Beiträge von Icephoenix

    Ich hab Dienstags frei und bin nicht traurig drum :hust:

    Frau Hyäne hat 66cm Schulterhöhe, 32kg reine Muskel- und Motz-Masse und was da an Rassen drinsteckt weis kein Mensch. Boxer, Schäferhund (Holländer?), Dogge, Podenco, Bardino...steht alles auf der "vielleicht" liste. Aber letztlich ist sie einfach ein Hyänenhund ;) Seltene Rasse - gibts nur EINMAL!

    Kurz und knapp:
    Shira würde mit Pauken und Trompeten durchrasseln. Die bekommt die absolute Krätze bei direktem Kontakt mit "komischen" Fremden, ist im Alltag aber händelbar, da ich solche Situationen vermeide, eingreife und aktiv daran übe.

    Frodo (Hund meiner Mutter) würde ebenfalls durchfallen. Der süße kleine Havaneser tackert, wenn er richtig enorm und anhaltend bedroht wird. Wir im Alltag aber problemlos geführt.

    Einzig Leoni (Hund meiner Schwester) würde wohl bestehen. Die ist 12 Jahre alt, hat eine ausgewachsene "Leck mich am Arsch"-Einstellung zu allem und jedem, ist vom Charakter her Typ Steifftier und würde vermutlich das Atmen vergessen vor lauter Schnarchigkeit, wenns kein Reflex wäre.

    Naja, Shira steht auch auf und latscht rum beim Alleinbleiben, wechselt den Liegeplatz oder steht einfach nur mal vor der Tür und glotzt blöd. Würde ich da jedes Mal abbrechen, sobald sie aufsteht (und/oder miept), wären wir vermutlich nichtmal bei 5 Minuten :hust: Manchmal steht sie sogar mit Knochen/Kong auf, legt sich woanders hin und knabbert weiter.

    Ich seh das nicht so tragisch. Viel schlimmer fand ich das vor nem halben Jahr: Da ist sie nicht nur rumgelaufen sondern hektisch rumgerannt, hat sich um sich selbst gedreht und wurde immer nervöser, auch sichtbar an der Körpersprache. Starkes Hecheln, Zittern, unkoordiniert und sichtlich orientierungslos, Kopf ruckt von A nach B - alles total fahrig und "OHgottOHgott!" - ausserdem Stelle ich ihr ja 2 kleine Räume zur Verfügung, DAMIT sie sich auch mal bewegen kann. Wenn sie wollte, könnte sie sich auch aufs Bett legen und da pennen (wäre ja mein erklärtes Ziel). Solang sie sich nicht "in Rage hibbelt" seh ich das nicht als Problem, zumal sie ja -und Lilly auch- immer wieder von Allein Ruhe findet und sich hinlegt, auch den Kopf ablegt, ...

    Zur erlernten Hilflosigkeit: Was ich meinte waren spezielle Übungen dafür, damit sie wieder ein Gefühl für die Wirksamkeit ihrer Handlungen bekommt. Zum Beispiel kleine Denkspiele, wo sie was bewegen muss und so 100%ig ans Ziel kommt. Diese Holzspiele mit Hütchen und Schiebern z.B. (gibts im Zooladen), wo die Hunde rumprobieren müssen und für die richtige Lösung auf jeden Fall belohnt und gelobt werden und einfach merken "juhu, wenn ich mutig bin und ausprobiere, klappt das sogar! Ich kann was bewirken!!" (Beim Menschen nennt man das Selbstwirksamkeitserwartung: In welchem Maß glaube ich, dass meine Handlungen mein Umfeld beeinflussen können? - Eine hohe SWE ist gut fürs Selbstbewusstsein, für die Kreativität und auch für das Selbstgefühl: Was kann ich? Was kann ich nicht?)
    Auch Clickern und freies Shapen (hinsetzen mit Clicker, dem Hund irgendwas (oder auch garnix) anbieten und schauen, was er aus der Situation macht) sind dafür gute Situationen und Tests. Ein Hund mit erlernter Hilflosigkeit macht dann -laut meinem psychologischen Grundwissen- GARNIX, probiert nix aus, ist nicht kreativ... Ein normaler oder sehr motivierter und kreativer Hund probiert einfach aus! Shira z.B. hat mit einer schlichten Schüssel Wasser so lang rumprobiert, bis sie letztlich mit der Nase drin rumgeblubbert hat, was ich so lustig fand, dass ich das belohnt habe!

