Beiträge von Icephoenix

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    Die beiden Bernersennen Hunde bei uns am Reitstall sind den ganzen Tag draußen, sollen auf den Hof aufpassen und abends gehts mit aufs Sofa.
    Jeder der spontan am Grundstück vorbeikommt, würde auch denken ''oh gott der arme Hofhund'' aber was sonst mit denen gemacht wird, sieht ja keiner.

    Und genau DAS ist der Knackpunkt mit vielen Situationen: man sieht etwas kurz, macht sich sofort ein Bild, verallgemeinert "was ich grade sehe, ist immer so" und wettert los. Sieht man im echten Leben oft und hier im Forum noch viel öfter. Man sieht äußerst selten das Große und Ganze und urteilt so falsch über Situationen, Menschen und Tiere.

    Zudem habe ich oft das Gefühl, dass gewisse Menschen schon Dinge als "Tierquälerei" ansehen, ohne wirklich zu wissen, was Quälerei ist.
    In letzter Zeit hier im Forum: Körperliche Einwirkung ist Quälerei! Halsband / Geschirr ist Quälerei! Halti ist Quälerei! nicht-Barfen ist Quälerei! Den Hund auch mal einschränken - Quälerei! Arbeiten gehen u. Hund alleine lassen - Quälerei!
    Wenns danach geht, ist eigentlich HUNDEHALTUNG Tierquälerei! ...und ne eigene Meinung haben sowieso :pfeif:

    Man muss ja nicht die Meinung von Jedem Teilen, tu ich auch nicht, dafür hab ich ne eigene Meinung:

    Ich bin klar auf der Seite des Inlands-Tierschutzes, wenn ich einen Hund übernehmen wollen würde.

    Das hat erstmal den egoistischen Grund, dass ich den Hund kennen lernen möchte, der mit mir die nächsten 5, 10 Jahre das Leben teilen soll. Einen Hund nur vom Foto aussuchen ohne etwas über ihn zu Wissen halte ich für ziemlich unsicher, fast fahrlässig. Was da schief gehen kann (nicht muss!!!) habe ich sowohl am eigenen (Pflege)Hund sowie bei etlichen Beispielen im Freundes- und Bekanntenkreis gesehen.
    Aber der Hund soll mit mir, meiner Familie, evtl einem anderen Hund zusammen leben...und ich suche mir ja auch nicht meinen Partner, mit dem ich mein Leben teile (wenn auch auf einer anderen Ebene) einfach vom Foto aus und ziehe direkt mit ihm zusammen, weil er "süß aussieht".

    Der zweite Grund, warum ich Hunde aus dem Ausland nicht nehmen würde, ist schlicht, dass es dem Individuum vielleicht hilft aber nichts an der Gesamtsituation ändert. die Hunde kommen hier her, werden ins Tierheim, in Pflegestellen oder direkt in Privathände verfrachtet und am Herkunftsort reproduziert sich das Problem einfach weiter. Ein Problem ohne Anfang und Ende, wenn man nur Rausholt aber nicht die Wurzel des Übels sucht.
    Schlimm genug, dass man überhaupt Tiere aus anderen Ländern retten MUSS weil die Zustände dort so schlimm sind. noch schlimmer, dass man rettet und rettet und keine Besserung eintritt!

    Die deutschen Tierheime sind von Haus aus meist schon hart am Limit, die Mitarbeiter überfordert, die Vermittlungsmethoden bei solchen Mengen an Tieren werden schlechter weil es ohne Massenabfertigung kaum zu stemmen ist, wenn zu den eigenen 50 Hunden noch 30 mehr oder weniger problematische Auslandshunde dazu kommen.
    Das kann man bestimmt nicht 100%ig verallgemeinern! ist aber mein persönlicher Eindruck der Situation.

    Natürlich habe ich Mitleid mit den Hunden im Ausland und gönne jedem Hund ein schöneres Leben. Aber bei Vermehrern wird auch immer vom Mitleidskauf abgeraten, weil die Reproduktion einfach weitergeht. Das sehe ich beim Auslandstierschutz sehr ähnlich, auch wenn es da (hoffentlich!) nicht um Geld geht, aber eben auch um das Leid der Tiere. Hier wird vermittelt und auf Mitleid gepocht, dort ändert sich rein GARNICHTS. Eine Aufgabe ohne Ende.

    Wichtiger fände ich, sich dafür verstärkt einzusetzen, die Umstände zu verändern, so dass die Vermittlung in andere Länder auf lange Sicht nicht mehr nötig ist.

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    Ich sehe hier (ländlich) viele Hunde, die tagein tagaus das Grundstück "bewachen", nachts im Außenzwinger schlafen und ansonsten komplett nebenher laufen. Verhaltensauffälligkeiten inbegriffen.
    Hunde, deren Halter den ganzen Tag arbeiten, haben ja wenigstens abends/morgens/nachts ihren Menschen bzw. Beschäftigung und Zuwendung.

