Beiträge von Sunti

    Meine ersten beiden Hunde hatten den Jagdtrieb einer Couch. Egal was sich bewegte, es war nicht interessant.
    Benny, der Collie, hat die Kaninchen meiner Mitbewohnerin nach dem Freilauf fachgerecht eingetrieben, fand meine Rennmäuse nett und hat gefundene Babykatzen adoptiert, auch wenn sie nur kurz bei mir waren. Das war einfach sein Wesen, erzogen wurde der in seinen vorigen Haushalten garantiert nicht.

    Senta, Straßenhündin, hat sich wohl eher aus Mülltonnen ernährt, als zu jagen, denn zu Anfang musste ich aufpassen, dass sie nicht mit Mäuselsprung einer wehenden Tüte hinterher ging, aber Tiere? Uninteressant.
    Das beste Beispiel dafür: Sie stand morgens in aller Frühe an einem Grasbüschel und futterte Gras, weil ihr übel war. Ich war noch nicht ganz wach, schaute ihr so durch halb geschlossene Lider zu und sah auf einmal ein klitzekleines Kaninchen aus dem Grasbüschel schleichen, ein paar zögernde geduckte Hoppler machen und dann im Affenzahn abhauen. Senta hat nicht mal hinterhergeguckt. :lol:

    Spooky würde, wenn ich ihn ließe, aber er ist eindeutig mehr am Hetzen als am Packen interessiert. Als ich es noch nicht wusste (und ja, ich gestehe, ich war nicht drauf vorbereitet, weil ich bisher nur Hunde ohne Jagdtrieb hatte), ist er mir zweimal über den Acker durchgestartet, als kurz vor uns ein Hase hochging. Da konnte ich dann meinen Hund im Affenzahn parallel zum Hasen übers Feld rennen sehen, in einer Entfernung, dass er ihn leicht hätte packen können, aber er rannte einfach nur nebenher: Juchhu, Wettlauf!! :hust:

    Sobald ich das raushatte, habe ich natürlich aufgepasst, und es war eigentlich recht einfach, es ihm zu verbieten. Impulskontrolle verbessern, ein gut sitzendes "Stopp!" aufbauen, und immer schön durch eine Runde Ball hetzen belohnen. Sobald er raus hatte, dass ich nicht begeistert von seiner Hetzerei bin, hat er es gelassen, denn er möchte mir ja schon gefallen. Kam er auf Rückruf zu mir, flog der Ball in die entgegengesetzte Richtung und der Hund war happy. Inzwischen kann er sich bis auf fünf Meter vorm Tier kontrollieren; wenn der Hase weniger als fünf Meter vor ihm hochgeht, startet er, hält aber auf Kommando sofort an.
    Hat er eine Witterung, merke ich das an seiner Haltung und sage nur "is nich!", dann geht er weiter, anleinen muss ich ihn nicht mehr.

    Gut, im Stockdunklen auf einer stadtbekannten Kaninchenwiese ableinen würde ich nicht unbedingt, aber das muss man auch nicht. Er ist in Wald und Feld ableinbar, das reicht mir.

    Ich hab mit unserer TÄ über diesen Thread gesprochen. Sie meinte, ich könne ja mal erwähnen, dass die Leute bitte ihre Hunde im Wartezimmer anleinen sollen. :hilfe:
    Ach ja, und Spooky ist offiziell der erste Hund in 30 Jahren Berufspraxis, der selbst bezahlt. ;)

    Ich schließ mich meinen Vorschreibern an. Raufspiele, solange sie beiden Beteiligten Spaß machen, sind völlig ok. Spooky steht auch darauf, würde aber nicht auf die Idee kommen, von sich aus ein solches Spiel mit einem Menschen zu beginnen. Seine Spielaufforderungen an mich sind stets höflich und tun nie weh. ;)
    Wenn ich allerdings ein Rempelspiel anbiete, freut er sich nen Keks.

    Als er zu mir kam, ging das noch nicht, denn da hat er immer gerempelt und gerauft und in Hände gehackt etc., wenn er aufgedreht bzw überfordert war. Nachdem er aber gelernt hatte, dass Menschen nicht sein Kauseil sind, und wir uns auch besser kannten, hab ich damit angefangen, auch mal eine Raufsequenz einzubauen. Er liebt es.

    Kleine Geschichte am Rande: meine Dobi/Schäferhund-Pflegehündin mochte solche Spiele auch sehr. Mit ihr hab ich gern im Wald auf einer Lichtung bei den Spaziergängen getobt und wurde schon mal von Passanten angesprochen, ob ich Hilfe brauche, der Hund würde mich ja gerade anfallen. :D

    Der Herbst ist da, Patrick eröffnet die Igelsaison. :gut:
    Ich bin begeistert, freue mich auf Bilder und Geschichten und bin erleichtert, dass mein Spinner bisher nur dicke, runde und gesunde Igel gefunden hat. Die werden inzwischen auch nicht mehr wie letztes Jahr attackiert, wir sind beim davor stehen bleiben und leise anknurren gelandet. Damit kann ich leben.