Beiträge von Sunti

    Ignorante Hundehalter, die offensichtlich mit Blindheit geschlagen sind.
    Durch einen Sturz habe ich mir vor anderthalb Wochen das Schlüsselbein gebrochen und musste operiert werden. Wenn ich mit Hund unterwegs bin, habe ich also den rechten Arm in einer Schlinge und ein (bei gutem Wetter in Tanktops gut sichtbares) Pflaster auf der Schulter. Also, man sieht ziemlich deutlich, dass ich gehandicapt bin.
    Innerhalb der letzten paar Tage hatte ich mehrfach die Situation, dass Menschen ihre Hunde trotzdem einfach ranstürmen lassen.

    1. Situation: Hund ist angeleint, wir gehen einen recht breiten Feldweg entlang. Entgegen kommt ein mir eh schon als ignorant bekannter Hundehalter mit zwei Hunden, angeleint am Fahrrad. Er sieht, dass ich den Arm in der Schlinge habe, hält es aber dennoch nicht für nötig, die Leinen mal kürzer zu nehmen, so dass seine knurrenden, pöbelnden Hunde den ganzen Weg zur Verfügung haben und ich mich mit meinem nur noch ins Feld flüchten kann.

    2. Situation: Bin mit einer Freundin und ihrem Hund auf einem nicht genutzten Sportplatz zum Rennenlassen, weil ich ja selbst nicht so beweglich bin momentan. Kommt n junges Mädchen mit Labrador aufs Gelände und lässt den Labbi erst mal gleich alle anspringen, die sich dort befinden. Trotz meines Arms in der Schlinge. Habe sie dann gebeten, den nicht mehr an mir hochspringen zu lassen, weil ich Schmerzen habe und es außerdem nicht ungefährlich ist. Ihre Entschuldigung: "Ja, aber das macht sie nur bei Hundehaltern!" Als ich dann aber die Hündin mit dem Knie blockte, weil sie nicht in der Lage war, das Anspringen zu verhindern, war sie nicht erfreut. Dann packte sie auch noch nen Stock zum Spielen aus, obwohl sie nicht wusste, wie unsere drauf sind, und schmiss fleißig Stöckchen.

    3. Situation: Wir gehen Richtung Wald, kommt ne Frau mit JRT entgegen und lässt die Flexi laaaaaaaaaaang ausfahren, während ich meinen an kurzer Leine auf die abgewandte Seite zu bringen versuchte, den Arm wiederum in der Schlinge.

    4. Situation: Hund angeleint, an kurzer Leine, weil vor uns ein freilaufender Großhund rumrennt. Dessen Besitzerin sieht, dass ich die Leine kurz und Hund rannehme, lässt fröhlich telefonierend ihren Hund weiter an meinen ranlaufen. Ich bitte sie, ihren nicht ranzulassen, weil ich nicht mobil genug zum Blocken bin, fand sie ne Zumutung.

    5. Situation: Golden Retriever wird an der Flexi von hinten an meinen rangelassen, ich bitte darum, ihn zurückzuholen, war wiederum ne Zumutung.

    Manchmal frag ich mich, was die Leute eigentlich denken, wenn sie nen Arm in der Schlinge sehen. Einarmig ist blocken halt nicht so einfach, daher wäre ein wenig Rücksichtnahme nicht übel.

    Zitat

    Niedlicher Ausrutscher unserer Trainerin:
    ich hab erzählt, daß ich Athos vielleicht gerne mal ausgestellt hätte, aber das ja jetzt nach der Not-Kastra nicht mehr geht
    Sie: aber das merkt doch keiner
    Ich: ähm, keine Eier????????

    :D


    Schon irgendwie auffällig... außer, du hättest gleich so Hodenprothesen einsetzen lassen. :headbash:
    Finde es schon merkwürdig, dass kastrierte Rüden nicht ausgestellt werden können - man kann ja auch ausstellen, ohne das Ziel der Zuchtzulassung, oder? Ich kenn mich da ja nicht so aus, weil ich nie reinrassige Hunde hatte.

    Von Herzen gute Besserung an deine Kehrseite.
    Kannst du denn so überhaupt auf deiner Bank bei den Bambis sitzen? Stelle ich mir auch schmerzhaft vor. Geht vielleicht ein Schwimmring als Unterlage? Ich meine, das mal irgendwo gelesen zu haben.

    Stimmt, der Beppi sieht allmählich richtig erwachsen aus. Und daneben das zarte kleine Prinzesschen, hach, sie sind schon toll.

    Ich bin ganz artig und überanstrenge mich nicht. Trotzdem tut die rechte Seite ganz gemein weh, wahrscheinlich habe ich mir bei dem Sturz noch irgendwas geprellt und dann haben sie mir während der OP den Arm wohl auch nicht gerade sanft von einer Seite zur anderen gebogen - ich konnte mich ja nicht wehren, hab schließlich geschlafen. ;)

    Zum Thema, wie ich das geschafft habe... Ich drück es mal so aus: 40 Kg Pflegehund mit zu viel Energie plus regennasser Waldboden plus Nacktschnecke unter dem Fuß ist keine so tolle Kombination. Ich bin ordentlich steil geflogen und habe offenbar mit der rechten Hand gebremst, den Arm dabei ausgestreckt gelassen und mir so das Schlüsselbein an zwei Stellen zerschmettert. Jedenfalls lässt sich so das riesige Hämatom und die abgeschürfte Stelle auf dem Handrücken erklären. Hätte ja nun wirklich nicht sein müssen. :hust:

    Ich hätte das Metall ja auch drin behalten, aber leider mussten sie mir aufgrund des ungünstigen OP-Feldes (zu dicht an der Schulterkante) eine Platte mit Haken einbauen, die über die Schulterkante hinaus geht. Und mit dieser Platte drin könnte ich den Arm nicht mehr über 90° heben, was irgendwie auch so gar keine Option ist. Daher komm ich wohl um die zweite OP nicht herum. Weißt ja, wenn man was macht, dann richtig.

    Deinem Steiß wünsch ich auch gute Besserung; dadrauf bin ich zum Glück noch nie geknallt, aber meine Mutter hat's mal geschafft und berichtet, dass es kaum was Gemeineres gibt.

    Aufgrund meiner Arbeit mit Angsthunden bin ich ja ein bekennender Fan von ausbruchssicheren Geschirren, allerdings immer in Kombination mit einem Zugstopp. Denn es gibt Momente, in denen ich den Hund doppelt sichern möchte, vor allem, wenn wir in unbekannte Situationen geraten könnten. Umsteigen am Osnabrücker HBF wäre da ein Beispiel.
    Allerdings gibt es auch Situationen, in denen ein Geschirr nicht geht. Mit gebrochenem Schlüsselbein ist es schier unmöglich, ein Geschirr anzulegen, und in dem Fall geht's nur mit (gut sitzendem = ausbruchssicheren) Zugstopp- Halsband raus.
    Außerdem bin ich immer dafür, dass der Hund beides kennt.
    Meine Schwarze ist vor über einem Jahr von einer anderen Hündin so arg vorn in den Hals gebissen worden, dass sie wochenlang kein Halsband tragen konnte. Gut, dass sie auch das Geschirr gewöhnt war. Andersrum gibt es sicher auch Verletzungen, die ein Geschirrtragen verhindern. In dem Fall ist es auch von Vorteil, wenn man den Hund nicht in der Notsituation noch ans Halsband gewöhnen muss.

    Danke, Gela, das ist lieb. Gut gegangen ist es, nur bin ich jetzt vorübergehend auf der rechten Seite flügellahm. Tut halt übelst weh das Ganze, aber Schmerzmittel sind schon was Schönes. Meine bemerkenswerten Krankenhausstorys kann man in den bemerkenswerten Sätzen nachlesen, laut der Oberärztin bin ich nun fürs Leben entstellt mit der Schlüsselbeinnarbe. :lol:
    Das Schlimmste ist, dass diese Narbe in drei Monaten noch mal aufgetrennt werden muss, um das Altmetall wieder rauszubasteln. Aber hey, ich hab ne Idee: Nach der nächsten OP schleich ich mich mit Sack und Pack und Viechern zu dir und lass mich wieder aufpäppeln. Man sieht ja, wie gut du darin bist. Da bin ich sicherlich schneller wieder auf den Beinen als allein. :p

    Keine Sorge, ich sag nichts weiter, die anderen Felltiere dürfen ruhig auch alle glauben, dass sie deine Liebsten sind. Mach ich im Tierheim ja nicht anders bei meinen Pfleglingen. :pfeif:

    Oh, (Halb)Schlafgeschichten, darf ich auch?
    Im Krankenhaus hatte ich ne echt coole Zimmergenossin, die war über 70, hatte Probleme mit der Hüfte und ne Klappe wie ne Kölner Marktschreierin. Wir waren der Lacher der Schwestern und hatten eine Menge Spaß.
    Unter Anderem kam es zu folgendem Wortwechsel:
    Nachbarin: Die wollen uns die Frau B aus dem Zimmer nehmen, die kommt in ne andere Station. Das geht doch nicht!
    Ich: Nee, da bin ich auch gegen. Die Frau B ist doch so nett.
    Frau B war auch dagegen, aber leider wurde sie dann verlegt. Nachbarin und ich also im kurzfristig nur noch zwei Betten umfassenden Zimmer, überlegen, wen man uns jetzt wohl dazustellt.
    Nachbarin: Mein Mann, der hat ne total fiese Tante, das ist ein echter Drachen. Wenn wir so jemanden kriegen, dann haben wir n großes Problem!
    Ich (noch bisschen beduselt von den Schmerzmitteln): Stimmt, das wär blöd. Ich kann nicht werfen, und Sie können nicht treten. Wie sollen wir uns die da erziehen?

    Das hat sie dann natürlich jeder Schwester erzählt; wie gesagt, wir hatten Spaß.

    Meine nette Nachbarin bekam jeden Abend eine Schlaftablette, weil sie wegen ihrer Hüfte niemals und auf gar keinen Fall aufstehen durfte und entsprechend natürlich nie müde war. Sobald sie ihre Pille eingeworfen hatte, wurde sie schnell gaaaaaaaanz merkwürdig. Im drogenumnebelten Wolkenland zwischen Wach und Schlaf begann sie, komische Sachen zu reden. Und wenn sie dann keine Antwort bekam, regte sie sich richtig auf und schreckte wieder hoch. Ich hatte schon in der ersten Nacht raus, dass man ihr besser antwortet. Die Antwort war egal, ich konnte also improvisieren. So kam es zu folgenden Dialogen:
    Nachbarin: Erich, wo bist du?
    Ich: Zu Hause.
    N: Ist noch ne Flasche im Keller?
    I: Ich glaub schon.
    N: Welche Ärzte machen gesunde Füße?
    I: Alle.
    Dann schlief sie auch regelmäßig mit Brille auf der Nase und Fernbedienung/Klingelknopf in der Hand ein, weshalb ich dann zu ihr rüberlaufen und sie für den Schlaf vorbereiten durfte, bevor sie vollends weggeduselt war.
    Ich trug in einer Nacht ein T-Shirt mit der Brückencrew von Star Trek - Original Series.
    N: Zeig mal deine Jungs.
    I: stell mich mit dem Shirt in Pose.
    N (zeigt auf Kirk): Der da ist hübsch. Der hat nen netten Blick. Magst du den?
    I (zeig auf Spock): Den find ich lustiger.
    N: Nee, der andere ist viel hübscher. Aber deiner ist der Chef.
    I: Nein, Ihrer ist der Chef. Das ist der Captain.
    N: Nee, kann nicht sein. Die wechseln sich immer ab mit Chef sein, und heute ist deiner dran.

    So ging das jede Nacht, und ich fand das immer so süß. Selbst schlafen, keine Chance, bevor die Nachbarin schlief.

    Meine Schwester, ihres Zeichens selbst Ärztin mit fiesem Humor, der nicht für die Öffentlichkeit gedacht ist, meinte ja, Oberärzte nähen nie selbst, das macht der Assi.
    Aber mal abgesehen davon, haben die sich wahrscheinlich eh nicht viel Mühe mit der Naht gegeben, weil in drei Monaten eh die Hakenplatte wieder raus muss. Lohnt wohl nicht, wenn's eh wieder aufgetrennt wird. :hilfe:
    Aber ich werd's überleben.
    Kikt1, danke, noch tut's gemein weh, aber ich werd's überleben.

    Ganz besonders bemerkenswert, wie manche Ärzte mit ihren Patienten umgehen.
    Meine Wenigkeit hat es am letzten Wochenende geschafft, durch den feindlichen Kontakt mit einer Nacktschnecke und dem glitschigen Waldboden nach dem Regen so steil auf die Nase zu fliegen, dass das Schlüsselbein zweifach gebrochen ist. Also ab ins Krankenhaus, unters Messer und wieder flicken lassen.
    Heute bei der Visite kam die Oberärztin mit. Der Ärztezirkus war noch nicht fertig mit einer Zimmergenossin, die in der Nacht noch aufs Zimmer gekommen war, und somit hat mir die Schwester erlaubt, nach dem Freilegen meiner Wunde mal eben ins Bad zu huschen und mir die Naht im Spiegel anzuschauen, damit ich endlich die Fragen meiner Freunde nach der Länge und der Anzahl der Stiche beantworten kann. Nach einem kurzen Blick in den Spiegel habe ich mich schon damit abgefunden, in Zukunft mit einer laaaaaangen Narbe am Schlüsselbein rumzulaufen. Finde ich jetzt nicht weiter tragisch, gibt schlimmeres.
    Nun wandte sich die Visite mir zu, die Oberärztin, die meinen Ausflug wohl mitbekommen hatte, meinte dann: "Also, eins sag ich Ihnen gleich, tief ausgeschnittene Kleider können Sie ab jetzt vergessen. Das ist bei uns Mädels ja schon in Problem mit ner Narbe an dieser Stelle."
    Ich: "Ach, ich find das nicht so schlimm."
    Ärztin: "Doch, wenn Sie jetzt z.B. auf ne Hochzeit gehen, können Sie kein schulterfreies Kleid mehr tragen, das sieht dann total hässlich aus." :headbash:
    Diese Dame ist offenbar doch besser im OP aufgehoben, wo die Patienten nicht hören, was sie so von sich gibt. Aufmunternd ist was anderes, und ich hab mich dann gefragt, was sie zu eitleren Mädels als mir sagt, die ob der Aussicht, ihren makellosen Körper verunstaltet zu finden, in echte Verzweiflung verfallen.