Beiträge von Icephoenix

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    Und ja, ich rechne mit Gegenwind bei der 'Anbindemethode'. Das basiert auf meiner Erfahrung und auch auf der anderer, dass bei stressanfälligen Hunden eine Raumbegrenzung helfen kann. Diese kann auch gut wieder abgebaut werden. Beim Aufbau sollte der Hund natürlich auch mit dem begrenzten Raum nicht alleine gelassen werden.

    Also bei mir gibts jedenfalls keinen Gegenwind dafür sondern klare Zustimmung! Deshalb weiter vorne auch schon mein Tipp mit dem Kennel (in einem Gitterkennel kann man den Hund notfalls auch anleinen): Ein geschützter Bereich, in dem er -notfalls auch erstmal zwangsweise- runterfahren und zur Ruhe kommen kann, ohne bedrängt oder gestört zu werden. Wie schon mehrfach geschrieben, mögen viele Hunde so eine Höhle (bei uns z.B. ein Gitterkennel mit einer Decke drüber) als Schutz- und Ruheraum sehr gerne, auch wenn die Tür offen ist natürlich :)

    Also, wir sind alle keine Trainer und kennen deinen Hund und eure Situation natürlich nur so, wie du sie schilderst.

    Was rüberkommt, mal ganz neutral:

    - ihr seid verzweifelt -> verständlich!!
    - ihr seid total eingeschränkt
    - die Hunde verstehen sich nicht
    - die beiden anderen Hunde leiden unter ihm
    - IHR leidet unter ihm
    - ER leidet auch, sonst würde er sich nicht so benehmen
    - er zerstört alles, auch in eurem Beisein
    - er bleibt absolut nicht Allein
    - er verursacht enorme Schäden und Kosten -> auch da kann ich euren Unmut total verstehen!

    Das ist eine extreme Palette an ganz starken Problemen, die alle ineinander greifen und auf alle drei Seiten (Menschen, Hündinnen, Elvis) zu Spannung, Unwohlsein und letztlich Frust führen.
    Egal wie ihr das Thema angeht: Das als Gesamtes wird unheimlich viel Training, Zeitaufwand, evtl. finanzieller Aufwand und Nerven bedeuten, dazu absolute Konsequenz und vermutlich komplette Umrempelung des Alltags für ALLE (Dich, deinen Mann, die Kinder müssen auch mitziehen und die beiden Hündinnen ebenso).

    Nur mal als Zusammenfassung des Ganzen. Was ihr daraus macht und wie ihr DAS ALLES zur Zufriedenheit aller Parteien löst, bleibt natürlich euch überlassen.

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    Ganz ehrlich: Ich würde die TS komplett verstehen, wenn sie den Hund abgeben würde.

    Mich erstaunt es immer wieder, wie locker flockig hier von Allein-bleibe-Traning geschrieben und im nächsten Satz erwähnt wird, dass das dann halt schon mal 1-2 Jahre dauert.

    Zumindest ich gebe mir Mühe, aus Erfahrung heraus, das Alleinbleib-Training eben NICHT als "locker flockig" darzustellen sondern so, wie es im Worst Case nunmal leider IST! Das stellt den ganzen Alltag auf den Kopf, alles muss neu durchgeplant werden, alles richtet sich erstmal nach dem Hund (wobei man sich daran gewöhnt, wenn es denn möglich ist) und ja, es kann SEHR LANG dauern!
    Weshalb ich auch voll und ganz Verständnis für JEDEN habe, der das nicht bieten KANN (von Wollen mal ganz abgesehen).

    Alleinbleiben ist, offen gesagt, ein Scheissthema, wenn es nicht klappt und der Hund so stark in Hysterie/Panik/Zerstörung drin steckt. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann - und leider selbst zuhause habe.

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    Also ich weiss ganz ganz sicher für mich, dass ich das keine 2 Jahre lang oder noch länger bieten kann, bzw. ich kann mir nicht vorstellen wie das funktionieren sollte!!! Letzte Woche z.b. ist mein kleiner Sohn draussen beim spielen so doll hingefallen, dass wir zum Arzt fahren mussten, da es genäht werden musste. Mein Mann musste dafür extra von der Arbeit heim kommen, bzw. ist dann an dem Tag garnicht mehr hin, weil es beim Arzt länger dauerte. Die Liste könnte ich endlos fortsetzen! Es geht einfach garnichts mehr ohne ihn!

    Das kann ich voll und ganz verstehen! Das ist furchtbar viel Organisation und klappt bei mir auch nur dank Hundesitting in der Familie (u.A. deshalb sind wir grade erst umgezogen, damit wir näher beim Sitter sind!). Ich bin Studentin und habe relativ viel Freizeit, wenn ich nen Vollzeitjob oder eigene Familie / Kinder hätte, würde ich das wohl auch nicht schaffen.

