Es sind Viele, weil es eben auch verdammt viele Hunde in Deutschland gibt. Im Verhältnis sind es dann doch wenige Prozent.
Eben. Es gibt in Deutschland 10,5 Mio Hunde (lt. ZZF). Wie viele davon sind denn tatsächlich so gefährlich, dass sie nicht in Haushalten leben können? Irgendwer hier im Thread nannte 0,3 %. Das wären 4.500 Hunde. Kommt mir ziemlich hoch vor, mag aber stimmen. Der Punkt ist allerdings: wegen 0,3 % Hunde bzw. 0,3 % von absolut unfähigen Hundehaltern sollen 99,7 % aller Hundehalter durch die Kosten (sowohl Geld, als auch Zeit und Nerven) eines Hundeführerscheins bestraft werden?
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Hundeführerschein irgendwas sinnvolles bringen soll. Beim Autoführerschein lernt man auch, dass man beim Abbiegen, Spurwechsel usw. zu blinken hat. Trotzdem gibt es eine gar nicht so kleine Anzahl an Autofahrern, welche bewusst nicht (in allen Situationen) blinken. Beim Autoführerschein lernt man, dass man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten hat. Trotzdem gibt es eine ziemlich große Anzahl an Autofahrern die grundsätzlich zu schnell fahren.
Also wo bitte soll ein Hundeführerschein irgendwas bringen? Außer freilich Einnahmen für abnehmende Stellen und den Staat.
Ganz abgesehen davon, dass es ziemlich schwierig wird, einen wirklich fälschungssicheren Hundeführerschein (also das Dokument) zu erschaffen. Denn woher soll die Gemeindemitarbeiterin aus Grafenwöhr wissen, wie der Hundeführerschein aus Oberammergau auszusehen hat? Freilich, man könnte ein Dokument wie den Führerschein erschaffen - was aber immense Kosten im Vorfeld verursachen würde. Gelder, die unser Staat an andrer Stelle sicher sinnvoller einsetzen könnte.
Außerdem ist beim Thema Hund, weil es sich hier um ein Lebewesen mit sehr verschiedenen Eigenschaften handelt und nicht um eine dagegen relativ einfache StVO, ziemlich schwer einen Test zu machen, der alle Möglichkeiten von Erziehung und Entfaltung des Hundes abdeckt.
Mal das Beispiel Leinenführigkeit: für den einen bedeutet das, dass der Hund an durchhängender Leine mehr oder weniger neben seinem Menschen läuft. Für den andren bedeutet das, dass der Hund sich im Leinenradius auf der ihm zugewiesenen Seite bewegt. Für wieder jemand anderes bedeutet das, dass der Hund sich Im Leinenradius frei bewegen kann, schnüffeln, pinkeln und markieren darf. Für wieder jemand anderes bedeutet das, dass der Hund sich halt mehr oder weniger im Leinenradius befindet und nur gelegentlich leichter bis mäßiger Zug auf die Leine kommt, der Hund sich dann selbst oder durch Ansprache korrigiert. Das ist viel komplexer als "innerörtlich sind maximal Tempo 50 erlaubt, außer es gibt anderslautende Beschilderung".