Ja, mein Baby ist eine Kangaline, ein wunderschönes Mädchen mit dem tollsten Charakter, den man sich vorstellen kann. Vor einigen Jahren wurde sie mit 120 anderen bei einem Vermehrer aus desolaten Verhältnissen beschlagnahmt, daher rührt auch ihr extremes Angstproblem. Ich hab Monate gebraucht, bis sie das erste Mal aus ihrer Hütte rauskam, wenn ich bei ihr im Zwinger saß, und auch heute noch hat sie vor vielem Angst, aber ich hab es geschafft, dass sie mir blind vertraut. Wenn ich sage, es ist ungefährlich, werde ich schon Recht haben, meint sie.
Sie wird nicht mehr vermittelt, denn sie hat einen Großteil ihres Lebens auf dem Tierhof verbracht und ist dort aufgetaut, kennt die Menschen und Abläufe und fühlt sich dort wohl. Ich denke, wenn ich mal die Möglichkeit hätte, die entsprechende Wohngelegenheit, dann würde ich sie mitnehmen, weil wir zwei uns einfach heiß und innig lieben. Aber wenn nicht, bleibt sie.
Die Chancen für HSH sind ja wirklich nicht rosig, wir haben auch noch einen als Firmenwachhund angeschafften, total vernachlässigten Kaukasen, der auch ein Bleiberecht erworben hat, weil er sich wirklich aufgegeben hatte, als er bei uns ankam. Er fraß überhaupt nicht, nur ein paar Brocken Fleischwurst am Tag. Dann haben wir ihn über Kausticks und gekochtes Huhn langsam an normales Essen rangeführt, und nun ist er ein echt zufriedener Bursche geworden, aber das Risiko, ihn noch einmal zu entwurzeln und ihn daran womöglich zerbrechen zu sehen, wollte keiner eingehen.
Geeignete Interessenten sind allerdings auch sehr rar gesät, da hast du schon Recht.