    Die Frage ist letztlich, ohne dich Angreifen zu wollen: Welche Alternative ist die bessere (für euch und den Hund)? ALLES umkrämpeln, evtl auch für ziemlich lange Zeit? Ist das überhaupt darstellbar? ODER den Hund abgeben an jemanden, der diese Zeit und Nerven bieten kann?

    Letztlich kann ich nur nochmal raten, erstmal einen GUTEN Trainer ins Haus zu holen, der sich die Gesamtsituation live anschaut.

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    Darum habe ich sie auch bisher nie alleine im AUto gelassen. Letztens habe ich das aber nach der Hundeschule mal probiert, da war sie schon gut "angefüttert" und mit Lammkopfhaut hat sie sich dann die paar Minuten beschäftigt bis ich zurück war. Das werde ich vllt doch nochmal probieren auszubauen...

    Klingt ja auch übel :-/ Also ich muss sagen, da war ich deutlich härter als beim Alleinbleiben zuhause (wobei Shira NIE Probleme mit dem Auto an sich hatte und gern fährt!) - wenn sie im Auto früher gebellt hat, hab ich sie Bellen lassen. Lieber aufm Parkplatz als zuhause! Ich konnte ja nicht für jeden 10-minuten-Einkauf nen Sitter besorgen, deswegen "Fuck you, Köter, Auto MUSS SEIN!" - Mittlerweile kommt Bellen im Auto selten vor, eigl nur wenn mein Freund und ich beide zusammen unterwegs sind und BEIDE aussteigen. Aber das hatte ich ja schonmal geschrieben: Wir beide zusammen oder nur ich - für Shira ein Unterschied wie Tag und Nacht.

    Gib ihr im Auto doch mal nen Kong oder so, das half/hilft bei Shira gut.

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    Habe zu solchen Alleinlass Situationen schon einige Male geflucht, dass ich keine Hundebesitzer hier in der Nähe kenne, die haargenau dasselbe Problem haben. Dann könnte man immer mal, ohne sich schlecht fühlen zu müssen günstig ohne Hundesitter einmal in der Runde sitten lassen. Jeder nimmt mal den anderen einen Hund ab und alle haben somit einen Tag ohne den ganzen Wahnsinn. *träum*

    Dafür hab ich -gottseidank- meine Eltern + Schwester. Meine Schwester, diese dumme Nuss, hats tatsächlich geschafft ihrer Hündin, die mal ACHT STUNDEN allein bleiben konnte, das wieder abzugewöhnen! Und der Dritte-Hand-Havaneser meiner Mam konnte auch keine Sekunde allein bleiben. Mit relativ brachialen Methoden (Tür zu, "sollen se doch heulen") schaffen die beiden mittlerweile zumindest mal eine Stunde, sind dabei aber sehr gestreßt.

    So geht Shira ja immer tagsüber zu meinen Eltern wenn ich in der Uni bin, dafür nehme ich ab und zu die Kleinen für ein paar Stunden, wenn meine Eltern länger ausser Haus sind. Quasi familieninternes "Dogsharing" :headbash:

    Zum Bellen: Ja, mir ist jedes "MENNO!"-Bellen lieber als Geschreie oder Geheule. Unsere Trainerin hat ja auf Videos auch schon gesehen, wie Shira ist, wenn sie alleine ist, und dass sie ne olle Quasselstrippe und Quietschmaus ist, weshalb sie uns beruhigt hat, dass wir nicht bei jedem Fiepen abbrechen sollen - andere Hunde motzen eben in sich rein, Madame fiept vor sich hin.

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    Kann er denn mit dem Maulkorb was trinken oder so? Kenne mich da überhaupt nicht aus, ich meine wenn er sowas tragen würde, wenn wir mal für ne 1. weg müssten oder so! Morgen ist auch schon wieder so eine Situation, ich muss zum Rathaus und kann ihn ja schlecht in der Tiefgarage lassen, zuhause lassen kann ich ihn auch nicht! Alles Mist!

    Ich muss sagen, dass ich die Maulkorb-Idee fürs ALLEINLASSEN mehr als bescheiden finde! Der Hund kann mit dem Ding irgendwo stecken bleiben, sich die Pfote einklemmen beim Versuch ihn auszuziehen oder sich schwer verletzen wenn er -in Panik- irgendwo gegen rennt! Vor allem wenn er bisher keinen Maulkorb kennt, solltest du ihn AUF KEINEN FALL stundenlang damit allein lassen, auch nicht minutenlang - vor allem wenn er Allein sowie völlig ausflippt.

