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ADHS ist eine psychische Störung, die ganz bestimmt nicht behoben wird, indem man das Kind festbindet oder in einen Käfig sperrt.
Aber dieses Beispiel verdeutlicht die Probleme der heutigen Zeit.
Man kann durchaus einen Vergleich ziehen zwischen Kindern und Hunden, die angeblich hyperaktiv sind.
Bubuka, ich hatte noch überlegt ob ich das ADHS Beispiel weg lassen oder noch irgendwie kommentieren soll, weil ich genau solche -berechtigten- Einwände schon erwartet hatte. Ich habe es einfach als leicht verständliche Übertragungsarbeit so stehen lassen.
Ich möchte hier nicht zu sehr aufs Privatleben gehen, aber glaub mir, ich WEIS was ADHS ist aus sehr persönlicher sowie familiärer Erfahrung und natürlich bindet man ADHS kinder nicht am Stuhl fest.
Worum es mir bei dem Beispiel ging: In beiden Fällen ist es dem Individuum nicht möglich, von selbst zur Ruhe zu kommen und geistige sowie körperliche Grenzen mit der entsprechenden Ruhe zu bewältigen.
Und in beiden Fällen müssen Lösungswege und LERNwege angeknüpft werden, um diese Fähigkeit zur Ruhe und Konzentration aufzubauen.
(Ein kurzes Beispiel meiner Hündin, damals 16 Wochen alt: Ein Spaziergang mit einem gleichalten Hund. Der Andere legte sich, als der Müde wurde, zu Füßen des Halters hin und schlief ein. Meine Hündin war natürlich genauso müde, aber mit der Gesamtsituation so überfordert und hochgepusht, dass sie stattdessen laut bellend und quietschend um uns rum rannte. Erschöpft waren beide - nur die Lösungsstrategie, die der Hund von sich aus anbot, war eine andere! Das lag nicht da ran, dass meine hündin "gestört" wäre, sondern schlicht daran, dass ihr Nervenkostüm in dem Alter ein ganz anderes war als das des anderen Welpen. Andere Rasse, andere Erfahrungen, andere Persönlichkeit...)
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Hunde werden mit Reizen überflutet, damit sie schon mit 8 Wochen an der Leine laufen, möglichst auf alles geprägt sind. Sie müssen zum täglichen Gassigang eine 6-spurige Straße überqueren oder an der Straßenbahn vorbei.
Was die Reizüberflutung und geistige Überforderung sowie die zu hoch gesteckten Erwartungen angeht: Da geht's dem Hund doch wie dem Menschen! Heutzutage, mit Marktschaft, Jobsuche, Kompetenzenerwartungen und vor allem in Großstädten leiden die Menschen ebenfalls an Reizüberflutung und müssen lernen (von selbst oder von aussen angeleitet) damit klar zu kommen, eine gewisse Ruhe und geistige Ordnung zu bewahren und sich nicht von jeder der tausenden Kleinigkeiten, die täglich auf uns einprasseln, aus der Bahn werfen und 'aufregen' zu lassen.
Klar werden mehr Hunde in Großstädten gehalten - es gibt auch einfach immer mehr solche Ballungsräume und immer mehr Menschen leben in ihnen und müssen sich innerhalb dieser riesigen Strukturen ein eigenes Leben einbauen.
Dass Hunde anders gehalten, anders erzogen werden und andere Dinge von ihnen erwartet werden (berechtigt oder überzogen - darüber kann man natürlich diskutieren) ist also kein Problem, das vom Halter an sich und als individuum ausgeht, sondern ganz klar ein Ergebnis der UMSTÄNDE der Halter und eine Problematik (oder Weiterentwicklung, je nach Blickwinkel) der gesamten Gesellschaft, in der wir leben.