Ich wollte hier einfach mal nen kurzen Zwischenstand bei uns abgeben.
Ich merke wirklich, dass Shira mit gut 14 Monaten langsam anfängt sich weniger wie ein durchgeknallter Flummi zu benehmen. Weis garnicht, wie man das beschreiben soll, woran ich das merke...
Sie flippt immer weniger aus. Vor nem halben Jahr wäre es unmöglich gewesen mit ihr quer über ein offenes Feld zu laufen, ohne dass sie hirnlos drauf los fetzt und nichtmehr ansprechbar in irgendeinem Rennflash verschwindet.
Mitlerweile können wir locker durch die leeren Äcker laufen, sie bleibt sehr viel auf dem Weg, "Rennflashs" sind sehr selten geworden, oft genug sehe ich schon kurz vorher was gleich passiert und kann sie durch Abruf oder eine Spielaufforderung wieder in die Realität holen.
Generell lässt sie sich mitlerweile super motivieren, mit mir zu arbeiten. Nicht im Sinne von Hundeplatz-Arbeit, sondern eben generelle Kleinigkeiten. Die Tipps von der Trainerin, zu schauen was SIE mag und das mit ihr gemeinsa zu machen, war wirklich Gold wert. Seit ich ihr Rennen, Buddeln und Schnüffeln/Suchen aktiv erlaube und diese Sachen auch mit ihr zusammen mache ist sie wirklich völlig anders. Selten "Ich mach was ich will!", mehr "was machen WIR denn?", und es macht auchnoch richtig Spaß mit dem Monster zusammen ein zuvor eingebuddeltes Leckerchen auszugraben 
Ich hab auch das Gefühl, ich bin in den letzten Monaten viel viel entspannter geworden. "Früher" habe ich sofort nen Anfall bekommen, wenn sie weiter als 10 Meter weglief oder sich mal festschnüffelte oder oder oder... Heute bin ich da viel cooler und freu mich, wieviel Spaß sie beim herumschnuppern und Fetzen hat.
Ein großer Punkt, dass es jetzt bergauf geht, ist meiner Meinung nach, dass wir die Schleppleine nichtmehr benutzen. Das Teil hat uns beide genervt und deprimiert, Shira war in einem Radius eingeschlossen der für sie einfach viel zu klein ist, ich war gereizt wegen der Zieherei und dem Leinenchaos. Zudem habe ich ihr überhaupt nichtmehr vertraut... 
Seit die Schlepp ab ist, ist sie wirklich wie ausgewechselt. Sie sucht von selbst den Kontakt zu mir, nimmt sich auch mal einen größeren Radius, der für sie angenehm ist, bleibt aber aufmerksam.
Ein wirklich -für mich beeindruckendes- Erlebnis Anfang der Woche: Wir sind in der Dämmerung losgezogen, eigentlich nur ne kurze Pipirunde angedacht, haben zufällig eine bekannte HH getroffen, der Rüde findet Shira ziemlich nervig und gibt ihr das auch immer laut zu verstehen.
Wir sind dann noch ein gutes Stück zusammen gelaufen, nach ein paar kräftigen Ansagen hat Shira den Rüden auch soweit in Ruhe gelassen, irgendwie haben wir uns verquatscht...und es fing an zu regnen wie aus eimern.
2 Frauen und 2 Hunde stehen im STOCKdunkeln und bei Dauerregen auf dem Feld 
Ich hatte wirklch Angst, dass Shira mir abhanden kommt, Hund war ja nurnoch ein grüner (Leuchti-)Fleck irgendwo um uns herum...
Der rüde lief ständig etliche hundert Meter voraus, war oft kaumnoch in Sichtweite. Shira hat ab einem bestimmten Radius immer wieder umgedreht und ist ohne Aufforderung zu mir gekommen, "alles okay!" und sie ging wieder, "bei mir" und sie blieb.
Klingt vielleicht banal, aber im hab echt im Laufe des Heimwegs gemerkt, wie sehr sie doch auf mich achtet und dass sie garnicht so schlimm ist wie ich immer denke :)
Was auch super klappt, sind die Abende wo sie mit meiner Mutter in der Gaststätte ist. Sie liegt meist auf ihrer Decke, egal wieviele Leute drumherum laufen, egal ob Karaoke ist oder sonst irgendeine "lautere" Aktion, sie ist einfach immer nett, fröhlich und entspannt. Sie hat auch schon lange niemanden mehr angebellt, meine Mutter lernt so langsam auch, sie besser zu lesen und runterzuholen, wenn sie doch mal Nervenflattern bekommt (Leute mit Mantel/Mütze/whatever, was heute grad mal komisch ist).
Kurzgefasst: Ich in im Moment echt glücklich mit der Pestbeule und will sie wirklich nichtmehr missen. Von "gut erzogen" sind wir zwar weit entfernt, aber so wie jetzt ists echt absolut okay! Ich bibbere nur vor dem nächsten Einbruch......