Hatte ich vorhin auch. Wir warten auf den Zug, älterer Mann lockt den Hund an, Hund kommt, lässt sich streicheln, dann kommt die Frage: Beißt der?
Wenn ja, wär es in dem Moment wohl zu spät gewesen. ![]()
Beiträge von Sunti
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Gleichzeitig soll man aber glauben, dass man jeden Strassenhund "resozialisieren" kann (wieso eigentlich "re"? - von "wieder" kann kann keine Rede sein, es wird die erste "Zivilisationserfahrung" des Hunde sein!), solange man nur genug Ahnung hat. Und ein guter, toller, heldenhafter und selbstloser Mensch ist (und hier liegt der hase im pfeffer für mich, darum gehts).
Und genau da irrst du meiner Ansicht nach in mehreren Punkten.
1. kann man einen Hund, der nur Schlechtes erfahren hat, durchaus in jedem Alter resozialisieren - wenn das Individuum Hund dafür aufnahmefähig ist. Diese Fähigkeit jedem Hund, der älter als vier Monate ist, abzusprechen, finde ich ein wenig kurzsichtig. Meine Extremangsthündin war ca. acht oder neun, als ich anfing, mit ihr zu arbeiten. Sie kam von der Straße, wurde über eine Organisation, die unser deutsches Tierheim z.T. mitfinanziert hat, zu uns gebracht. Okay, darüber kann man streiten, aber wenn man die finanzielle Unterstützung braucht, nimmt man auch in wenigen ausgewählten Fällen die Auslandshunde auf. Die Hündin hatte Angst vor allem und jedem und kannte kein Geschirr, keine Leine, keine Kooperation mit Menschen. Ich habe 15 lange Monate im Tierheim mit ihr gearbeitet und sie im Anschluss an diese Zeit adoptiert. Sie hatte bei mir ein tolles Leben, lief ohne Leine, hatte nur noch vor ganz wenigen Sachen Angst (ranstürmende Tutnixe, die ich ihr durch Blocken vom Hals halten konnte, Feuerwerk und große Männer mit Vollbart - alles Dinge, vor denen ein gut sozialisierter "deutscher" Hund auch Angst haben kann) und begleitete mich problemlos in meinem Alltag. Und obwohl sie als angstaggressiv zu uns kam, hat sie niemals, seit sie in meiner Obhut war, irgendjemanden oder einen Hund gebissen. Trotz großer Hundedichte, trotz voller Bahnen, in denen wir fuhren.
2. gibt es auch innerhalb Deutschlands genug traumatisierte Hunde, so dass du nicht sagen kannst, es seien nur die Straßenhunde, die dieses Problem haben.
Beispiele gefällig? Gerne. Ein Hütehundmix, der einen Großteil seiner Jugend auf dem Dachboden verbrachte, bis er von Amts wegen dort rausgeholt wurde. Angstaggressiv, wenn man falsche Bewegungen machte, die erste Zeit stark ressourcenverteidigend.
Eine Schäferhundmix-Hündin, gerade zwei Jahre alt, die den Großteil ihres Lebens in einem dunklen Verschlag verbracht hat, bevor sie zu uns kam. Sie war völlig reizüberflutet, als wir unseren ersten Spaziergang machten, und auch heute, bei ihren neuen Besitzern, hat sie die Tendenz zur Angst.
Ein Dackelmix, der fünf Jahre lang bei einer sehr wohlmeinenden, liebenden Familie lebte, die allerdings nie mit ihm raus ging. Der Hund kannte nur sein Haus, seinen Garten, mit viel Glück seine Straße, immer an der Flexileine, und seine Familie. Fremde Menschen? Fehlanzeige. Dann wurde er lästig, kam zu uns und wollte jeden beißen, der in seine Nähe kam - aus absoluter Panik. denn er kannte ja nichts außerhalb seines Gartenzauns.
Das sind nur drei Beispiele, die ich in meiner Tierschutzarbeit schon gesehen habe, von Hunden, die genau hier in Deutschland mit schlechtem Start ins Tierheim kamen. Und es gibt mit Sicherheit noch viel schlimmere, die wir in unserem ländlichen Tierheim nicht gesehen haben. Gequälte, misshandelte, geschlagene, scharf gemachte Hunde. Man liest von ihnen in der Zeitung. Was macht man mit denen, wenn sie aufgrund der Behandlung durch den Menschen nach vorn gehen, weil sie keine andere Möglichkeit sehen? Einschläfern? Oder vielleicht doch von jemandem, der Ahnung hat, resozialisieren lassen?
3. Ich arbeite mit solchen Hunden, wenn sie bei uns auf dem Tierhof landen. Und ich bekomme kein Geld dafür. Warum ich das tue? Sicherlich nicht, weil ich ein "toller, heldenhafter und selbstloser Mensch" sein will. Ich mache das, weil es mir Spaß macht. Weil ich diese Arbeit gern tue und den Hunden die Chance auf einen Neuanfang geben mag. Weil es mir viel gibt, und zwar ganz bestimmt nicht die Anerkennung irgendwelcher Menschen, die mich nicht kennen - die wissen davon nämlich nichts. Ich mache es, weil ich mich für jeden Hund, der durch das, was er mit mir lernt, vermittelt werden kann, riesig freut, auch wenn ich ihm hinterherweine und er mir fehlt, wenn er weg ist. Weil ich selbst dabei sehr viel gelernt habe, über Hunde und auch über mich. Gutmenschentum ist mir fremd, und ich gehe einfach mal davon aus, dass es den meisten Menschen, die sich bewusst (sie WISSEN, worauf sie sich einlassen, wägen ab und entscheiden sich dennoch für den traumatisierten Hund - dennoch, nicht WEGEN des Traumas) für einen solchen Hund entscheiden, ebenso geht. Die Ausnahmen, die einfach mal nen Hund aus der Tötung haben wollen, weil es gerade chic ist, treffe ich persönlich jedenfalls selten.
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Je nachdem, um welche Uhrzeit sie gestern kastriert wurde, kann ich mir gut vorstellen, dass sie einfach noch zu umgeschossen ist, um was zu nehmen. Fressen darf sie eh erst heute wieder, Wasser soll man, laut meiner TÄ, immer zur Verfügung stellen, aber innerhalb der ersten 24 Stunden nach OP nicht einflößen, sondern den Hund selbst entscheiden lassen.
Wie geht's der Kranken denn heute morgen?
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Ich hoffe, ich kauf ihm morgen endlich ein neues Geweihstück. Vor Weihnachten waren sie ausverkauft.
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Ich mach jetzt nicht das Zitat im Zitat im Zitat, das wird zu unübersichtlich, aber auf zwei Sachen, die du, Conny, geschrieben hast, möchte ich noch kurz eingehen.
1. Nö, wir sind nicht immer im Zug, aber da wir drei- bis viermal die Woche zusammen pendeln (Tierheim, Büro, Heimatort), ist er mindestens dreimal die Woche im Zug. Und das heißt: morgens das Haus verlassen, Gassi, dann in die Bahn, abends wieder heim. Unpraktisch, da ein Geschirr mitzunehmen. Nicht, dass es jetzt noch nötig wäre, um den Kerl vom Schnuppern an Mitreisenden abzuhalten, aber da er das Halsband eh lieber mag als das Geschirr, behalten wir das einfach bei.
2. zum Thema strangulieren, wenn er sich rauswinden will. Wir begegnen alle paar Wochen mal einem Hund, der ihn so dermaßen aufregt, dass das ein Thema ist. Öfter zum Glück längst nicht mehr. Ein gut eingestelltes Zugstopp-Halsband sitzt so, dass es den Hund zu keiner Zeit würgt, aber dennoch ein Rausschlüpfen verhindert. Deshalb mag ich die Dinger ja so: Sie sitzen sehr locker am Hals, wenn kein Zug drauf ist. Der Stopp verhindert, dass das Halsband jemals zu eng wird und die Luft abschnürt.
Ach ja, mir fällt gerade noch ein dritter Punkt ein: Leinenimpuls. Wenn ich die Leine am Geschirr habe, dann berührt sie ja beim Impuls die Flanke, an der das Geschirr sitzt, auch wenn der Hund neben mir läuft. Der Geschirr-Ring sitzt ja am Rücken, die Leine den Hals berühren zu lassen, ist ziemlich schwer möglich. Und wenn die Leine das Geschirr antippt, ist der Impuls an den Hund nicht so deutlich.
Eine einigermaßen vorhandene Leinenführigkeit setze ich da jetzt übrigens voraus; ich habe das schon mit einer Menge Tierheimhunden geübt, sowohl am Halsband als auch am Geschirr, und habe keinen nennenswerten Unterschied im Tempo, mit dem der Hund es gelernt hat, in Relation zum angewendeten Hilfsmittel feststellen können. Für mich bleibt es somit eine Frage der Präferenz von Hund und Halter und der Umstände.
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Spooky war neulich mal wieder n Schäferhund.

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"Das ist doch ein Collimischling, was ist denn da noch drin?"
Collie? Hamilton ein Colliemix?
Externer Inhalt lh3.googleusercontent.comInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt."Ja, wegen der Nase. Die ist ja so lang."
Ah ja.. Nein, er ist und bleibt ein Whippet, nicht mehr und nicht weniger.Achja, Arren war übrigens letztens unglaublicherweise ein Corgi.
Ich muss geguckt haben wie ne Kuh wenns blitzt, denn der Herr fing dann an zu stottern das die Ohren ja so nach Corgi aussähen...
Er hat mir mein Lachen verziehen, nachdem ich erklärte das er ja meist für ein Pitbill gehalten wird, aber trotzdem auch kein Corgi ist sondern ein Mini Bullterrier.Wenn andere Leute wiederum Kurzhaarcollies mit Windhundmixen verwechseln, ist doch somit nur das Gleichgewicht wieder hergestellt, oder?
Arren als Corgi, ich lach mich schief. Wenn ich das Ödi erzähle...

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Und nun? Weil es einige Idioten falsch machen, verteufeln wir jetzt mal gleich wieder alle Halsbänder?
Auch Geschirre können aversiv sein, gerade eine Seite zuvor wurden ja die Anti-Zug-Geschirre genannt. Also sind Geschirre auch böse, weil es Leute gibt, die falsch sitzende Geschirre anwenden, weil es Anti-Zug-Geschirre gibt und weil auch Geschirre zu eng sitzen können? Diese Argumentation ist mir zu hoch. -
Pakwerk ist wohl eine "Expertin", ihre Beiträge lese ich mit Interesse.

Einige der Beschreibungen erinnern mich an meine Senta, wie sie zu Anfang war. Panisch, zwischen wegrennen und nach vorn gehen, Angstbeißerin, machte unter sich.
Für mich war das absolut machbar, gut, ich hatte den Vorteil, erst einmal im Tierheim eine Vertrauensbasis aufbauen zu können und sie dann mitzunehmen, als sie es psychisch geschafft hat, die Umgebung zu wechseln. Sie war nie ein Jedermannshund, aber sie konnte problemlos in meinem Alltag mitgehen, hat nie jemanden gebissen, seit ich mit ihr gearbeitet habe, und liebte ausgewählte Menschen und Hunde.Also, ja, ich denke, wenn es sich um Hunde handelt, die angstmotivierte Aggressionen zeigen, würde ich mir einige davon zutrauen. Es käme auf die Umstände an.
Hätte ich jetzt nicht den Spinner, würde ich sicherlich wieder einen Angsthund aufnehmen. So, wie die Dinge liegen, werde ich noch mindestens ein Jahr warten, und wenn der Spinnkopp dann "fertig" ist (blödes Wort, aber ihr wisst, was ich meine), würde ich gern wieder einen Angsthund zu mir nehmen, ggf. auch als Pflegestelle, um ihm Starthilfe zu geben. Allerdings glaube ich nicht, dass ich dazu im Ausland suchen müsste; in Deutschland gibt es sicherlich auch den einen oder anderen Kandidaten.
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Ich hab ne Pflegekangaline im Tierheim, mein Herzchen, mein Schattenhund. Freut mich zu lesen, dass es reibungslos geklappt hat mit der Einreise und Eingewöhnung. Ich hatte euch die Daumen gedrückt, und über Fotos würd ich mich freuen.