    Shira ist bei sowas eben sehr gut, die hat aber keine so schlimmen Erfahrungen machen müssen, ist sehr kreativ im Probleme lösen, wenn auch oft etwas unorthodox: Wir hatten so ein Holzrätsel mit Hütchen, die sie anheben sollte. Sie hat schnell gemerkt, dass die Hütchen eigentlich zu klein für sie waren und sie diese nicht Anheben sondern einfach grob umschubsen konnte - Hat auch zum Ziel geführt :hust:

    Dann wäre ich ja NUR NOCH am Händewaschen :irre:

    Hände vor dem Essen/kochen waschen ist ja auch ohne Hund selbstverständlich.

    Ansonsten wasche ich mir die Flossen explizit wegen dem Hund, wenn ich vom Gassigehen totalen Dreck mit rein schleppe (Leine, Spielen, Streicheln...) und eben auf der Arbeit (Gastwirtschaft) vermehrt, wenn ich sie dabei habe und auch mal angefasst/gestreichelt habe. Oder wenn sie mir beim Clickern oder Schmusen die Hände zugesabbert hat - wobei ich dann auch gleich ganz Duschen gehen kann :lachtot:

    Zwinger würde ich auch definitiv nicht machen!

    Wir haben hier (laut Beschreibung) einen unglaublich gestreßten Hund, der keine Regeln, Grenzen und anscheinend kein "normales Zusammenleben" kennt. Zudem handelt es sich um einen Meutehund, der so und so im ZWINGER und auf sich ALLEIN GESTELLT meiner Meinung nach völlig fehl am Platz ist! Das würde die Streßproblematik nicht verbessern, in keinster Weise (ausser, dass er dann eben im Zwinger randaliert) sondern wohl eher noch deutlich verschlimmern!
    Klar ist es eine "Lösung" für den Streß der Halter, aber NICHT für den Streß des Hundes - was sich dann um Umkehrschluss wieder auf die Zeit MITEINANDER auswirkt und vermutlich noch mehr Macken und unerwünschte Verhaltensweisen entstehen lässt.

    Ehrlich gesagt sehe ich das weniger kritisch als du :) Nur mal so rein von aussen betrachtet:
    Sie latscht rum, wirkt nicht sonderlich amused aber körpersprachlich, soweit ich das beurteilen kann als Laie, auch nicht besonders gestreßt. Geil findet sie das jetzt nicht, aber auch kein Weltuntergang.
    Das Rumlatschen sieht aus wie bei Shira, nur dass die dabei halt noch Fiept und Motzt :hust:
    Sie kommt von selbst immer wieder zur Ruhe (egal wie kurz, das ist schon ein toller Schritt!) und agiert ruhig und gezielt, ohne hektisch oder orientierungslos zu wirken.

    Dafür, dass du vor ein paar Wochen bei 5 Minuten bald verzweifelt bist, ist das doch ein ENORMER Fortschritt!! :gut:

    Erlernte Hilflosigkeit...kann ich mir bei einem Laborhund gut vorstellen. Dieses Problem entsteht ja, wenn EGAL WAS MAN MACHT, man nicht zum Ziel kommt bzw. an der Situation nichts ändern kann. Was da so im Labor passiert will ich nicht so genau wissen, aber vorstellbar ist es auf jeden Fall: Sachen werden durchgezogen, egal was die Hunde ausprobieren, kommunizieren, ...

    Hast du mal versucht, an dieser erlernten Hilflosigkeit zu arbeiten? Vielleicht würde das Lilly allgemein aufbauen.
    Shira ist gottseidank (oder leider? :lachtot: ) überhaupt nicht hilflos sondern im Gegenteil sehr kreativ! Lautäußerungen, starke Körpersprache und Aktionen - weshalb wir mittlerweile die Türklinke im Büro mit dicken Bademänteln komplett optisch verschwinden lassen und unerreichbar machen, weil Madame ja Türen öffnen kann.

