Beiträge von Sunti

    Gestern mal wieder eine Situation, in der ich froh war, dass Hund und ich allein waren.
    Wir gehen gemütlich einen Feldweg entlang, wo die Stationen des Kreuzweges nachgestellt sind. Der betreffende Hund kennt noch nicht alle Regeln bezüglich des Benimms an der Strecke.
    Ich trotte also meines Weges, ist ja warm, Hund trottet ebenfalls seiner Wege, da seh ich aus den Augenwinkeln, dass Hund das Bein an einem der von kleinen Hecken umgebenen Blumenbeete heben will, auf denen die geschnitzten Holzreliefs des Kreuzweges stehen. Völlig geistesabwesend pfeif ich ihn zurück mit den Worten: "Hey, weg da, Jesus wird nicht angepullert." :ops:

    Ich seh das wie Hummel und BuddyJoy (und einige andere, die ich jetzt irgendwie vergessen habe). Heute wieder erlebt.
    Tierhof, zwei neue Hündinnen da, kennen nicht viel, haben demnach auch kein Bisschen Benimm und müssen möglichst fix die Hausregeln kennen lernen, damit der Alltag läuft.
    Eine davon ist sehr unsicher, mit der geh ich erst mal nur positiv um, die andere ist ne kleine Radauschwester, die alles und jeden anspringt. Darf sie nicht. Also, Hund setzt zum Anspringen an, wird vorsichtig, aber bestimmt, runtergeschoben, kriegt ein "Nein, runter!" Das Ganze drei, viermal, Hund springt mich nicht mehr an. Wird zwar meiner Erfahrung nach bei meinem nächsten Besuch (und wahrscheinlich dem übernächsten) nochmal getestet, aber dann ist normalerweise Schicht mit anspringen. Klar, mit diesen Hunden arbeite ich zweimal die Woche und lebe nicht mit ihnen (obwohl, die eine... hach... :fondof: ), daher kann man das nicht vergleichen, aber wenn wir da versuchen würden, ohne Maßregelung auszukommen, hätten wir im täglichen Ablauf ein Problem. Und trotzdem wird da kein Tier geprügelt, gebrochen etc. Auch wenn es einigen schwer fällt, das zu glauben.

    Ich beneide Murphy. Hätte es zu gern auch kühl, aber meinen Standventilator (bin ich jetzt n Rabenfrauchen??) kann ich leider momentan nicht ohne Hilfe zusammenbasteln, weil ja noch flügellahm und so. Und die Hilfe muss am Wochenende arbeiten und hat keine Zeit, zum Schrauben zu kommen. :hot:

    Hmmm, mehr Dreck fällt hier nicht ins Gewicht, ich halte Rennmäuse, die ihre Einstreu gern als Wurfgeschoss benutzen. Und ob ich nun dauernd ein Zimmer oder zwei fege, ist auch irgendwie egal.

    Meinen Tagesablauf musste ich nicht großartig ändern, ich war nie so eine Partymaus, die abends oder über Nacht viel weggeblieben ist, und ansonsten gilt bis aufs Einkaufen: Wo ich bin, ist auch der Hund. An einigen Tagen in der Woche kann Hund mit zur Arbeit, an den anderen wird halt vormittags gelaufen, bevor ich los muss.
    Geld, das ich vorher für DVDs ausgegeben habe, steck ich jetzt nicht nur in Zeug für die Mäuse, sondern eben auch in Hundesachen.
    Früh aufstehen muss ich nicht, Hund und ich sind beide eher Eulen, letzte Runde kurz vorm Bettgehen, dann passt das schon.

    Ansonsten ist eigentlich alles wie vorher, denn ich hing schon zuvor zwei Tage die Woche im Tierheim rum und habe dort Hunde trainiert, also waren Hundeklamotten, Hundehaare auf den Klamotten, dreckige Schuhe und Leckerchen in allen Taschen sowieso Alltag. Ganz zu schweigen vom ganzen Hundezubehör, das ich allein für die Pfleglinge im Heim angeschafft und in meiner Wohnung gebunkert hatte.
    Okay, eigentlich hatte ich auch bloß ne etwas längere Pause in der Hundehaltung, weil ich im Studium schon einen Hund hatte, aber durch die vielen Pfleglinge und Urlaubs- bzw. Wochenendbetreuungshunde zu Hause ist es nicht gar so arg aufgefallen, als plötzlich ein eigener Hund hier wohnte. Was das Umfeld angeht: Einstimmiger Tenor: Wir wussten, dass es darauf hinausläuft. :hust:

    ... wenn du dank Schmerzmittel gerade soweit aufgebaut bist, dass du zur Arbeit kommst und dort einigermaßen beweglich bist (das Schlüsselbein heilt laaaaaaaangsam). Wenn du aber dann, statt dich hinterher mit dem Hund in den Park zu legen und faul zu sein, lieber zum Tierhof fährst und dort einen affenheißen Nachmittag damit verbringst, zwei Neuzugänge ans Geschirr zu gewöhnen und dann, weil du eben nur einen heilen Arm hast, zweimal ne Runde gehst, damit auch jeder der Neulinge mal ein wenig Freiheit schnuppern kann. Und wenn du hinterher, total verschwitzt und erledigt, mit deinem Hund am Bahnhof sitzt und zurückfahren willst und dort, anstatt die letzten paar Schlucke aus der Wasserflasche selbst zu trinken, sie dem erhitzten Hund über den Kopf gießt, damit er sich abkühlt. Heute passiert. Kein weiterer Kommentar.