    Der Witz am Alleinbleib-Training, wenn ihr das machen wollt (und da kommt ihr, wenn ihr ihn behaltet, nicht drum rum): Er darf KEIN EINZIGES MAL MEHR allein bleiben und schlechte Erfahrungen sammeln!! Er darf NUR NOCH quasi im Training allein bleiben und das baut man SEKUNDENWEISE auf am Anfang!!! An 1h ins Rathaus oder sonstwas unternehmen, wenn man keinen Hundesitter hat, ist da erstmal für lange Zeit nicht zu denken!
    Kurz: Länger als er es KANN, bleibt der Hund nichtmehr alleine. Nimm ihn im Auto mit (wenn er darin ruhig ist?), lass ihn bei Freunden, Sitter, Nachbarn. Völlig egal. Aber er darf nichtmehr allein in der Wohnung bleiben, solang er es nicht gelernt hat!!

    [Ich wäre heute früh super gern, der Einfachheit halber, direkt noch einkaufen gefahren. Da Shira aber bisher nur 12-15 Minuten allein bleibt, musste ich meinen Tagesplan komplett aufsplitten und das Einkaufen auf heute Nachmittag verlegen (da bleibt sie im Auto)]

    Ich weis, dass das erstmal schlimme Einschränkungen sind, unglaublich viel Organisation vor allem mit Familie. Erstmal dreht sich quasi der ganze Tagesablauf um den Hund: Ein möglichst routinierter Tagesablauf, Wann Gassi? Wann Ruhepausen? Wann Übungen? Wann Einkaufen? Wann Erledigungen? Wer nimmt in der Zeit den Hund? - ABER nur so könnt ihr überhaupt eine Grundlage aufbauen. Alles andere macht jeglichen Erfolg unmöglich - Fortschritte bekommt man nur durch absolute Routine und Konsequenz!

    Ja, das ist "krass", aber es geht nur so. Wenn man das nicht bieten kann, kann ich das voll und ganz verstehen, aber dann braucht ihr ans Alleinbleib-Training eigentlich gar nicht mehr denken. Und auch an keine Verbesserung.

    Sorry für die harten Worte, aber das muss einem wirklich klar sein bei einem solchen Härtefall!!
    Und wie gesagt weis ich wovon ich rede. Ich arbeite am Alleinbleiben mit verschiedenen Methoden seit ZWEI JAHREN (mit immer wieder Neu-Anfangen weil was schief ging oder die Methode nicht passte).

    Danke ihr Zwei, für die Umstände heute (Stressig, ich abgehetzt - das merkt sie eh - und ich zum ersten Mal länger als 3 Minuten ganz weg) wars wirklich gut :) Die 3x Motz-Bellen (hab nochmal aufmerksam das Video durchgeschaut) waren abgehackt und das nehme ich einfach mal so hin. Besser als ihr In-Hysterie-Schreien von früher.

    Lilly, hast du kein Auto? Wenn es nicht grade zu heiß ist, nehme ich Shira immer im Auto mit zum Einkaufen und lasse sie im Kofferraum mit was zu Knabbern. Findet sie auch nicht meeeeega prickelnd, aber deutlich besser als zuhause. Seit ich weis, dass das ~30 Minuten gut geht, kann ich auch recht entspannt einkaufen gehen und ein bisschen bummeln.

    30 Minuten sind viel zu lang - Hunde mit schlechten Erfahrungen beim alleinbleiben beginnen beim üben mit SEKUNDEN. Minuten sind schon viel Arbeit, eine halbe oder gar ganze Stunde ohne ausrasten kann Monate dauern. Nur mal so als Richtwert: wir haben bei unserer Hündin mit 5-10 sekunden(!) angefangen und sind nach 4 Monaten Grundlagentraining und 2 Monaten intensiv bei 12-15 MINUTEN.


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    Abgeben: Ja! Abgeben, irgendwo anbinden und "vergessen", zum Züchter zurückbringen, auf den Mond schießen und aussetzen.
    So wie man seine Kinder manchesmal an die Wand werfen könnte, so gehts einem halt auch mit den Hunden.
    Wir sind alles Menschen und sind eben nunmal manches mal überfordert.

    Wo wir wieder beim Lieblingsspruch meiner Mutter sind: "Nur weil ich dich LIEBE, heißt das nicht, dass ich dich immer MÖGEN muss!" :D
    Liebe heißt, den anderen auch mal so richtig scheiße zu finden, ohne ihm weniger Zuneigung und Wertschätzung entgegen zu bringen.