Beiträge von Sunti

    Ich packe eben Schoko-Minz-Täfelchen aus. Um die Plastikverpackung herum befindet sich noch ein Karton. Sobald ich den Karton öffne, kommt Herr Hund an, schnuppert total interessiert an der Pappschachtel, steckt den langen Rüssel rein, schnappt sich danach den Karton, trägt ihn in sein Nest und fängt an, ihn zu zerrupfen. Und das mit einer Selbstverständlichkeit, als täte er das jeden Tag - normal interessieren ihn Schachteln nicht im Geringsten.
    Offensichtlich trägt unsere Geruchsunterscheidung mit Pfefferminztee seltsame Früchte.

    "Der ist so süüüüüüüüüß!" *mit ausgestreckter Hand auf die blonde Katastrophe zusteuer*
    "Bitte bleiben Sie von ihm weg."
    "Aber der ist doch so niedlich!"
    "Noch einen Schritt näher, und er ist nicht mehr niedlich."
    "Wieso das denn? Du süßer Kerl." *Schritt näher*
    BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOMMMMMM!! Atomexplosion, die Katastrophe steht kreischend in der Leine, weil frontal auf ihn zugegangen wird.
    "Ich hab Sie gewarnt." :roll:

    Zitat

    Ich denke da passt sich der Hund dem Menschen an und das hat nichts mit mehr oder weniger mögen zutun

    Kann ich so unterschreiben. Spooks ist der beste Kumpel meiner Freundin, und die wird angesprungen, geleckt, mit offenem Maul geküsst, angeknabbert etc. Sehr rüpelig. Aber sie will es genau so. Ihre eigenen Hunde sind alle drei klein und eignen sich überhaupt nicht zum Raufen.
    1. ist zu alt und gebrechlich.
    2. kriegt einen Herzinfarkt, wenn sie mal etwas rauer mit ihm umgeht.
    3. würde das Ganze als Kampfansage betrachten und sehr schnell mit vollem Zahneinsatz mitspielen.

    Deshalb bleibt ihr nur mein Spinner, wenn sie einen Hund zum Rangeln und Kämpfen will. Das weiß der Kerl natürlich und er findet es spitze.
    Mit mir macht er so was auch, wenn ich es drauf anlege. Ich kann ihn mit einem einzigen Wort im richtigen Tonfall dermaßen hochpushen, dass wir hinterher ringend auf dem Boden liegen. Mache ich manchmal auch. Aber halt nicht immer.
    Das Nette am Spuk ist halt, dass er auch sofort wieder runterkommt, wenn er das soll.

    Ich würde so was nicht mitmachen, weil ich weiß, was passieren wird: Mein Spinner packt den Hovi aus und versucht, den nächtlichen Angreifer zu fressen, wenn ich mich erschrecke. Und ich erschrecke mich garantiert, wenn aus dem Dunkel ein Typ herausspringt und uns "angreift". Dazu brauch ich keine Trockenübung, denn ich kenn meinen Hund. :hust:

    Letzte Woche war ich mit der blonden Katastrophe zum Impfen und Blut abnehmen beim TA. Er hat sich super benommen: nur fast im Praxisflur markiert, sich auf dem Tisch so gewunden, dass die TÄ die erste Vene versaut hat und das andere Bein auch noch rasiert werden musste, mir beim Zappeln den Maulkorb so vors Gesicht gehauen, dass es einen Tag blau war, sich beinahe vom Tisch gestürzt, beim Warten auf die Wirkung der Sch**ßegalspritze durch den Maulkorb ins Wartezimmer gek*tzt (ja, das geht mit dem Baskerville Ultra), Leine, meine Hose und den Tisch vollgeblutet, dann beim Verabreichen des Silbersprays gezuckt und dieses somit auch noch überall verteilt. Dann ist er beim Runterheben vom Tisch in meinen Armen eingeduselt. :fondof:

    Und wer jetzt meint, der fett gedruckte Satz sei Sarkasmus gewesen, der möge bitte kurz weiterlesen.
    Was der Blonde nämlich NICHT gemacht hat: ausrasten, die Praxiseinrichtung schreddern, den Maulkorb abbauen, den Tierarzt und seine Kollegin fressen, Beißversuche unternehmen, knurren, drohen, Theater machen, als er auf den Tisch gehoben wurde.

    Für den Blonden war das eine echte Meisterleistung, und ich bin ziemlich froh, dass er sich im großen und ganzen wie ein völlig normaler Hund benommen hat, der Blutabnehmen doof findet. Damit kann ich echt gut leben, wenn man bedenkt, was wir befürchtet haben, weil wir den Hund kennen. Gut, er ist fast in mich reingekrochen, als er auf dem Tisch war, und allein raufhüpfen wollte er nicht, aber immerhin hat er die Vorderläufe hochgestellt und sich dann von meiner Freundin den pummeligen Po nachheben lassen.


    Spooks beim Tierarzt geht so:
    Ich rufe an, frage, wann ich vorbeikommen kann. TÄ (freudig): Oh, mit Spooky?! :roll:
    Wir biegen in die Straße ein, Spooks sieht die Praxis, vergisst die Leinenführigkeit und will hin. Wir betreten das Wartezimmer, ich setze mich, Spook turnt um meine Beine rum, guckt, ob er womöglich schon einen Blick auf Frau Doktor erhaschen kann, legt sich irgendwann hin.
    Wir sind dran, Spuk zieht mich an der Leine ins Behandlungszimmer, schnuppert da erst mal ne Runde, bevor er sich von Frau Doktor ausgiebig durchknuddeln und bewundern lässt - sie ist ein Fan von ihm, und er weiß es. Wenn er auf den Tisch muss, springt er selbst rauf, ich halte ihn vorn, während er untersucht wird, kraule ein wenig den Kopf, er hält ruhig, bis er das Kommando zum Runterspringen bekommt, hüpft wieder auf den Boden, lässt sich noch ne Runde bewundern, setzt sich vor Frau Doktor hin, weil er dafür Kekse kriegt, führt noch einen seiner neuen Tricks vor, zahlt selber (wenn ich mit Schein bezahle - Münzen kann er nicht), staubt noch ein paar Kekse und ne Menge Bewunderung ab und spaziert dann mit mir freudestrahlend aus der Praxis, wobei er noch einmal sein Bein am Strauch an der Ecke hebt, damit auch jeder weiß, dass er beim Tierarzt war. Ich schwöre, für meinen Hund ist Tierarzt nichts anderes als eine große Show, und er ist der Star. :lol:

    ... wenn du dein Handy aufladen müsstest, aber das Ladekabel nicht von der Fensterbank holen kannst, weil davor der Hund so kuschlig im Bett liegt und pennt. Na ja, Erreichbarkeit wird überbewertet.

    ... wenn du pottdreckig, nass, matschig und völlig erledigt nach Hause kommst, aber zufrieden bist, weil du in diesen Zustand durchs Training mit den Pfleglingen und einen Spaziergang mit deinem eigenen Wauzi geraten bist.