wenn sie sich im Auslauf erschreckt und unter einem Busch verkrochen hatte, mit zwei Leuten zurück in ihren Zwinger getragen werden, weil sie den Weg von selbst nicht mehr gehen konnte.
    Mir kommt es vor, als habe sie z.T. autistische Züge. Wirklich gut geht es ihr, wenn ich bei ihr bin, ich kann auch neue Gegenstände mit in den Zwinger bringen, die sie dann sogar untersucht. Neuerdings verwende ich auch Spooky als Therapiehund, sie hat ihn sehr gern und spielt und interagiert viel mit ihm, und wenn ich mit ihm Dummyübungen mache, kann es passieren, dass sie einfach hinschleicht und den Dummy klaut, um ihn ein paar Meter weiter fallen zu lassen. Früher undenkbar, weil sie den Dummy nicht kannte und Angst gehabt hätte.
    Mich spielt sie auch an, springt heimlich von hinten gegen meinen Rücken (so weit man bei einer ausgewachsenen Kangalhündin von heimlich sprechen kann :hust: ), freut sich nen Keks, wenn ich komme.

    Bei allen Fortschritten, die sie macht, gibt es auch immer wieder Phasen, in denen sie gar nicht mit mir arbeiten kann. Dann kommt sie nicht mal aus ihrer Hütte raus, wenn ich sie rufe. Ich weiß das und lasse sie dann in Ruhe, lese ihr im Zwinger was vor oder quatsche mit ihr, das tut ihr dann gut.
    Ich liebe diesen Hund wahnsinnig, und es macht mich stinksauer, zu wissen, was für ein wundervolles Potential einfach weggeschmissen wurde durch ihre versaute Welpen- und Junghundzeit.


    Mein Pflegerüde, hier im Forum besser bekannt als die blonde Katastrophe, kam als ganz Junger mit einem Stachelhalsband an die Kette. Deshalb kennt er auch nichts, er kann überhaupt nicht mit Hunden kommunizieren, flippt regelmäßig aus, wenn er Dingen begegnet, die er nicht kennt oder die ihn kurzzeitig erschrecken, steht kreischend in der Leine, hat überhaupt keine Frustrationstoleranz und Impulskontrolle und ich ziemlich permanent reizüberflutet. Seine Eigenheiten wurden fälschlicherweise als Artgenossenaggression diagnostiziert, unserer Meinung nach steckt da einfach viel mehr dahinter. Nämlich die Unfähigkeit, sich auf neue Situationen einzustellen und mit fremden Reizen umzugehen. Da ist es egal, ob der Reiz ein Hund, ein Radfahrer oder, wie letzte Woche, eine Ponykutsche ist.
    Ich trainiere mit ihm in der Hinsicht, und es gibt Fortschritte, aber diese kommen sehr langsam. Immerhin schnappt er mittlerweile nur noch sehr selten in seinem Frust nach hinten rum, ich hab wesentlich weniger blaue Flecke als noch im April und Mai. :D
    Der Blonde ist sehr empfänglich für den Clicker und er arbeitet gern. Wenn er die richtigen Halter bekommt, wird das ein Traumhund. Aber einer, der ne Menge Schweiß und Nerven kostet.

    Liebe Sabrina,

    nun mach dich bitte nicht verrückt. Du musst die Schöne ja überhaupt nicht lieb haben, wie Danny schon sagt. Du gibst ihr alles, was das Kaninchenherz begehrt, verwöhnst sie nach Strich und Faden und gibst ihr einen total netten, charmanten Gefährten. Mehr braucht sie am Anfang nicht. Kuscheln wird ja sowieso zum Programm gehören, und nach einigen Wochen oder Monaten hat sie sich mit Sicherheit in dein Herz gekuschelt. Versuch nur nicht, etwas zu erzwingen.
    Ein Verrat an Merlin kann es ja schon allein deshalb nicht sein, weil er sie dir geschickt hat. Wie soll er sich da verraten fühlen?

    In NRW darf ein Listenhund unter bestimmten Voraussetzungen gehalten werden. Erste Voraussetzung: Gehört er zur Kat. 1, muss er aus dem Tierschutz stammen.
    Was sonst noch alles erfüllt werden muss, das wissen die User aus NRW sicherlich besser. Wesenstest, Sachkunde, Führungszeugnis etc. gehören wohl auch dazu, in einigen Bundesländern mit Liste ist es auch möglich, den Hund über eine Prüfung von Leinen- und Maulkorbzwang zu befreien. Ob das in NRW auch gilt, weiß ich nicht auswendig, aber wenn es diese Möglichkeit gibt, dann hat das schon seine Richtigkeit mit den frei laufenden Kat. 1- Hunden. Finde ich auch richtig so. Alles andere ist mMn tierschutzwidrig, auch wenn das die Behörden nicht interessiert.

    Dein Tierhalterherz muss das ja auch nur eine Woche ertragen. ;)
    Bei Rennern kann die VG sich über mehrere Wochen hinziehen, in denen die Tierchen auf kleinem Raum mit nichts als Einstreu, Wasser, Sandbad und Futter aufhalten müssen, Nagematerial zum Schreddern gibt es noch, und ansonsten nix, damit sie sich mit dem Partner jenseits des Trenngitters befassen müssen. Ist auch nicht schön, aber um am Ende ein befriedigendes Ergebnis zu bekommen, lohnt es sich. :smile: