Beiträge von l'eau

    Ich verstehe schon, dass Knurren zum aggressiven Verhalten gehört. Aber eigentlich ist es doch in vielen Fällen einfach nur eine Möglichkeit des Hundes "Nein" zu sagen.

    Gerade in einem Haushalt mit Kindern finde ich einen knurrenden Hund super. Das ist einfach den Kindern zu erklären: "Wenn der Hund knurrt, dann geht ihr weg/zu euren Eltern."

    Ein Hund wie Jin, der von sich aus wenig knurrt, ist viel schwieriger - wie soll man einem Kind (welches keine Ahnung von Hunden hat) erklären, dass es bei "dem Blick" auf Abstand gehen soll? Klar, evtl. in dem Moment, indem der Hund den Blick zeigt (jedenfalls wenn man sich sicher ist, dass der Hund nicht auslöst) - aber vorher?

    Interessanterweise wurde im TV auch gar nicht gezeigt, wie an den Knurr-Situationen gearbeitet wird - vielleicht, weil die Trainerin denen erklärt hat, dass sie diese einfach vermeiden sollen und dem Hund die Wegnahme von Futter/Ressourcen über Tauschgeschäfte beibringen soll?

    Zwar hat Rütter behauptet, der Welpe wäre sehr aggressiv - die Trainerin vor Ort hat das aber (erinnerlich) mit keinem Wort erwähnt.


    Und ganz ehrlich: im Gegensatz zu der Hundeschule, bei der die Leut waren (ja offensichtlich eine stark der Dominanztheorie anhängende und sehr aversiv arbeitende Schule), war die Rütter-Trainerin um Längen besser.

    Mich hat die Arbeitsagentur damals gezwungen, mich auf ungeeignete Stellen zu bewerben (entweder die Agentur oder meine Sachbearbeiterin haben nicht verstanden, dass Rechtsanwaltsfachangestellte und Notar- oder Steuerfachangestellte komplett verschiedene Berufe sind). Ich hätte den Arbeitgebern meine Bewerbungen gerne erspart - nur musste ich leider nachweisen, dass ich mich dort beworben hab. Obwohl ich mich parallel auf viele andre Stellen beworben hab :ka:

    Aber bei der Reichweite, die so eine Sendung hat, würde ich mich als Amtsveterinär persönlich herausgefordert fühlen, wenn ich so eine unprofessionelle Sch*iße in meinem Zuständigkeitsbereich im Fernsehen sehen würde.

    und woher soll der Amtsveterinär Ahnung vom Hundetraining haben?

    Ganz abgesehen davon, dass Amtsveterinäre schon durch ihre normale Tätigkeit herausgefordert genug sind und sich nicht auch noch zusätzliche Herausforderungen suchen müssen, um sich zu profilieren.

    Der Amtsveterinär ist für Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bzw. für die Einhaltung des Tierschutzgesetztes verantwortlich. Nicht dafür, irgendwelche Trainingsstandards (wer soll die überhaupt festgelegt haben?) zu überprüfen.

    Wenn nun Hans und Franz mit der Reizangel durch die Gegend fuchteln oder ihre Hund befutterbeuteln, bis der Arzt kommt - tja, das richtet keinen extrem großen Schaden an.

    Doch. Die Reizangel schädigt die Gelenke. Und wenn der Futterbeutel die einzige Nahrungsquelle für den Hund ist, fällt dieser auch unter Starkzwang.

    Ich finde positive Strafe per se nicht schlimm und setze sie auch selber ein. Nur in diesem Fall finde ich sie - von dem, was man im TV gesehen hat - übertrieben.

    Was mich am meisten an diesem Trainingsteil stört ist, dass die Trainerin mit dem Hund agiert und nicht die Halterin.

    Ich verstehe schon, dass manchmal der Trainer mit dem Hund was zeigen muss, aber mMn sollte das Training zum größten Teil durch den Halter erfolgen - der muss das ganze ja auch im Alltag umsetzen.

    Gut fand ich, dass die Trainerin immerhin zugegeben hat, dass sie den Trainereffekt auf ihrer Seite hat - was aber dem Halter nicht viel bringt. Wenn er die Übung nachstellt und der Hund ihn nicht für voll nimmt/daraus ein lustiges Spiel macht, dann nützt es dem Halter halt nichts zu wissen, dass es bei ihm wg. des nicht vorhandenen Trainereffekt nicht klappt, dann muss der Halter wissen, wie er reagieren muss.