Beiträge von Icephoenix

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    Oder man erwartet von einem Rudeltier völlig selbstverständlich, dass es 8 - 10 Stunden zu Hause auf seinen Besitzer wartet.

    Welpen dürfen sich nur noch geplant 3 mal täglich 20 Minuten bewegen. Den Rest der Zeit sollen sie in der Wohnung ruhig sein, sich nicht bewegen, nichts zerkauen.

    ...und nimms mir bitte nicht übel, wenn ich dazu nun nochmal ein bisschen sarkastisch werde:

    Man erwartet auch von jedem "normalen" Menschen, dass er 8h am Tag arbeiten geht, ob er das will oder nicht und ob er Spaß an der Arbeit und an den gezwungenen sozialen Kontakten hat - machen muss mans eben trotzdem, um in der Gesellschaft klar zu kommen.

    Und dazu sitzen viele Menschen, die sich lieber bewegen würden, 8h am Tag auf einem Stuhl herum und dürfen da mehr oder weniger auch nix anderes machen.

    Natürlich ist das jetzt absichtlich überzogen, aber das ist nunmal so. Und so wie wir Halter uns eben an die Gegebenheiten anpassen müssen, müssen da leider nunmal auch die Hunde nachziehen. Schöner könnts sein, ist's aber nunmal leider nicht.

    Und trotz 8h arbeiten, Arsch-plattsitzen und Unmut haben wir Menschen doch meist trotzdem noch ein entspannendes, geliebtes Privatleben mit Hobbys, Familie, ... Genauso haben auch Hunde, wenn sie auch mal still halten müssen, ja ihre Zeit mit dem Halter und ihre wie-auch-immer-geartete andere 'Freizeit'.

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    Auf die Idee, die Küchentüre beim Kochen bzw. anschl. zuzumachen kam leider niemand.

    :lachtot:

    Danke, schön geschrieben!

    Also...blöd gesagt ist bei uns Küchentür zumachen sowohl eine bekannte, als auch gleichermaßen unnötige Maßnahme, da meine Hündin - durch wiederholtes Lernen - nicht in die Küche geht, ohne dazu aufgefordert zu werden. Und Kommando "raus" kennt sie auch.

    Und in der von dir beschriebenen Situation gibts von mir tatsächlich nen scharfen Anschiss - und ja, das IST dann negative Verstärkung, wenn man wieder auf Lerntheorie gehen will! Sie tut was und bekommt was negatives dafür Ganz einfach, ganz intuitiv, ganz alltäglich - und auch für nen normalen Hund kein Grund, zusammen zu brechen.
    Und natürlich ist das teil einer Konditionierung: Klauen = Ärger. Und die ist gut, schnell, klar und völlig okay so.

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    ADHS ist eine psychische Störung, die ganz bestimmt nicht behoben wird, indem man das Kind festbindet oder in einen Käfig sperrt.
    Aber dieses Beispiel verdeutlicht die Probleme der heutigen Zeit.
    Man kann durchaus einen Vergleich ziehen zwischen Kindern und Hunden, die angeblich hyperaktiv sind.

    Bubuka, ich hatte noch überlegt ob ich das ADHS Beispiel weg lassen oder noch irgendwie kommentieren soll, weil ich genau solche -berechtigten- Einwände schon erwartet hatte. Ich habe es einfach als leicht verständliche Übertragungsarbeit so stehen lassen.

    Ich möchte hier nicht zu sehr aufs Privatleben gehen, aber glaub mir, ich WEIS was ADHS ist aus sehr persönlicher sowie familiärer Erfahrung und natürlich bindet man ADHS kinder nicht am Stuhl fest.
    Worum es mir bei dem Beispiel ging: In beiden Fällen ist es dem Individuum nicht möglich, von selbst zur Ruhe zu kommen und geistige sowie körperliche Grenzen mit der entsprechenden Ruhe zu bewältigen.

    Und in beiden Fällen müssen Lösungswege und LERNwege angeknüpft werden, um diese Fähigkeit zur Ruhe und Konzentration aufzubauen.

