Man muss ja nicht die Meinung von Jedem Teilen, tu ich auch nicht, dafür hab ich ne eigene Meinung:
Ich bin klar auf der Seite des Inlands-Tierschutzes, wenn ich einen Hund übernehmen wollen würde.
Das hat erstmal den egoistischen Grund, dass ich den Hund kennen lernen möchte, der mit mir die nächsten 5, 10 Jahre das Leben teilen soll. Einen Hund nur vom Foto aussuchen ohne etwas über ihn zu Wissen halte ich für ziemlich unsicher, fast fahrlässig. Was da schief gehen kann (nicht muss!!!) habe ich sowohl am eigenen (Pflege)Hund sowie bei etlichen Beispielen im Freundes- und Bekanntenkreis gesehen.
Aber der Hund soll mit mir, meiner Familie, evtl einem anderen Hund zusammen leben...und ich suche mir ja auch nicht meinen Partner, mit dem ich mein Leben teile (wenn auch auf einer anderen Ebene) einfach vom Foto aus und ziehe direkt mit ihm zusammen, weil er "süß aussieht".
Der zweite Grund, warum ich Hunde aus dem Ausland nicht nehmen würde, ist schlicht, dass es dem Individuum vielleicht hilft aber nichts an der Gesamtsituation ändert. die Hunde kommen hier her, werden ins Tierheim, in Pflegestellen oder direkt in Privathände verfrachtet und am Herkunftsort reproduziert sich das Problem einfach weiter. Ein Problem ohne Anfang und Ende, wenn man nur Rausholt aber nicht die Wurzel des Übels sucht.
Schlimm genug, dass man überhaupt Tiere aus anderen Ländern retten MUSS weil die Zustände dort so schlimm sind. noch schlimmer, dass man rettet und rettet und keine Besserung eintritt!
Die deutschen Tierheime sind von Haus aus meist schon hart am Limit, die Mitarbeiter überfordert, die Vermittlungsmethoden bei solchen Mengen an Tieren werden schlechter weil es ohne Massenabfertigung kaum zu stemmen ist, wenn zu den eigenen 50 Hunden noch 30 mehr oder weniger problematische Auslandshunde dazu kommen.
Das kann man bestimmt nicht 100%ig verallgemeinern! ist aber mein persönlicher Eindruck der Situation.
Natürlich habe ich Mitleid mit den Hunden im Ausland und gönne jedem Hund ein schöneres Leben. Aber bei Vermehrern wird auch immer vom Mitleidskauf abgeraten, weil die Reproduktion einfach weitergeht. Das sehe ich beim Auslandstierschutz sehr ähnlich, auch wenn es da (hoffentlich!) nicht um Geld geht, aber eben auch um das Leid der Tiere. Hier wird vermittelt und auf Mitleid gepocht, dort ändert sich rein GARNICHTS. Eine Aufgabe ohne Ende.
Wichtiger fände ich, sich dafür verstärkt einzusetzen, die Umstände zu verändern, so dass die Vermittlung in andere Länder auf lange Sicht nicht mehr nötig ist.