Beiträge von l'eau

    Mh, meine Hunde dürfen nicht nur, sie sollen sogar aufm Sofa liegen. Bessere Wärmekissen gibt es nicht.

    In meinem Alltag gibt es keinen Grund den Zugang zu beschränken. Wenn sie auf meinem Sitzplatz liegen, setz ich mich entweder woanders hin oder sag ihnen, dass sie zur Seite rutschen sollen. Wenn ich das Sofa abziehen möchte, werden sie halt runter geschickt. Wenn ich es abstaubsaugen möchte, erledigt der Staubsauger das Runterschicken :pfeif:

    Wenn es kühler wird, möchte ich mit Pippa gerne einen Kurs besuchen... was für Junghunde oder auch Minis. Uffff, obwohl ich in soo vielen verschiedenen Hundeschulen und Vereinen trainiert habe mit Jasmin und vor allem Rex, habe ich jetzt das Gefühl, gar nicht zu wissen, wohin ich mit ihr am besten erstmal gehe :lol: Da sie ja eher vorsichtig ist, möchte ich halt um jeden Preis negative Erfahrungen im Kurs vermeiden. Und allzu weit fahren möchte ich mit der kleinen Laus auch noch nicht.

    Ich würde zu einem auf Unterordnung ausgelegten Junghundekurs raten, möglichst ohne Spiel zwischen den Hunden, der von einem begeisterten Hundesportler (Obedience o.ä.) geleitet wird. Die Hunde lernen dort zu lernen, dass es ganz viel Spaß macht mit seinem Menschen zusammen zu arbeiten sowie dabei die andren Hunde auszublenden. Diese Grundlagen kannst du nachher für praktisch jeden Hundesport verwenden. Oder auch einfach "nur" für den Alltag.

    Da heutzutage im Hundesport viel Wert auf freudig-motiviert arbeitende Hunde gelegt wird, dürfte sich die Gefahr von negativen Erfahrungen auch deutlich in Grenzen halten.

    Wenn Hunde dabei sind, die zu Pippa passen, kannst du dich ja nach dem Kurs mit ihnen zum Spielen verabreden (falls du das möchtest).

    Naja wenn es so falsch wäre wie ich es mache, würden meine Hunde ja bei jeder überforderenden Situation in sich reinhacken :ka:

    Steht doch nirgends, dass das falsch ist? Es ist halt ein andrer Weg. Welcher Weg "besser" ist, entscheidet jedes Mensch-Hund-Team individuell. Es geht gar nicht um besser oder schlechter. Es geht darum, was in dieser Situation für dieses Mensch-Hund-Team passend ist (wobei je nachdem mehrere Möglichkeiten passend sein können).

    z.B. führe ich Jin durch viele Hundebegegnungen, in dem ich sie damit voll säusele, wie brav sie ist und ggf. Kekse verteile (und möglichst den Abstand so wähle, dass Jin sich halbwegs wohl fühlt). Aber wenn Jin bei Sichtung eines Welpen die Ärmel hoch krempelt, gibt es einen durch Strafe konditionierten Abbruch (passiert sie dann brav, gibt's freilich auch Lob dafür) - weil Jins Motivation bei einem Welpen aus der Haut zu fahren eine andre ist, als warum sie bei vielen andren Hunden aus der Haut fährt.

    Weil was soll der Hund in Zukunft sonst tun? Das wird ja kaum die Stimmung vom Hund ändern.

    Man muss dem Hund nicht immer und für alles ein Alternativverhalten aufzeigen. Man kann dem Hund auch einfach mal sagen, dass er das, was er grad tut, lassen soll. Man kann dem Hund auch zugestehen, schlechte Laune zu haben - es gibt nur Grenzen, inwieweit er die schlechte Laune ausleben darf.

    Ich weiß, dass es ein Erziehungskonzept gibt, dass darauf beruht, dem Hund immer ein Alternativverhalten anzubieten/beizubringen, weil der Hund bei einem Verhaltensabbruch nicht wissen würde, was er stattdessen tun soll.

    Ehrlicherweise würde es mich allerdings eher erschrecken, wenn ein Hund, weil ich ihm Verhalten A verbiete, nicht wüsste, was er stattdessen tun kann. Da gibt es doch x Möglichkeiten. Natürlich, wenn ich stattdessen nur ein bestimmtes Verhalten sehen will, dann muss ich das dem Hund schon sagen, weil er sich sonst durch unnötig viele Möglichkeiten testet. Aber, wenn es mir relativ egal ist, was er stattdessen macht, dann reicht es, wenn man ihm sagt, was er unterlassen soll.