    Ich kenne wenig Hofhunde aber in meinem früheren Reiterstall waren 2 große Hunde (... Hoverwarts glaube ich) und die waren tagsüber auf dem Gelände frei, haben Besuch gemeldet, von jedem Aufmerksamkeit und vom Stallbesitzer auch immer mal Zuwendung oder ne Aufgäbe bekommen. Nachts haben sie in ner Box im Stall gepennt.
    Und die Schienen damit ziemlich zufrieden zu sein! Ne Aufgabe, nen Menschen und ein warmes Plätzchen.

    Ich glaube nicht, dass ALLE Hund die für solche Aufgaben gezüchtet wurden, damit unglücklich sind, wenn sie so leben dürfen. Kommt natürlich auch auf die Menschen an.
    Aber Hofhaltung generell als Tierquälerei zu betiteln finde ich schlicht falsch.
    Da müssten ja auch alle Jagdhunde, die im Rudel (,draußen) leben und mit auf die Jagt gehen, unter Tierquälerei Fallen, nur weil sie so leben, wie sie über Jahrhunderte/-Tausende gezüchtet wurden.

    Für MICH ist Tierquälerei im Alltag
    - die Haltung von Kleintieren in den meisten Zooläden
    - die private Haltung der meisten Kleintiere (Frettchen in winzigen Käfigen, Hamster in Aquarien nicht größer als ne Schuhschachtel, Einzelhaltung von Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten und Mäusen, ...)
    - die Haltung der meisten Reptilien privat sowie im Laden!!!
    - Hunde die mit Gewalt "erzogen" werden
    - Hunde die an der kurzen Kette liegen
    - .... Gebt mir 10 Minuten und mir fallen noch mehr Fälle ein.

    Hallo!

    Wenn du mit dem Rottweiler charakterlich so zufrieden bist, nimm doch einen zweiten Rotti dazu?

    Also meiner Erfahrung nach funktioniert es oft besser, zu einer Hündin einen Rüden dazu zu nehmen. Erwähntes Stichwort Zickenkrieg. Wir haben auch 2 Hündinnen, da hatten wir aber echt Glück, dass das so gut funktioniert.

    Kommt aber auf den Hund an! 2 Hündinnen KANN sicher auch genauso gut funktionieren wie Gemischt oder 2 Rüden. Da muss man seinen Hund gut einschätzen und notfalls gut managen. Schief gehen kann's, je nach Charakter, sicher in jeder Konstellation.

    ICH jedenfalls würde nen Rüden dazu nehmen und ihn mit 1,5-2 Jahren kastrieren lassen, solang die Hunde während der Läufigkeit trennen... Oder schon einen kastrierten Tierschutz-Rüden nehmen.

    Über die gewünschten Rassen weis ich nicht viel. Nur beim Kangal hab ich mich mal eingelesen und umgeschaut, nur aus Neugier, und würde einen Hund mit solchen Eigenschaften (hoher Schutztrieb, sehr eigenständig und dazu die enorme Grösse!) nicht in Deutschland halten wollen. Viele Kangals landen leider mit 3-4 Jahren im Tierheim, weil sie erst in diesem Alter geistig WIRKLICH erwachsen und sehr ernst werden und dann oft nicht mehr zu Händeln sind.
    Wie gesagt kenne ich keinen Kangal live außer im Tierheim....aber vielleicht sagt das schon genug über die Händelbarkeit für Otto-Normal-Hundehalter aus...?

    Ganz einfach: geh nicht mehr hin!

    Ich war mit unserer Hündin damals auch in einer Welpen/Junghundegruppe und mir hat's da gar nicht gefallen. Methoden und Trainer waren nicht "unsers". Also haben wir's gelassen.
    Zumal ich das ziemlich daneben finde, wenn Hundeschulen den Haltern vorschreiben, ob sie den Hund am Halsband oder Geschirr führen möchten. Das ist jedem selbst zu überlassen! Genau wie die Frage ob man mit Leckerchen übt oder nicht.

    Also die wichtigsten Sachen und kleinen Kommandos, die ein so junger Hund in der Hundeschule lernen würde, kann man locker auch zuhause machen, wenn man keinen totalen Ausnahme-Hund mit Problemen hat :)

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    Ich würde mal gerne Meinungen hören:

    Darf der Hund im Hotel/Ferienhaus mit ins Bett? Ich hab irgendwo gelesen, das wäre ein "No-Go", da unhygienisch.
    Wie seht ihr das?

