Beiträge von terriers4me

    ach ja: die Fettlederleine von anno 1977 ist für große Besuchshunde regelmäßig im Gebrauch und tadellos in Schuß, wenn auch mit dem zweiten Haken.

    Leinen, Halsbänder & Geschirre sind hier alle aus Leder, und ich achte auf Schnalle statt Plastikkclip, damit leben die dann auch ewig. Gewechselt hab ich nur wg. variierender Hundegröße oder für einen neuen Hund, kaputtgekaut worden ist mir bisher genau eine Leine, und die ließ sich vom Sattler reparieren.

    Am langlebigsten sind hier die Original-Drybeds: die ältesten haben bisher sechzehn Jahre, drei Hunde, davon zwei Körbchen-Scharrer, und -zig Wäschen geschafft, ohne kaputtzugehen, und ein Ende ist zum Glück noch nicht in Sicht.

    ...und das widerstandfähigste Spielzeug waren bis jetzt trockene Eichenkloben, die eigentlich für den Ofen gedacht waren, aber von den Jungterriern geklaut wurden. Selbst im Zahnwechsel dicht an unkaputtbar, nur die Rinde ließ sich abknabbern - aber sowas ist insgesamt nicht sooo toll auf dem Wohnzimmerteppich.

    jein.

    Natürlich gibt's kein Spezial-Gen für den gesitteten Umgang mit Toypudeln, aber die Grundzüge von Temperament und Charakter vererben sich meiner Erfahrung nach schon sehr. Und von denen hängt es ab, ob ein Hunde "von sich aus" überlegt, ruhig und später souverän oder eher mit wildem Karacho auf neue Situationen zugeht - eben erstmal auch auf Zwerghunde, bis er's durch Erfahrung und Training gelernt hat.

    Aber ich denke, da machst du dir wirklich zu viele Sorgen: einem auch nur halbwegs normal veranlagten und sozialisierten jungen Welpen wirst du mit Zookies Hilfe ganz schnell klar machen können, was ihr da möchtet und was nicht. Das fällt dann schon nicht mehr unter Gene, sondern unter deine Erziehung.

    Nach zwei Wochen müßte er eigentlich tatsächlich wieder der Alte sein. Da ist dann wohl doch irgendwas schiefgelaufen, zumal Pfotenbeißen ja auch ein ganz krasses Streßzeichen sein kann - und sei es, daß der wilde große Welpe zwei Wochen lang einfach viel mehr Druck für ihn war, als er vertragen konnte.

    Ein Hovawart ist ja doch eine ganz gute Hausnummer, was jugendliche Rüpeligkeit angeht. Der braucht so einen kleinen Kerl nicht mal aggressiv anzugehen, sondern kann ihn sicher schon mit Dauergekasper ziemlich an den Rand bringen. Konnte der Lütte sich denn zurückziehen, oder mußte er rund um die Uhr als lebendes Spielzeug herhalten, weil sie sich ja so gut vertragen(was übersetzt auch heißen kann: weil der Zwerg sich nicht wehrt!)? Und mußte er es mit der ganzen Truppe aufnehmen? Das kann alles reichlich zuviel für ihn gewesen sein.

    Wenn Paul körperlich gesund ist, wird dir jetzt wohl nichts weiter übrigbleiben, als ihm einfach seine heimische Sicherheit zurückzugeben und zu hoffen, daß er langsam wieder der Alte wird - rückgängig machen kannst du ja nichts.

    Das ist ja gerade das Tolle, Faszinierende am Züchten oder am bloßen Studieren bestimmter Linien oder Familien: man kann schon einiges im Voraus festlegen, Risiken ausschalten, nach optimalen Anpaarungen suchen - aber was letztlich genau rauskommt, bestimmt immer noch zu einem guten Teil das Glück.
    Zum großen Glück: es geht ja um Lebewesen, nicht um Autos von Fließband!

    Andererseits ist es aber schon auffällig, wie sehr sich gewissen Eigenschaften über viele, viele Generationen durch gewisse Familien ziehen, und wie ein besonders vererbungssicheres Individuum noch nach vielen, vielen Generationen seine Nachkommen "stempeln" kann. Legendäres Beispiel dafür ist der Trakehnerhengst Abglanz geworden, dessen hannoversche Nachkommen bis heute, fünfzig Jahre nach seinem Tod und in -zigster Generation, meist unverkennbar nach ihm aussehen.

    Ebenso faszinierend, wie oft es kleine Merkmale sind, die so exakt weitergehen: meine alte Stute vererbt ebenfalls auf die Harry Potter-Art. Sie hat bis jetzt neun Nachkommen, Kinder und Enkel, von verschiedenen Hengsten, also verschieden aussehend. Aber du könntest zu jedem einzelnen von ihnen sagen: "You have your mother's eyes..." - die sind tatsächlich überall identisch.

    Nicht, daß wir uns mißverstehen: Mit angekündigt & informativ hätte ich auch keinerlei Problem, zumal ich mich vermutlich total freuen würde, mit gleich Verrücken ausgiebig "Hund" reden zu können. Die dürften dann auch gerne skurril sein, das bin ich vermutlich selber.

    Aber, wie gesagt: Bei der Kombination von "unangekündigt" und "Kontrolle" als verbrieftem Recht für Wildfremde krieg ich echt eine Bürste und würde mich auf Abmachungen, sie sowas enthalten, niemals einlassen.

    "dass in den ersten Wochen/Monaten eine unangemeldete Kontrolle stattfindet. So weit ja kein Problem"

    ...für mich wäre das schon ein GEWALTIGES Problem. Unangekündigt in meine Wohnung latschen dürfte nicht mal der Amtstierarzt, von irgendwelcher "Kontrolle" ganz zu schweigen.
    Das Recht gesteh ich dann doch nicht per Vertrag völlig Fremden zu, Leuten, über die ich absolut nichts weiß - nur weil ich von denen einen Hund gekauft habe...?

    Nein, es heißt nicht, daß sich eine "enge" Linie unbedingt durchsetzt, aber man züchtet natürlich genau deshalb eng, weil die Vererbungs-Chance dann doch sehr viel größer ist: Vererbungssicherheit ist bei Linienzuchten der eigentliche Sinn der Sache.

    Theoretisch ist es ja auch logisch: je öfter eine bestimmte, gewünschte Eigenschaft immer wieder auftaucht, desto größer ist die Chance, daß im Gen-Roulette bei der Zeugung genau diese gewünschte Eigenschaft getroffen wird und in der Nachzucht hochkommt. Um das zu erreichen, hat man die genetische Vielfalt ja extra per Linienzucht eingeengt.

    Ein Topbeispiel für sowas besitze ich selbst: meine alte Islandstute, deren Inzuchtkoeffizient jedes Königshaus vor Neid erblassen ließe. Die ist bis zu einem Punkt ingezogen, der uns die Haare hochstehen ließe, in Island aber als total normal galt. Die haben sich vor den negativen Inzucht-Wirkungen nämlich jahrhundertelang damit geschützt, daß sie die Produkte schlicht aufgegessen haben.

    Übrig blieben die besonders Fitten, Vererbungssicheren, und meine Stute ist so eine: egal, mit wem du die angepaart hast, gewisse Familieneigenschaften waren beim Fohlen immer da. Was natürlich für jemanden, der beim Züchten nicht aus den Vollen schöpfen kann, phantastisch ist.

    Aber den Nachteil so enger Zucht zeigt diese alte Dame eben, wie sehr viele Isländer, ebenfalls: das Immunsytem ist nicht das Allerbeste, infolgedessen hat sie hier in Deutschland Sommerekzem (eine Allergie).

    Sowas ist also immer zweischneidig und heikel, zumal du ja mißratene Hunde schlecht per Teller entsorgen kannst. Wer sich auf sowas einläßt, muß seine Linien schon sehr genau kennen, wissen, wie weit er gehen kann, und vor allem seine Hunde regelmäßig per harter Arbeit prüfen können, um Schwächen schnell zu erkennen. Verlangt also noch deutlich mehr Einsatz und Geld als Hundezucht es ohnehin schon tut.

    amanhe,

    klingt schön, das Problem ist nur: Es GIBT keine fehlerfreien Tiere!

    falbala,
    ja, hat es - der war bei der Hündin deutlich höher, und zu erwarten gewesen wäre da Nachwuchs im "Zwingertyp", rot, rauhhaarig und ähnlich genaut wie die Mutter. Praktisch hat das aber so funktioniert:

    Der hier:

    http://www.rednock.com/?page_id=1210

    ...plus die hier:

    http://www.rednock.com/?page_id=912

    ...ergaben dann die hier:

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