Beiträge von Sunti

    Ich trainiere es nicht extra.
    Da mein Spuk und ich weder in die Hundeschule noch in einen Verein gehen, habe ich weder die Gelegenheit, regelmäßig mit läufigen Damen Kontakt zu ermöglichen, noch sehe ich da eine Notwendigkeit, denn wir werden nie irgendwelche Turniere laufen, bei denen es relevant sein könnte, dass der Herr sich in Gegenwart gut duftender Damen konzentrieren muss.
    Kommen uns Hunde entgegen, wird er sowieso erst mal festgesetzt, da er in seiner frühkindlichen Entwicklung bei der Hundeetikette gewisse Defizite hatte, die zwar inzwischen ganz gut aufgeholt wurden, aber man weiß ja nie. Wenn ich dann höre, die Dame ist läufig, dann bleibt er einfach an der Strippe und wir gehen weiter.

    Wenn er nicht angeleint ist, darf er von mir aus auch die Grashalme ablutschen, solange er nicht zu weit zurückfällt. Er klappert zwar ab und zu mit den Zähnen, wenn es gar zu gut riecht, aber im großen und ganzen ist er ansprechbar und steigert sich nicht rein. Das eine Mal, als eine Labradorhündin in der Standhitze ohne Leine vor ihm herumstolzierte und deren Herrchen es witzig fand, hatte ich ihn noch nicht so lange, und der Rest des Spaziergangs war gegessen. Aber ich nehme an, dass das heute auch nicht mehr so extrem wäre. Immerhin ist hier ständig irgendwer läufig, er dürfte langsam, aber sicher, dran gewöhnt sein.

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    Dein Argument mit den Kosten finde ich schlüssig, allerdings nur wenn ich an die Fraktion " ich will und muss unbedingt irgend einene Hund haben! Hauptsache Nase, Schwanz, Pfoten und Ohren und in etwa die richtige Größe."

    Nocte weiß ja noch aus den entsprechenden Diskussionen zum Thema, dass ich auch total gegen die neue niedersächsische Regelung eingestellt bin. Weil sie nicht durchdacht ist. Ob man unbedingt was anbieten muss, um etwas anderes loszuwerden, mag ich nicht beurteilen, aber es gibt ja schon Überlegungen in einigen Bundesländern, eine allgemeine Sachkunde für alle Halter einzuführen, die Rasselisten aber dennoch beizubehalten. Und das finde ich wiederum ne große Sauerei. Noch mehr Geld von den Hundehaltern einnehmen, ohne dafür auch mal was Sinnvolles zu beschließen, das stößt mir sauer auf.

    Die Kosten für einen Sachkundenachweis könnten übrigens nicht nur für die von dir genannten Halter gelten (irgendwie gehöre ich auch dazu, denn mehr Ansprüche als "mindestens kniehoch, Nase, Schwanz, Pfoten und Ohren sollten dran sein, Augen wären auch nett" hab ich an meine vierbeinigen Begleiter eigentlich nicht - im Tierschutz kann man auch ohne hohe Ansprüche nette Hunde finden. ;)), sondern auch für ältere Leute, solche, die nicht sonderlich gut verdienen, ihre Hunde aber z.B. krankenversichern, damit die Tierarztkosten abgedeckt sind, große Familien etc. Um wenig Geld zu haben, muss man heutzutage leider nicht mehr zu einer gewissen Bevölkerungsgruppe gehören.

    Dass ich die Petition dennoch unterzeichnet habe, liegt nicht daran, dass es mir egal ist, was auf andere Hundehalter so zukommt, sondern eher daran, dass ich grundsätzlich gegen die Listung einiger Rassen bin, denn diese ist nicht zielführend und, gelinde gesagt, schwachsinnig. Auch halte ich die Erstellerin dieser Petition für seriös genug, um sie zu unterstützen.