    (reine Interessensfrage, Henry schläft nicht mit im Bett)

    Also einerseits sind die meisten Hotelbetten sowieso die absolute Spitze an schlechter Hygiene, wenn man da mal mit Schwarzlicht drüber geht ( zumindest unterhalb von 4 Sterne) braucht man keine Nachttischlampe mehr - dat leuchtet hell genug |)

    Ich glaube, ich würde den Hund trotzdem nicht ins Bett lassen sondern nen Kennel mitnehmen. Einfach so vom Bauchgefühl her... Ist den Hotelbesitzern sicher lieber und macht im Zweifel weniger Ärger.
    Der Hund muss ja nicht immer ins Bett :smile:

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    Das einzige was ich solch einer Person sagen würde , wäre : Wenn sie es nicht schaffen dem Hund das gehen an Halsband oder Brustgeschirr bei zu bringen , dann nehmen sie sich keinen Hund .
    Den einen Hund fast dauernd Fuß-gehen zu lassen , ist schon fast Tierschutzrelevant .

    Auf diese einfühlsame, freundliche und konstruktive Aussage reagiert bestimmt JEDER fremde Hundehalter total entspannt und ändert sein Verhalten sofort. Ich für meinen Teil würde dir vermutlich was an den Kopf werfen, wenn du mir auf der Straße SO dumm kommen würdest :roll:
    "Recht haben" (auch rein subjektiv, jeder meint ja, er wäre im recht) und diese Meinung jemand anderem SINNVOLL nah zu bringen sind 2 paar Schuhe.

    In den falschen Händen kann ALLES schädlich sein für den Hund.
    Und Tierschutzrelevant ist für Manche hier ja anscheinend eh alles, was nicht nach ihrer Nase läuft.

    Halti an sich ist kein Folterwerkzeug, wenn man damit umgehen kann. (Ich kann's nicht, deswegen lass Ichs.)

    Und ich hab jetzt nicht nachgeschaut, wer behauptet hat, niemand darf sich nen Hund holen, den er nicht halten kann ...ist mir auch egal. Aber so nebenbei: mich hat mal ein Beagle von den Füßen gezogen, weil ich minimal überrascht war, als sie plötzlich seitlich in die Leine ging.
    Also dürfen jetzt gar keine Hunde über 10 kg mehr in private Hände??

    Manchmal kann ich nur noch den Kopf schütteln über manche Aussagen hier im Forum...

    Boa manchmal würde ich andre Hundehalter wirklich gern ungespitzt in den Boden rammen.

    Kurze pipirunde mit shira, die gestern kastriert wurde, dementsprechend noch etwas wackelig läuft.
    Wiese und schmaler weg, getrennt durch einen Zaun mit Durchgang.
    Wir stehen auf der Wiese, ich höre Gebelle und sehe eine junge Frau mit 2 Hunden auf der anderen zaunseite in unsere Richtung kommen. Ein winziger Hund an der Flexi, ein großer labbi frei ohne leine Halsband oder leuchti.
    Sie sieht uns und ruft in dauerschleife "Blabla Fuß! Blabla neiiin! Blabla hieeeer! Blabla Fuß!" Wärend der labbi ungerührt zielstrebig Richtung Durchgang trabt und ca 15 Meter vor Frauchen durchgeht. Die in aaaaller ruhe hinterher, während der labbi auf uns zuprescht. Kenne den Hund. Ist schon 3x ohne Leine in uns reingerasselt und Lust Madame zur Weißglut gebracht.
    Ich stell mich so gut wie möglich vor shira und rufe "holen Sie den SOFORT weg!"
    Sie: "aber der macht doch nix!"
    Ich: "meine ist frisch operiert!!"
    Sie: "oh." Nix. Keine Bewegung. Steht am Durchgang und guggt doof
    Ich: "...ich kann meine auch losmachen, die beißt!"
    Sie: "oh." Wieder nix.
    Ich hab dann den Hund anbrüllt, er solle sich verpissen. Hat er rann auch.
    Beim weggehen sag die doch tatsächlich "bitteschön!", so richtig sarkastisch als hätte ich vergessen mich zu bedanken.

    Ohne Worte!!!!

    Shira kann die meisten Kommandos sowohl verbal als auch per Handzeichen.
    Ich persönlich benutze die verbale Variante einfach lieber, 1. weil ich damit schneller bin, 2. weils auch ankommt wenn sie mich nicht den ganzen Tag anglotzt.
    Ist wohl Geschmacksache.

    Ich gebe mir allerdings mühe, nicht zu viel unsinnig mit ihr zu reden. Ich neige nunmal zum viel reden :D manchmal mache ich absichtlich fast-stumme Spaziergänge bei denen es nur bei absoluter Notwendigkeit verbale Kommandos gibt und ansonsten stille und Körpersprache.
    Den Hund totquatschen ist wirklich unsinnig und kontraproduktiv, verbale Kommunikation sinnvoll Nutzen finde ich zumindest für mich und meinen Hund super :)