Beiträge von ReallyRed

    Das läuft doch in der Regel so:
    Mutti/Vati/Kind will einen Hund, die anderen sagen ok. Dann wird erstmal in den Anzeigen der Umgebung geguckt und man sieht süüüüüße Welpen. Dann fahren die Leute hin, wenn sie Glück haben, gibt es jemanden im Bekanntenkreis, der sie vorher aufklärt, bzw. ihnen Tipps für den Welpenkauf gibt. Vor Ort ist man sich vielleicht nicht sicher, aber die Welpen sind so süüüüß! Und vielleicht hat man ja einen gerettet aus den bösen Fängen der Vermehrer.
    Aber in der Regel denken die Leute a) gar nicht darüber nach, Bildung bremst oder b) "mir passiert sowas nicht".

    Mein Chef ist GF und hat studiert. Trotzdem läuft hier ein reinrassiger RR ohne Rigde und mit lustigen bunten Papieren rum, laut denen die Eltern irgendwelche Champions sind und auf denen die Züchterin noch nicht mal unterschrieben hat. Freitag nachmittags in den Kleinanzeigen von Ebay gesurft, hingefahren, gekauft. Und er ist stolz auf seinen tollen Rassehund mit Supereltern für nur 500€.
    Da möchte man die Leute gegen die Wand hauen, bis sie lachen und danach weil sie lachen.

    Diese Infos kommen doch nur bei Leuten an, die sich eh dafür interessieren. Wer nur auf sein Portemonaie schaut, den juckt das nicht.

    Nicht zu vergessen sind alle Rassehundbefürworter Nazis... Peta geht i.d.R. gar nicht.

    Aber sind wir an diesem Kunstlebensmitteln nicht auch selbst schuld, weil alles immer verfügbar und billig sein muss? Irgendwo beißt sich die Katze in den Schwanz. Und niemand will mehr wirklich wissen, was unsere Lebensmittel mit Tieren zu tun haben. Alles schön steril und blos weit weg. Und wer kann überhaupt noch richtig kochen? Ich behaupte, aus meinem Abijahrgang könnenn noch 3-4 außer mir eine Suppe selbst kochen, ohne Maggi-Fix aber mit Suppenfleisch und Suppengrün.

    Wir haben bei Red sehr gute Erfahrungen mit Homöopathie in Bezug auf seine Entgiftung bzgl. der Allergie (= Stinken) und jetzt bei der Behandlung seiner Schmerzen durch die Spondylose gemacht.
    Allerdings würde ich das nicht selbst machen, dafür muss die Behandlung zu sehr auf das individuelle Lebewesen abgestimmt sein.
    Klar, Traumeel oder so schon, aber bei den meisten Globuli nicht.

    Schade, dass hier auch von anderer Seite der VDH nur sehr einseitig gesehen wird. Ich habe darauf hingewiesen: Will ich einen Eurasier, muss ich mit gewissen Krankheiten rechnen. Es wird aber alles getan, diese Krankheiten auszumerzen. Das geht eben nicht von heute auf morgen. Und welcher unorganisierte Züchter testest denn seine Tiere überhaupt oder weiß, was die Linie weitervererben KÖNNTE?

    Ich mag Mischlinge und besitze den besten Retrasier der Welt. Aber könnte ich den Wurf in der Vergangenheit verhindern (und damit meinem Hund viel körperliches und psychisches Leid) würde ich es tun.

    Gestern nachmittag auf einer großen Wiese: Red ohne Leine, wir wollten etwas Leckerlies suchen üben. Kommt von weitem ein Hovawart auf uns zu, Besitzer macht keine Anstalten, ihn abzurufen o.ä., obwohl ich Red bei Fuß sitzen hatte. Ich rufe noch: "Mit Rüden hat er´s nicht so!" Antwort:Jetzt ist´s auch zu spät, lassen sie ihren laufen!"
    Dann habe ich erstmal unfreundlich darauf hingewiesen, dass ich das nicht tue und mein Hund Rückenprobleme hat. Komischerweise konnte sie ihn dann abrufen, dafür kam aber die Hündin ihrer Begleitung angefegt. "Hallo sagen". Zum Glück war die recht zurückhaltend, aber sowas brauche ich echt nicht jeden Tag.

    Mara2011: Natürlich kann ein Mischling aus dem TS auch krank sein, aber es verdient niemand mehr an dem Hund!

    Ich kann den Menschen nur vor dem Kopf gucken, daher werde ich nie wissen, ob der Unfallwurf wirklich ein Unfall war oder ob nicht doch noch 2,3,4 Würfe folgen werden.
    Und nochmals, ja ein Hund vom VDH kann auch krank sein. Aber da kann ich mich im Vorfeld mit den wahrscheinlichen Krankheiten der Rasse befassen und ggfls. darauf einstellen. Ich muss doch auch nicht bei einem Züchter kaufen, der 4-5 Zuchthündinnen hat und 3 Deckrüden. Beim KZG Eurasier z. B. gibt es Vorgaben, wie viele Hündinnen pro Züchter aktiv in der Zucht sein dürfen und wie viele Würfe pro Jahr zugelassen werden.

    Für die TE: 100-200€ sparen bringt überhaupt nix. Die kann man so schnell wieder los sein, wenn der Hund doch was hat...

    Natürlich ist ein Hund vom VDH-Züchter nicht automatisch gesund. Aber ich kann die Wahrscheinlichkeit ungefähr einschätzen und weiß, für welche Krankheiten die Rasse anfällig ist. Bei einem Mischling spiele ich immer wesentlich mehr auf Risiko. Und so wie ich das verstehe, will die TE das genau nicht.

    Ich habe hier den für mich perfekten Familienhund: kein Schutz- und Wachtrieb, so gut wie kein Jagdtrieb, gutmütig, etc. Aber: gesundheitlich eine Katastrophe, viele Krankheiten sind erblich bedingt. Da wird kein Mensch drauf geachtet haben, ob die Eltern Allergien haben oder Spondylose (die sich meist auch erst im Alter zeigt).

    Wenn ich mir wieder einen Eurasier anschaffen sollte, weiß ich, dass ich evtl. mit HD (unwahrscheinlich) oder einer Schilddrüsenunterfunktion (wahrscheinlicher) zu rechnen habe. Was ich bei einem Mischling zu erwarten habe, keine Ahnung. Red hat mich schon locker 1500€ in 1,5 Jahren gekostet. Das finanzielle Risiko und die Leiden des Tieres unter den jeweiligen Krankheiten sollte man nicht unterschätzen.

    Tuuka: Wenn ein Züchter seine Hunde untersuchen lässt, hat er schwarz auf weiß, wie gesund seine Hündin ist. Gleiches gilt für den Rüden. Nur bei Erfüllung der Zuchtzulassungsordnung dürfen beide zur Zucht zugelassen werden. Wer untersucht denn bitte seine Mischlingshündin vor dem Decken auf HD, ED, Augekrankheiten etc.?
    Und wer untersucht seinen Mischling so genau?