Bei Fußgängern ist bei uns jetzt mit Clickern zu 99% alles ok - der 100te ist dann mal wieder jemand im Dunkeln oder so ein Extrem-Hunde-Anstarrer. Aber immerhin bekomm ich langsam ein Gefühl dafür, wer OK und wer irgendwie gruselig ist und kann dann entsprechend eingreifen. Einen kleinen Bogen laufen wirkt meist schon Wunder.
Ansonsten schaut sie meist direkt zu mir, wenn uns jemand frontal entgegen kommt, lässt sich auf die abgewandte Seite lenken und vorbeiführen. Variabel gibts verbale oder Leckerchen-Belohnung.
Zum Thema mit Besuch war am Montag unsere Trainerin auf Hausbesuch hier und hat sich das als 'Opfer' gleich mal live angeschaut. Ganz eindeutige Diagnose: Sie ist extrem unsicher bis ängstlich, beschwichtigt Extrem und kontrolliert Besucher, weil sie ihnen nicht traut sobald sie sich bewegen.
(Immerhin hat sie mich etwas beruhigt, dass wir wohl nicht -hauptsächlich- Schuld sind daran. Sie meinte, es kann auch gut durchs Erwachsenwerden kommen, dass die Neugier vom Junghund eben verloren geht und das Misstrauen sich gefestigt hat. Auch mal echt schön zu hören, dass man anscheinend doch nicht so unfähig ist, wie man sichs mit so nem Problem gern einredet... :-/
Bei unserer Trainerin hat man ihr Verhalten ganz klar beobachten können:
Tür geht auf, Shira bellt, brummt, Schwanz leicht eingeklemmt und beschwichtigendes Wedeln.
Bewegung innerhalb der Wohnung: Brummen/knurren, hinterher latschen.
Trainerin sitzt und trinkt entspannt Kaffee, Shira geht hin und beschnüffelt sie neugierig.
Trainerin kniet sich hin, schaut sie nicht an...Shira wedelt fröhlich und will gestreichelt werden und durchsucht mutig ihre Taschen nach Futter.
Sie steht auf - Shira brummt wieder.
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Unser Trainingsplan, grob umrissen:
1. Sie darf nicht direkt zu Besuch hin sondern bleibt beim reinkommen in Sichtweite aber an der Leine.
2. Sie wird nicht betüddelt, aber darf und soll absolut Schutz von uns bekommen, wenn sie diesen wünscht. Also zu uns und weg von den Leuten holen.
3. Sitzende Fremde sind ok - da darf sie auch Kontakt aufnehmen, soll bis dahin vom Besuch ignoriert werden (...ich glaube, das wird das härteste Stück arbeit, die Leute DAZU zu bekommen!)
4. Sobald die Leute sich bewegen und sie wieder Anzeichen von Angst und Kontrollieren zeigt: Jedes ruhige Verhalten clickern und Futterbelohnung so weit weg von den Leuten geben, wie möglich. Am besten wegwerfen: Bewegung + Distanz aufbauen.
5. Ihr zwischendurch Aufgaben geben. Tricksen, Apportieren, irgendwas, was sie gut kann und entspannt. Hauptsache, ihr wird der Job "Besuch kontrollieren" abgenommen.
(6. -In Klammern weil wir das auch allgemein machen und nicht nur für Besuch/Menschenkontakt-: Konditionierte Entspannung mit Lavendelöl.)
Kurz: Sicherheit und Distanz.