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    Nur rein von der Story her hätte ich dem Hund erstmal Ruhe verordnet. Nicht ständig durch die Gegend zerren, 1 Strecke suchen wo möglichst nichts los ist und diese gehen. Ruhe. Die Reize so gut es geht dosieren, das ist ein ehemaliger Kettenhund, der kennt nur wenig und noch weniger Gutes!
    Leichte Übungen um den Kopf in Gang zu bringen, in der Wohnung viele Sicherheiten bieten, etc.
    Aber nein, da schleppen wir solche Hundchen durch Hundeschulen, diverse Gassiwege, die Stadt soll Hundchen kennenlernen, Autofahren, laufen an der Straße, achja, die Leinenführigkeit auch noch und so weiter.
    Und dann wundert man sich das der Hund ausrastet.
    Dieses totale Fehlen von Logik bei solchen Fällen macht mich echt fassungslos!

    Danke, Danny. Genau so eine Vorgeschichte hat meine blonde Katastrophe ja auch (Kettenhund, nix kennen gelernt, die kürzeste Lunte, die ich je bei einem Hund erlebt habe :headbash: ), und ich arbeite mit viel Ruhe, reizarmer Umgebung, die Reize werden langsam gesteigert.

    Dennoch, wenn er in einer Situation, die er normalerweise schon meistern kann (das entsprechende Alternativverhalten haben wir geübt und es sitzt) an einem ganz normalen Tag die Klappe aufreißt, obwohl vorher nichts Besonderes war oder er nen schlechten Tag hatte, dann kriegt er auch gern ne Ansage. "Schluss!" ist inzwischen ein geflügeltes Wort bei uns beiden, und es lässt sich hervorragend fauchen. :pfeif:
    Das tu ich aber halt wirklich nur, wenn ich weiß, dass er jetzt einfach mal wieder seine früheren Strategien testen möchte, aber genau weiß, was er eigentlich tun soll.

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    Am anstrengendsten finde ich allerdings die anderen Hundebesitzer, die nicht verstehen, warum es mit ihr halt etwas schwieriger ist, oder auch Leute ohne Hund, die erwarten, dass man, wenn ich mit Hund ankomme, diesen auch streicheln kann.

    Oh Himmel, ja! Das war mit meiner Schwarzen (Angsthündin) schon so ein Problem. Es stand "Pfoten weg" auf dem Geschirr, und trotzdem waren die Leute überzeugt, der Hund sei ihr ganz persönlicher öffentlicher Streichelzoo. :headbash:

    Die Blonde Katastrophe ist dazu auch noch, klar, blond. Und plüschig. Und hat riesige Kulleraugen und sieht aus wie ein Labradorverschnitt. Wie oft ich da Leuten erklären muss, dass es keine gute Idee ist, diesem Hund zu nah zu kommen, weil er ab etwa zehn Metern nämlich plötzlich aufhört, "soooo süß" zu sein und sich in den gemeinsamen Nachwuchs von Hulk und Godzilla verwandelt, mit einem Schuss weißem Hai dazwischen, das geht echt auf keine Kuhhaut. Zum Glück ist sein Radius bei Menschen, die auf ihn zu gehen, so groß. Bis sie nah genug sind, dass er ihnen weh tun könnte, haben sie es dreimal geschnallt, dass er nun wirklich gar keinen Wert auf Kontakt legt. :hust:

    Ich gehöre auch zu denen, die ihren Hund beschützen und dem heranstürmenden einen ordentlichen Anschiss verpassen würden. Wenn ich meinen loslasse, dann habe ich mehrere Gefahren:
    1. die Hunde geraten sich heftigst in die Wolle und sind weit weg und in Bewegung, so dass kein Eingreifen mehr möglich ist.
    2. mein Hund flieht und gerät dabei in Gefahr (Straße, Bahnschienen etc.)
    3. mein Hund beißt den anderen. Ist er dann frei, stehen wir rechtlich schlechter da. Ist meiner jedoch angeleint, gibt es in der Regel weniger Teilschuld, sollte er den Angreifer zu packen kriegen und verletzen. Meiner war ja dann gesichert. Je nach Rasse/Aussehen/Gemeinde kann das wichtig werden.