    (Ein kurzes Beispiel meiner Hündin, damals 16 Wochen alt: Ein Spaziergang mit einem gleichalten Hund. Der Andere legte sich, als der Müde wurde, zu Füßen des Halters hin und schlief ein. Meine Hündin war natürlich genauso müde, aber mit der Gesamtsituation so überfordert und hochgepusht, dass sie stattdessen laut bellend und quietschend um uns rum rannte. Erschöpft waren beide - nur die Lösungsstrategie, die der Hund von sich aus anbot, war eine andere! Das lag nicht da ran, dass meine hündin "gestört" wäre, sondern schlicht daran, dass ihr Nervenkostüm in dem Alter ein ganz anderes war als das des anderen Welpen. Andere Rasse, andere Erfahrungen, andere Persönlichkeit...)

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    Hunde werden mit Reizen überflutet, damit sie schon mit 8 Wochen an der Leine laufen, möglichst auf alles geprägt sind. Sie müssen zum täglichen Gassigang eine 6-spurige Straße überqueren oder an der Straßenbahn vorbei.

    Was die Reizüberflutung und geistige Überforderung sowie die zu hoch gesteckten Erwartungen angeht: Da geht's dem Hund doch wie dem Menschen! Heutzutage, mit Marktschaft, Jobsuche, Kompetenzenerwartungen und vor allem in Großstädten leiden die Menschen ebenfalls an Reizüberflutung und müssen lernen (von selbst oder von aussen angeleitet) damit klar zu kommen, eine gewisse Ruhe und geistige Ordnung zu bewahren und sich nicht von jeder der tausenden Kleinigkeiten, die täglich auf uns einprasseln, aus der Bahn werfen und 'aufregen' zu lassen.

    Klar werden mehr Hunde in Großstädten gehalten - es gibt auch einfach immer mehr solche Ballungsräume und immer mehr Menschen leben in ihnen und müssen sich innerhalb dieser riesigen Strukturen ein eigenes Leben einbauen.

    Dass Hunde anders gehalten, anders erzogen werden und andere Dinge von ihnen erwartet werden (berechtigt oder überzogen - darüber kann man natürlich diskutieren) ist also kein Problem, das vom Halter an sich und als individuum ausgeht, sondern ganz klar ein Ergebnis der UMSTÄNDE der Halter und eine Problematik (oder Weiterentwicklung, je nach Blickwinkel) der gesamten Gesellschaft, in der wir leben.

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    Keine Angst, ich lese die ganze Zeit mit ;) - allerdings geht es ja eigentlich nicht mehr um das eigentliche Thema, und ich habe keine Lust mich für meine Bekannten zu "rechtfertigen" oder dergleichen.

    Und wenn dann so Sätze kommen, dass es absolut nicht geht, dass ein Hund 3 x täglich "immer die gleiche Runde" läuft, man ihn nicht erzieht oder mit ihm spielt usw. ist es mir einfach zu blöd... :D Man könnte ja fragen, wie die Gegebenheiten sind und sich nicht einfach was ausdenken und daraus seine Schlüsse ziehen...

    Tja, da muss ich aus erfahrung leider mal sagen: so ist das hier im Forum. Keiner Fragt - jeder macht sich sein eigenes bild - alle machen mit.
    (Ausnahmen bestätigen die Regel, aber im Gesamtbild kommts leider so rüber.)

    ICH finde 1 1/2 Stunden Bespaßung am Tag (auch mal weniger, auch gern mal mehr) + einfach DABEI sein mit der Familie absolut ausreichend.
    Eine passende Rasse dazu fällt mir jetzt nicht direkt ein, nur zumindest mit diesen Voraussetzungen kenne ich viele Labradore und einige Berner Sennenhunde, wobei die Berner ja dann doch schon eher groß sind statt Mittelgroß.

    Ansonsten: In tierheimen sitzen sooo viele verschiedene Hunde, da findet man sicher auch was passendes :)

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    Aber es interessiert mich auch ganz allgemein. Warum und wie muß man denen Ruhe beibringen?
    kann mich jemand aufklären?

    Bei Hunden, die von selbst Ruhe halten, muss man das natürlich nicht erst üben.
    Ich denke, das bezieht sich auf Hunde, die von sich aus total hibbelig sind, überdreht, hyperaktiv oder sonstwas - und ohne gezieltes Training keine Sekunde still halten können.

    Meine Hündin ist so eine... die konnte als Welpe und Junghund keiiiine Sekunde still halten, ist uns immer hinterher oder einfach ruhelos durch die Wohnung, hats echt nicht hinbekommen, mal aus eigener Kraft zu entspannen oder sich zu langweilen (was ja einfach mal normal ist in nem normalen Haushalt, wo menschen anderes zutun haben als den Hund 24/7 zu belustigen).

    Die musste erst lernen, wie man Ruhe hält und entspannt ist!
    Bei uns war`s das Deckentraining, also immer wieder auf ihre Decke schicken oder -ja böse- auch mal da anbinden bis ihr so langweilig wurde, dass sie einfach mal geschlafen hat und nicht dauernd völlig am hibbeln war.
    Auch spielen drinnen haben wir lang unterbunden, weil sie sonst richtig aufgedreht ist und nicht mehr runter kam.

    Wie bei nem ADHS-Kind, dass erst mal lernen muss, dass man sich auch mal ruhig hinsetzen und sich entspannt beschäftigen kann, statt nur rum zu hibbeln. Ums mal bildlich zu beschreiben.

    Und "NIE ruhe halten" und "5 minuten haben und spinnen" sind natürlich ein himmelweiter unterschied! An letzterem seh ich auch absolut kein Problem :)

    Nachtrag:

    Mein erster Eigenbau aus einem Regal:

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    Der letzte und größte Eigenbau, mit den angesprochenen Dreckleisten (Einrichtung damals nur fürs foto rein, mit voller einrichtung find ich grade nix...)

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    als futter hatte ich damals (hach, 5 jahre her) auch immer Rattima. keine ahnung wie die Qualität heute ist.

    Sorry dann hab ich das beim flott drüberlesen falsch verstanden und nehme alles zurück!
    Wollte nur vorbeugen, gibt ja genug Leute die dann ganze Abteile oder den gesamten Käfig mit Plexi verkleiden :ugly:

    Zur Sauberkeit hatte ich bei nem späteren Schrank (muss mal bilder suchen) an die vorderen Kanten der Etagen Holz-Fußleisten angebracht mit draufgeklebten Alu-Winkeln zum Knabberschutz. Fällt weniger dreck raus :D

    Ich hatte ja auch jahrelang ratten... vielleicht ziehen nächstes Jahr nach dem Umzug wieder welche ein :liebhab:

    1. Von allem, was mit Plexiglas ist, rate ich scharf ab! Der Rattenurin riecht streng, mit Plexiglas abgeschlossene Käfige verstärken den Effekt und das geht sehr zu Lasten der Atemwege!

    2. Ich hatte nach vielen Fehlschlägen mit Gitterkäfigen irgendwann nurnoch eigenbauten. Hab sogar meinen (kleinen) Schrank inkl anleitung gefunden: http://www.rattenecke.com/selbstbau_2.html - das Internet vergisst nie und so ;) In dem Schrank lebten 4 große Böcke.

    3. Inneneinrichtung bei Rattis ist echt einfach und kreativ, siehe die Bilder in dem Link :) Bei Ikea kann man sich dumm und dusselig kaufen an kleinscheiss, den man mit etwas Basteln super zweckentfremden kann, z.b. Weinregale als Klettermöglichkeiten. Im Baumarkt hab ich zudem mal Drainagerohr (heißt das so?) gekauft, also quasi blaue Plastik-Abflussrohre und die mit Kabelbinder und Seilen im Käfig befestigt zum klettern.

    Kaskadendöme find ich persönlich echt furchtbar. Total überteuert, hässlich wie die Nacht (sorry, bäh!) und die höhe sowie die Flexibilität bzw. fehlende Flexibilität der Etagen haben mich immer Abstand halten lassen. Einen Schrank mit versetzbaren und austauschbaren etagen würde ich jederzeit vorziehen.

    Ich hatte immer eine Etage OHNE Durchgangsmöglichkeiten auf Vorrat, damit kann man so nen Eigenbau innerhalb von 2 Minuten in 2 Abteile auftrennen um z.b. kranke tiere abgetrennt unter zu bringen.