Beiträge von Sunti

    Weil ich kein Auto habe, fahr ich immer mit Hund Zug. Auch längere Strecken. Und klar haben wir auch schon ein paar schlechte Erfahrungen gemacht, aber so höllisch, wie es einige hier darstellen, ist das Zugfahren mit Hund nun auch wieder nicht. Klar kann es passieren, dass es supereng wird, aber selbst da habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich der eine oder andere hundefreundliche Passagier dann mit mir so vor den Hund gestellt hat, dass dieser abgeschirmt war. Dauerverspätungen und stressige Umsteigesituationen können passieren, müssen aber nicht.
    Und gerade wenn man beim Zusammenstellen der Strecke ein bisschen aufpasst, kann sich der Hund zwischendurch während der Wartezeit auf den Anschlusszug die Beine vertreten und lösen. Ist er gestresst, kann ich ihn im Zug besser beruhigen als im Auto, wenn ich selbst fahren muss.

    An eurer Stelle würde ich einfach mal auf kurzen Strecken ausprobieren, wie der Hund so reagiert, und wenn er Bahnfahren okay findet, würde ich es wahrscheinlich tun.

    Spooky ist schon ziemlich wachsam, wenn im Dunklen Fremde auf uns zu kommen, da wär nix mehr mit schwanzwedelnd um den Ball rumtanzen. Da ist eher Fremden fixieren und ggf. beim Näherkommen verbellen angesagt - dann macht er seinem Namen alle Ehre. :D

    Wahrscheinlich hat der bloß bunte Formen gesehen. :headbash:
    Mir wird so was aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr passieren, mit 60 cm black/tan- Hovawartmix mit einem im Dunklen erwachenden Schutztrieb traut sich so fix keiner mehr in meine Nähe, wenn die Sonne untergeht. :D

    Hier ist es auch eher selbstverständlich, anderen um jeden Preis den Kontakt aufzwingen zu wollen.
    Ein einziges Mal habe ich mich "gerächt", habe das gemacht, was man nicht tun soll und was doch insgeheim mein kleiner, gemeiner Wunschtraum war.
    Ich hatte den Spinner gerade mal drei Wochen, von denen er die zweite wieder im Tierheim verbringen musste, weil ich einen Unfall gehabt hatte und am Schlüsselbein operiert werden musste.
    Also, ich kannte den Hund noch nicht ordentlich und war total gehandicapt, als mir ein Typ mit Terrier entgegenkam. Ich bat ihn, seinen Hund nicht ranzulassen, weil ich den Hund noch nicht einschätzen könne und meine Schulter frisch operiert sei. Und was tat er? Genau nix. Warf mir noch vor, man könne sich auch Angst bei Hundebegegnungen einreden (meiner war etwa viermal so groß wie seiner, aber wenn er meint...). Ergebnis: Ich stand mit einem ausflippenden Hund an der Leine da (der unbedingt zum Terrier hin wollte), um uns herum hüpfte der Terrier und kläffte und sprang, und ich hatte nur die linke Hand, um meinen zu halten. Der Typ fand es irre witzig.
    Ne knappe Woche später traf ich den Idioten wieder, dieses Mal mit seiner Frau und dem Hund. Von Weitem sah ich an seinem süffisanten Grinsen, dass er wieder nicht anleinen würde, und weil ich wirklich keine Lust hatte, meinen frisch geflickten Bruch wegen solch einem Deppen wieder aufgehen zu haben, hab ich einfach den Spinner mit den Worten "Geh, schnapp sie dir!" von der Leine gemacht. Dieser raste nun seinerseits auf den Terrier zu, wollte eindeutig spielen, aber halt auf seine ganz eigene Art. Terrier merkte, Mist, der ist ja frei und kann mir hinterher, kriegte Angst und rannte mit eingeklemmter Rute immer schön vorm Spinner her. So blass hab ich so schnell noch nie zwei Leute gleichzeitig werden sehen, und auf einmal konnten die Herrschaften ihren Hund rufen - der natürlich nicht kam. Ich ging einfach weiter, pfiff dann irgendwann und der Spinner kam mir hinterher. Billiger Triumph? Vielleicht. Aber wer eine sichtbar verletzte Frau (mit Arm in der Schlinge) nach ihrer Bitte, seinen Hund zu kontrollieren, im Regen stehen lässt, hat es nicht anders verdient. Seitdem leinen die übrigens schon von Weitem an, wenn sie uns sehen, obwohl Spinnerle sicherlich gern noch mal mit dem Terrier spielen würde. :roll:

    Mein Spinner hat Freitag eine mir flüchtig bekannte Hundephobikerin bekehrt. Sie hatte meine Schwarze geliebt, sich jedoch nie an Spooky rangetraut. Und dann hat er sie Freitag mit seinem herzerweichenden "hab mich lieb, ich bin ein Stofftier"- Blick dermaßen eingewickelt, dass sie ihn endlich gestreichelt hat. Und trotz ihrer leider völlig verkorksten Körpersprache (sie mag Hunde, hat aber leider diese große Angst und keine Ahnung) ist er nicht an ihr hochgesprungen, obwohl sie rein von der Haltung her eine offene Einladung ausgesprochen hat. Bin stolz auf mein Hundetier. :gut:

    Mein Spinnkopp ist beim Spielen ein Grobmotoriker, und als neulich ein wirklich winziger Miniminimini-JRT-Welpe (war zu früh von der Mutter weg, gerade mal sieben Wochen alt und so klein, dass der unter meinen Schuh gepasst hätte) auf ihn zu wackelte und spielen wollte, hab ich zum großen Unverständnis des Frauchens den Spinner nicht dran gelassen und sie gebeten, ihren Zwerg einzusammeln. Denn Spinnerle wollte zwar definitiv spielen, aber wenn der da mit der Pfote drauf haut, dann ist der Zwerg u.U. kaputt, im besten Fall hat er drei Tage Kreuzschmerzen. Da muss also nicht mal ein bissiges Monster kommen, es reicht ein junger, stürmischer Hund im Spielflash.

    So sieht's aus, Lilamonster. Denn wenn dem nicht so wäre, müsste jeder Hund, der es nicht duldet, dass ihm ein wildfremder Hund den Rüssel in den Enddarm steckt.

    Ganz gleich, was hier so an Definitionen reingeworfen wird, Beobachtungen stützen die Theorie der Individualdistanz bei Hunden, und wenn hie r die Frage laut wird, wieso das dem Hund selbst überlassen wird, während vieles Andere gelenkt wird, mag ich dazu auch was sagen: Weil der Hund sich damit wohl fühlt. Klar kann ich jeden Hund durch Maßregelung dazu zwingen, jeden anderen Hund dichter an sich ran zu lassen, als er sich wohl fühlt, aber das will ich gar nicht. Da ist mir das Wohlbefinden meines Hundes deutlich wichtiger als die Belange zufälliger Gassibekanntschaften.
    Mit wem er Körperkontakt haben will, entscheidet mein Hund, sonst keiner. Ausnahmen sind nötige Pflegemaßnahmen oder Tierarztuntersuchungen, das weiß der Hund allerdings ganz genau. Ich streichle meinen Hund nicht mal, wenn ihm das gerade unangenehm ist.

    Gestern waren wir weder im Wald noch auf dem Feld, die große Runde fand im Park statt. Nachts ging es noch kurz um den Block, und heute war alles wie immer: Morgengassi zum Zug und dann vom Bahnhof zum Tierhof, dann war ich mit dem Pflegepodenco/Boxer unterwegs, allerdings nicht durch den Wald, sondern durch die Siedlung. Pflegling und auch mein Spinner hatten die Schneeflausen im Kopf. Wenn es morgen nicht mehr so weht, werden wir mal gucken, ob der Wald noch steht.