    Ich halte es so, dass jeder, der an meinen Hund ran will, erst mal an mir vorbei muss. Ruhig hinter mir bleiben und Klappe halten ist zwar des Spinners Sache noch nicht, aber das üben wir.

    Reset kommt bei meinen Pfleglingen nicht direkt vor, aber es passiert bei der Hündin öfter, dass sie mal schlechte Tage bzw. auch Wochen hat, in denen gar nichts mit ihr anzufangen ist. Das gibt sich mit entsprechender Geduld und dem passenden Handling aber wieder, nach einer Weile ist der alte Stand wieder erreicht. Damit kann ich also leben.
    Der Rüde leidet ja meiner Meinung nach nicht wirklich an einer starken Form von Deprivationsschäden, er ist eher ein leichter Fall, aber dennoch lernt er die essentiellen Dinge wirklich sehr langsam. Pfote geben hat er innerhalb von zwei Tagen gelernt, an der Pferdeweide vorbeigehen, ohne auszuflippen, hat Wochen gedauert. :roll:
    Auch fällt ihm das Generalisieren schwer. Die Pferde stehen vorne auf der Weide? Okay, wir haben gelernt, dass das nicht gefährlich und somit auch kein Grund für einen Ausraster ist. Sie stehen auf dem mittleren Teil? :outofthebox: :explode:

    Wenn er Körperkontakt zulässt, kannst du Ohrentouches versuchen. Mit einer Hand den Kopf des Hundes stützen, mit der anderen an einem Ohrenrand anfangen vom Kopf her zur Ohrenspitze mit dem Daumen mit sanftem Druck ausstreichen, während das Ohr auf deinen anderen Fingern liegt. Das in Reihen wiederholen, bis du beim anderen Ohrenrand angekommen bist. Oder du nimmst die Ohrenspitzen zwischen Daumen und Zeigefinger und drückst sanft - das hilft bei vielen Hunden sehr gut.
    Ansonsten: Rescue rein. Und viel Glück.

    "Du musst deinen Hund da wegholen!", rief die Frau mit dem total unverträglichen Riesensetter mir mit panischer Stimme zu, nachdem besagter Setter ohne Leine um die Kurve gekommen und den Spuk gestellt hatte. Die Setterbesitzerin entfernte sich von der Szene (ist ja an sich schon nicht dumm in den meisten Fällen), während der Setter ziemlich deutlich machte, dass Spuk jetzt besser nicht mal mehr atmet, rief mir dann aber besagten Satz hinterher. Klar, ich bin auch so bekloppt, in dieser aufgeladenen Situation auf die Hunde zu zu gehen und meinen festzuhalten, damit wir am Ende beide gebissen werden. :mute:
    Spuk wär gern auf meinen Ruf gekommen, zumal er mitkriegte, dass ich langsam weg ging, aber er konnte nicht, denn er durfte sich ja nicht rühren. Irgendwann ließ die Aufmerksamkeit des Setters kurz nach, Spuk kam zu mir gefetzt, das Setterfrauchen konnte ihn wieder anleinen und meinte dann, einfach weiter auf uns zu fahren zu wollen - ich würde ja sicherlich verschwinden, wenn sie kommt. Nein, dieses Mal nicht, ich bin stumpf am Wegrand stehen geblieben und sie durfte umdrehen und wegfahren. Echt, langsam reicht es mir mit dieser Dame und ihrem Hund. Wenn er alles stellt, was vier Beine hat, und sie ihn nicht im Griff hat, dann gehört er verdammt noch mal an die Leine!
    Sollte mein Hund jemals von diesem Setter gelocht werden, gibt es ne Anzeige. Garantiert. :kopfwand: