Ach und noch was, was bei uns den Durchbruch in der Hinsicht gebracht hat, dass die Hyäne nichtmehr brüllt, sobald man zur Tür rausgeht: Rituale!! Feste Abläufe, möglichst ruhig, an denen der Hund genau erkennt "jetzt passiert das, dann das, und dann bleib ich Alleine und mir fällt nicht der Himmel auf den Kopf".
Die Rituale können sehr verschieden sein. Ein Beispiel, wie unser Alleinbleib-Ritual aussieht:
- morgens 30 Minuten RUHIG Gassigehen, nicht überdrehen, jeden Morgen die gleiche Strecke, ganz entspannt
- danach 15-20 Minuten Pause zuhause, keine Beschäftigung, keine Ansprache. Nur runterkommen, bis sie pennt
- dann fülle ich den Kong oder hole das Knabberzeug und lege es schonmal ins Büro
- ich stelle die Kamera auf
- ich mache am Computer Entspannungsmusik an, die sie NUR beim Alleinbleiben bekommt (Musik = Signal fürs Alleinbleiben)
- ich schicke sie freundlich und ruhig in ihren Kennel (also auf ihren liebsten Ruheplatz)
- Ich gebe ihr das Knabberzeug
- Ich sage leise und ruhig "Sei Brav." und verlasse ohne Hektik den Raum, schließe die Tür hinter mir
Das klingt, so kleinteilig aufgedröselt, erstmal ziemlich anstrengend, ist es aber nicht. Das geht so zack-zack und man gewöhnt sich sehr daran, diese Abläufe entspannt täglich durchzuziehen. Aber ich merke jetzt nach knapp 4 Wochen, dass sie das Ritual langsam versteht. Z.B. geht sie oft schon ohne Aufforderung in ihren Kennel, wenn ich die Musik anmache und wartet ruhig auf das Knabberzeug.
Die Zauberworte bei den Ritualen sind "Routine" und "Ruhe"! Wenn ich morgens hektisch bin und das auch ausstrahle, merkt Shira das sofort, dass was nicht stimmt und wird auch etwas unruhig. Und wir machen das AUCH an freien Tagen/Sonntagen, eigentlich immer, wenn es irgendwie möglich ist, damit es eine gute Regelmäßigkeit und Vorhersehbarkeit für Shira hat.