    Freilich hängt es auch immer davon ab, was man selber für ein Typ Mensch ist. Fällt einem das souveräne Grenzensetzen (auch Menschen gegenüber) eh schwer, so muss man sich andre Wege suchen.

    Ich kann Jin auch nicht verbieten, andre Hunde anzupöbeln und gehe daher den Weg, erwünschte Verhaltensweisen zu belohnen und Hundebegegnungen möglichst immer in einen für Jin bewältigbaren Rahmen zu legen. Was aber auch dazu führt, dass ich Jin mittlerweile durchaus in manchen Situationen das Pöbeln verbieten kann und das auch tu - es ist kein Grund einen andren Hund anzumaulen, nur weil er so schön nach Opfer aussieht.


    Spannend finde ich, dass sie mit Hündinnen insgesamt besser und harmonischer sind als mit Rüden.

    Ist bei Jin das gleiche (Sookie ist noch zu jung, um da was zu sagen; außerdem so naiv, dass sie trotz, dass sie nun ihre erste Läufigkeit hinter sich hat, noch nicht kapiert, wenn ein Rüde sie anflirtet). Mit fremden Hündinnen ist die Zusammenführung teils wahnsinnig unspektakulär, so dass die Besitzer gar nicht merken, dass Jin eigentlich ein Problem mit fremden Hunden hat. Bei Rüden ist die Zusammenführung etwas aufwendiger.

    Ich denke, es liegt wie bei deinen Mädels daran, dass sie von dem Abchecken und Flirten der Rüden genervt ist.

    Mich hats halt wirklich einfach auch extrem enttäuscht weil meine Hündin mit anderen Hunden eigentlich immer sozial war und ich mir da nie was gedacht hab bei ihr.

    Es gibt keinen Grund enttäuscht zu sein. Sozialsein bedeutet nicht, in einer rosa-roten Wattebauschwelt zu leben. Zu einem sozialen Gefüge gehören auch Konflikte. Heutzutage wird einem gerne suggeriert, dass soziale Hunde nur lieb miteinander sind. Wie auch wir Menschen, streiten sich Hunde aber auch mal. Derweil wir Menschen uns meist nur mit Worten streiten, geht's bei Hunden halt körperlicher zu.

    Was mir heut Nacht noch eingefallen ist: deine RR ist 4 Jahre alt? Nun, RR sind oft recht spät erwachsen - evtl. kann es auch einfach sein, dass sie nun erwachsen geworden ist und dadurch in manchen Verhaltensweisen ernster und manche Grenzen nun deutlicher setzt.

    Jagdtrieb hat sie schon aber für die Rasse find ichs jetzt bei ihr echt gut händelbar.

    Ich glaube, über Jagdverhalten brauchst du dir in diesem Zusammenhang keine Gedanken machen. Jagd bedeutet die Beute zu ergreifen, festzuhalten und ggf. zu töten. Ein RR kann einen Chi problemlos komplett mit dem Maul umfassen. Da gibt es keinen großen Kampf. Gerade die Lautstärke spricht auch für Maßregelung: es ist eine Menge "Show" dabei. Mit Beute braucht man nicht großartig zu kommunizieren.

    Also ich bin mir recht sicher, dass es eine Maßregelung war - meine große Hündin macht dabei auch viel Show (und nur selten Kratzer - selbst das Miststück von unerzogenem Windspiel, dass sie mehrfach attackiert hat, ist ohne einen Kratzer davon gekommen).

    Heißt aber nicht, dass nicht trotzdem etwas passieren kann. Sei es Unfall oder, dass der angegangene Hund sich zu wehren passiert und ein Kampf entsteht (freilich, bei dem Größenverhältnis nicht so wahrscheinlich) oder dass deine Hündin irgendwann heftiger zu langt, weil der Chi es einfach nicht kapieren will...

    Es ist schon wichtig, die Hunde gut zu beaufsichtigen, zu sichern, ggf. zu trennen.


    Dein Hund ist auch keinesfalls eine Bestie. Hunde bilden nunmal keinen Stuhlkreis sondern nutzen ihre 42 Argumente. Das ist ganz normales Verhalten. Wie bei uns Menschen gibt es halt unterschiedliche Charaktere. Manche bitten ewig nett und wieder andre fahren sofort aus der Haut. Die meisten befinden sich irgendwo im Mittelfeld.