    Ich kann dich da total verstehen - ich bin mit dem Thema mittlerweile auch ziemlich pingelig geworden.
    Gottseidank lassen meine Eltern Shira absolut nicht allein. Sie sind zwar genervt davon, das kann ich genauso verstehen, aber oft organisieren sie sich dann um: Die kleinen bleiben ne Stunde daheim, Shira wird kurz irgendwo hin mitgenommen oder bleibt im Auto...
    Mehrere Tage da lassen habe ich die letzten Jahre im Sommer immer mal gemacht, um 4-5 Tage auf Festivals etc zu fahren. Das wird aber auch immer schwieriger, weil Spazierengehen mit allen drei Hunden wirklich extrem anstrengend ist: Leoni ist alt, stur und laaaaaaaangsam, will am liebste nach 10 Minuten heim, dafür ist sie ein absolutes Lamm; Frodo ist zuhause wirklich teilweise ziemlicher Terrorist (...meine Mam störts nicht :hust: ...), draußen Leinenpöbler mit Napoleon-Komplex und hört nur auf meine Mam; und Shira hat Power, Jagd, ist nicht voll verträglich, steigt bei Frodos Pöbeln voll mit ein (6kg Pöbler gehen ja noch, aber +32kg is echt nervig) und hat ja noch so ihr Problemchen mit fremden Menschen. Zuhause sind die drei ein Dreamteam, aber ALLEINE spazierengehen ist wirklich ne hohe Leistung an Aufmerksamkeit und Handhabung: Leoni schleicht 20 meter hinterher, Frodo motzt weil ihm was nicht passt und Shira ...ist halt Shira :hust: (Das klingt jetzt erstmal so, als wäre Shira der Höllenhund schlechthin - IST SIE NICHT! Aber für Leute wie meine Eltern, die sie nicht(mehr) gewohnt sind sondern die beiden Minis, ist es wirklich anstrengend. Ich empfinde das gar nicht mehr als schlimm und kann halt damit umgehen... Gewohnheitssache!)

    Zurück zum Thema: Ich kann dich verstehen, ALLERDINGS kann ich zumindest von Shira sprechen, dass sie sehr gut unterschieden kann, was sie bei wem darf und was zuhause nicht! Sie kann die klaren Regeln absolut vom Ort her unterschieden! Quatsch, den sie bei meinen Eltern macht, weil die das durchgehen lassen, würde sie sich zuhause niemals trauen weil sie genau weis, dass mein Freund und ich da ganz andere Saiten aufziehen.

    Das Über-Nacht-Alleinsein...ist das so schlimm bei euch? Shira schläft nicht bei uns im Schlafzimmer; bei meinen Eltern pennt sie, je nach dem wer Lust und Platz hat, entweder bei meiner Schwester im Bett oder -freiwillig- problemlos im Wohnzimmer im anderen Stockwerk.

    Ich weis wovon ich rede, wenn ich dir rate: lass ein bisschen los, entspanne dich ein kleines Stück weit! Vertraue Lilly soweit, dass sie weis, wo sie ist und was sie darf.

    Ich an deiner Stelle würde fahren, allerdings nochmal nach einem freundlichen aber bestimmten Gespräch mit deinen Eltern, vielleicht mit einem kleinen OK | VERBOTEN - Zettel, wo die wichtigsten Sachen draufstehen. Und mit dem Hinweis, dass sie DIR total helfen würden, auch damit du eine entspannte schöne Zeit hast, wenn sie sich daran halten!

    Zitat

    Ich hatte auch einen Kennel und habe das dann gesteigert, ich bin mir nur nicht sicher ob die Familie die Möglichkeit schon 'versaut' hat, indem sie ihn im kleinen Bad eingesperrt haben. Da stelle ich mir momentan Haken in der Wand positiv Belegen leichter vor (nicht böse gemeint mit dem 'versaut'!) =)

    Müssten die Halter, wenn sie das möchten, wohl einfach ausprobieren. Wobei es hier ja nicht ums Einsperren in einem hohen Raum mit geschlossener Tür geht sondern um einen ganz EIGENEN NEUEN Liegeplatz, bestenfalls höhlenartig und NUR für Ihn. Ich könnte mir vorstellen: a) er nimmt den gar nicht an und bockt sofort, oder b) er nimmt diesen Ruheraum dankbar an.

    (War zumindest bei meiner Hündin so, die ja stark Kontrolletti und dadurch oft gestreßt und überdreht war: Der Kennel stand noch keine 5 Minuten, ich hatte nicht damit gerechnet - Zack lag sie drin und liebte den geschützten Raum für sich, suchte ihn auch selbstständig direkt auf, wenn ihr etwas zu Stressig wurde. Aber muss nicht bei jedem Hund klappen!)