ZitatWenn er den anderen Hund sieht, steht er erstmal da, stocksteif mit aufgestellten Ohren. Ich lass ihn sitzen und nehme die Leine schon mal so, dass ich auf ein Lossprinten reagieren kann.
Ich nehme an (entschuldigung falls ich falsch liege), du nimmst die Leine kürzer und hälst dich verkrampft mit beiden Händen schonmal fest. Dabei wird deine ganze Körperhaltung und Ausstrahlung, ob du willst oder nicht, ANDERS. Angespannt, "Gefahr!" -> das ist auch das, was bei deinem Hund ankommt. Du regst dich auf, also wird das wohl nen Grund haben...
Ist jetzt nur meine Interpretation. Wenn das so stimmt, ist da schonmal ein Problem gefunden.
Ich habe anfangs auch, als Shira noch auf jeden Hund losgesprintet ist, total verkrampft ohne es wirklich zu merken. Erst als mich jemand darauf aufmerksam machte, habe ich gemerkt, dass ich angespannt war. Das hat Shira noch mehr aufgestachelt. Ich habe dann aktiv darauf geachtet, gelassen bzw GARNICHT zu reagieren, woanders hin zu schauen, Schultern hängen lassen, tief durchatmen, ... Eine ruhige Ausstrahlung übertrug sich sofort auf Shira und sie fuhr zumindest einen halben Gang runter. Das war schonmal ein Anfang.
Ansonsten kann ich nur sagen, wie ich daran gearbeitet habe:
- nichts aussergewöhnliches machen, auch kein absitzen (Absitzen = "warte, dann leine ich ab", zumindest bei uns)
- völlig ruhig an kurzer Leine vorbeigehen, egal wiesehr Jungrocker zerrt, notfalls aufm Arsch hinterherziehen
- SOFORT loben, egal ob mit Worten oder Leckerchen, sobald Hundi sich wieder abwendet / zu mir schaut: SUPER!!
- später dann: ZEIGEN UND BENENNEN!!! Hat bei uns einfach super funktioniert
-> Voraussetzung: Hund kennt die bedeutung des Klickers
-> Voraussetzung2: GEDULD! Ich hab die ersten 2-3 Wochen quasi leer Geclickert, also shira hat es zwar irgendwo in einem ausgeschalteten Teil ihres Hirns wahrgenommen, aber war zu abgelenkt um darauf zu reagieren. Nach und nach haben dann die Ohren sichtlich reagiert, dann der Kopf kurz gezuckt, dann konnte sie sich ne millisekunde abwenden... JEDE Reaktion = wieder clicken. Im Moment sind wir im Stadium, wo ich erst den Blick zum anderen Hund clicke und dann ihr sofortiges Umorientieren. Manchmal klappts, manchmal nicht. Nicht schlimm ![]()
Bei uns hat dieser Aufbau riesen Erfolge erbracht. Statt schreiend an die Decke zu gehen vor Freude, läuft sie langsam weiter oder setzt sich hin, schaut zum Hund, dann zu mir, ... Lässt sich mit Futterbrocken manchmal auch ganz locker dran vorbeiführen.
Heute konnten wir sogar einige Minuten (an der Leine) neben einem fremden, angeleinten Hund entspannt laufen, sie nah neben mir und oft Blickkontakt und Bestätigung suchend. Ich glaube, bei uns hat das Training auch stark die orientierung an mir und die Zusammenarbeit gestärkt.