Das Problem ist der soziale Druck, der immer größer wird. Man DARF nicht negativ auffallen, sonst drohen Sanktionen in jeglicher Abstufung, man MUSS sich an die gesellschaftlichen Regeln und Erwartungen anpassen, sich selbst und seine Umwelt immer unter Kontrolle haben, immer perfekt seine "Rolle" spielen, sei es als Elternteil, im Beruf oder eben als Tierhalter.
Besonders das Verhalten im öffentlichen Leben ist stark im Blick, schlicht dadurch, weil VIELE Andere sehen, was man tut.
Als Hundehalter ist man ja genau mit diesem öffentlichen Faktor stärker konfrontiert als z.B. Ein Katzen- oder Kleintier-Halter.
Ebenso wächst eben auch die Erwartung an die Anpassung des Hundes, um (je nach Lebenssituation des Halters) nicht aufzufallen. Und da für diese Integration in die Gesellschaft der Halter zuständig ist, sind wir wieder beim steigenden sozialen Druck,
Menschen sind nunmal so, dass sie sich in unsicheren Situationen an (angebliche) Autoritäten wenden und dabei oftmals blind Vertrauen statt zu hinterfragen. Den meisten Menschen fehlt das Bauchgefühl und auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, da in der heutigen Gesellschaft eben Anpassung gefragt ist und es leider eher weniger Bestätigung für eigenes Handeln und Denken gibt.
Das Ergebnis ist eben das, was man hier sieht: immer mehr angebliche Spezialisten, an die die Unsicheren (und das ist nichts schlimmes und keine "Schwäche" sondern gesellschaftlich gemacht!) sich wenden können und wollen.
Nur mal meine Meinung als Soziologie-Studentin :)
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