    Lilifee, meine Tierärztin ist mitfühlend, sie zeigt es halt nur nicht jedem. Man kennt sie als rau, aber herzlich, und viele Leute gehen nicht gern zu ihr, weil sie auch mal deutliche Worte zum Wohl der Tiere findet. Wenn man einen Tierarzt sucht, der einem die Hand hält, ist man bei ihr falsch, aber wenn man einen möchte, der die Tiere wieder flott kriegt und im Ernst- und Notfall immer für sie da ist, dann ist sie die Richtige.
    Als meine Schwarze übel in den Hals gebissen worden war, kam sie am Samstag extra aus dem Wochenende zurück und versorgte die Wunde, weil Senta eben als Angsthündin nicht zu jedem Tierarzt hätte gehen können.
    Meine Bedenken, dass sie jetzt wieder generalisiert, alle Hunde sind böse, hat sie dann so ausgeräumt, dass sie mittags ne lange Runde mit ihrem Hund und Senta und mir gegangen ist. Wurde später nie wieder drüber gesprochen, aber genau das liebe ich an der Frau.

    Genug OT, zurück zum Thema.
    Wir haben ja momentan Vormittagsunterricht, weil die Schüler Ferien haben und am Nachmittag ganz sicher nicht den Freibadbesuch unterbrechen, um zur Nachhilfe zu kommen. Erfahrungsgemäß kommen die Kids dann aber alle etwas spät, weil Unterrichtsbeginn um zehn schon etwas zeitig ist. :hust:
    Heute kam einer der Jungs, die eigentlich nie rechtzeitig da sind und gern mal schwänzen, 15 Minuten zu früh. Ich frag ihn erfreut, ob er heute besonders motiviert sei.
    Seine Antwort, begleitet von einem entsetzten Blick: "Nein!!! Ich bin bloß versehentlich zu schnell gefahren."

    Zitat

    "Entschuldigung, kann Ich mal durch?" :hust:

    Sorry, ich wohne hier schon was länger und kenn das Klientel. Wenn man genau SIEHT, dass jemand mit Hund auf der Kreuzung entgegenkommt und es nicht für nötig hält, diesem auch nur 10 cm Platz zu machen (und die hätt ich auch ohne Hund gebraucht), dann nützt es bei diesen Kids leider nichts, höflich zu bitten. Zumal die Situation mitten auf der Straße, wo die Ampel schnell wieder rot wird und Autofahrer auch nur auf den Startschuss warten, eh zu kurz war, um da noch groß zu reden.

    Zitat

    Oh, nett Jenny, ich würd ihr ins Gesicht springen - durchs Telefon durch! :aufsmaul:

    Fast so gut wie eine alte Frau, die mal im Tierarzt Wartezimmer neben mir saß, als ich ganz aufgelöst weinend mit meiner Ratte da war zum einschläfern.
    Sie: warum weinst du denn??
    Ich: meine Ratte wird gleich eingeschläfert...
    Sie: ach Gott. Hör auf zu heulen, hier hast du 5 Euro, Kauf dir ne neue! Sehen doch eh alle gleich aus!

    Meine Tierärztin hat die Frau vor sämtlichen Kunden so dermaßen zur Schnecke gemacht..!

    Das hätt meine Tierärztin sein können. Sie steht Gefühlsausbrüchen von Tierbesitzern zwar immer skeptisch bis distanziert gegenüber, aber wenn diese sich gar nicht vermeiden lassen, wird ihr Beschützerinstinkt geweckt.

    Diese alte Frau ging ja mal gar nicht. Wie kann man nur SO gedankenlos sein?

    Hund und ich möchten die breite Straße an einer Ampelkreuzung überqueren. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen zwei Teenagerjungs mit Fahrrädern und jeweils einem kleinen Hund an der Leine. Den einen Hund kenn ich als recht aggressiven Pöbler. Ampel wird grün, wir marschieren los, Hund an kurzer Leine dicht bei mir. Die Jungs können anscheinend nicht hintereinander fahren, nö, sie verteilen sich mit ihren nicht gerade kurzen Leinen und den beiden Hunden plus Rädern quer über die gesamte Kreuzung. Rechts oder links an ihnen vorbei war somit unmöglich, nö, Hund und ich mussten mitten durch die Mitte, und der eine Kerl ließ seinen Hund auch noch näher kommen... Mitten auf der Kreuzung. Hund und ich sind dann weiter marschiert, aber das war schon etwas... knapp. Und wär der Bengel gestürzt, weil sein Hund ihn vom Rad holt beim Versuch, meinen zu futtern, wer wär Schuld gewesen? Die mit dem großen, schwarzen Hund.