Schütteln siehst du auch bei Ernstkämpfen - und da hast du dann wieder das Größenproblem: Sind die Kontrahenten gleichgroß, reißt's "nur" Wunden, ist einer deutlich kleiner, kann er schnell totgeschüttelt werden.
Beiträge von terriers4me
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Das sag ich dir - sowas hundegerecht Tolles und dabei Gepflegtes hab ich selten gesehen.
Watn'n Glück, daß Leute, die sich sowas leisten können, dann hobbymäßig Terrier züchten, statt Golf zu spielen - dann fällt für uns Normalos doch auch gleich der Traumhund ab... -
Tötungsabsicht von Anfang an, also Drauflosgehen sozusagen mit dem Vorsatz, den anderen wirklich nicht lebend vom Fleck kommen zu lassen, habe ich bis jetzt zum Glück nur bei einer fürchterlichen Hündinnenfeindschaft erlebt: Meine Hündin gegen eine Boxerin, die schon einen Pudel & einen Cocker auf der Liste und einen Versuch auf unsere Welpen gemacht hatte, den deren Mutter offenbar als extrem ernsthaft eingeordnet hatte.
Wenn die Wind voneinander bekamen, war es schwer zu entscheiden, welcher Hündin es ernster war, und da war sicher keinerlei "Versehen" mehr im Spiel, sondern nur noch zielgerichtete Absicht. Allerdings würde ich auch keine Hündin als "verhaltsgestört" einreihen, die sich einer Rivalin im Revier auf diese Weise entledigen möchte.
Auch die beiden Terrierrrüden, Jagd & Welsh, zwischen denen ich den bösesten Ernstkampf gesehen habe, den ich je live mitbekommen habe, waren das sicher nicht. Tödlicher Ernst ist nun mal schlicht und ergreifend als letzten Konsequenz in manchen Situationen vorgesehen - das sollte man sich einfach klarmachen, wenn man Hunde hat. Daß zwischen Groß & Klein schon Kommentkämpfe, ja sogar Spiele, böse Folgen haben können, hat ja mit dem Verhalten eher weniger zu tun, sondern mit dem menschengemachten Größenunterschied.
Die ins Jagen Überkippenden wären für mich, genau betrachtet, schon näher an einer Verhaltsstörung dran: züchterisch so geförderter Jagd/Beutetrieb, daß sie von einem gewissen Adrenalinpegel an nicht mehr zwischen Freund & Beute unterscheidne können. Aber auch da: Sowas gehört bei gewissen Typen nun mal zur Grundausstattung (anders würden Terrier keinen Füchse jagen, die sind schließlich "Artgenossen"!), man sollte es ich als Halter klarmachen, entsprechend handeln - und gut.
Ernsthaft gestört wäre für mich z.B. ein Hund, der ohne entsprechenden Vorlauf (also z.B. eine entgleisende Jagdsequenz) grundsätzlich und gezielt auf Artgenossenjagd geht.
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Das ist doch auch völlig ok, das tun wir alle - wo ist da also das Problem?
Abgesehen davon, daß mein Hund hier nun mal kein Hochleistungsjäger-Leben führt und ich die "Brennstoffzufuhr" daher lieber anpasse, mag ich persönlich die Lebenserwartung freilebender Wölfe nicht so gern - da nutze ich lieber die Vorteile des Haustierstandes.
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Das wirklich Geniale an dem Häuschen fand ich übrigens die Lage - das ist SO in the middle of nowhere, daß es sich hundeparadiesischer kaum denken läßt...ich glaube, ich spiel demnächst doch mal Lotto.
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Das kippende Spiel ist nun mal eine Situation, die du nie trainieren kannst, und vor der auch keine Hunde-Freundschaft schützt. Da kannst du wirklich nur rechtzeitig vorhersehen, daß es gleich "klack" machen und ins Jagen kippen wird wird und die Situation abbrechen - egal ,was der Besitzer des anderen Hundes dazu sagt.
Terrier sind für dieses nanosekundenschnelle Umkippen leider zu Recht berüchtigt, deshalb laß ich meinen Rüpel auch - so komisch das jetzt für die Besitzer großer Hunde klingen mag - nur sehr ungern mit Kleinen spielen. Natürlich tötet sie die nun nicht gleich - aber so krasses Einschüchtern, daß ein zarter Zwerg regelrecht Panik kriegt, wenn er sich plötzlich als Jagdopfer wiederfindet, ist da jederzeit drin.
Ich bin daher immer deutlich entspannter, solange sie die körperlich Unterlegene ist. Trenn ich sie nämlich von einem potentiellen Opfer, sobald sie anfängt, diesen stieren Jägerblick zu kriegen und sich immer weiter aufzuputschen, gibt's häufig Streß mit dem Besitzer, weil die "doch gerade so schön spielen".
Es ist wirklich nicht immer einfach mit der Kommunikation in buntgemischter Hundegesellschaft...
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Da's bei uns - toitoitoi - bisher immer gutgegangen ist, kram ich euch gern noch zwei besonders unvergeßliche Begegnungen raus: Meine Russellhündin freute sich ihr ganzes Leben lang, sogar noch als hilflose Blinde, erstmal über jeden Artgenossen wie das sprichwörtliche Schnitzel, und insofern liefen die Begegnungen meist auch sehr nett ab. Für sie zumindest, ich mußte manchmal doch ziemlich schlucken.
Etwa bei diesem Rottweilerrüden im Park, dessen Herrchen jedes, wirklich jedes Glatzen-Tattoo-Muskelshirt-Bierflaschen-Klischee bediente, so daß mir schon etwas mulmig wurde. Die Hunde waren aber auf Anhieb so nett miteinander, daß wir dann doch stehenblieben. Der Große legte sich schließlich sogar hin und ließ den Zwerg auf sich rumklettern. Und Herrchen kommentierte ganz gerührt: "Also, das glaubichjanich - eigentlich mag er ja ü-ber-haupt keine Kleinen. Letzte Woche hat der erst den Westie von meinem Schwager plattgemacht, so gleich zack und weg, nä? War nix mehr zu retten."
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...und dann war da noch dieser uns ebenfalls völlig unbekannte Barsoi an der Leine, mit dem sich mein Kleinteil auch schon aus der Distanz dermaßen anwedelte, daß es dann ausnahmsweise sogar mal Leinenkontakt gab.
Der Große war auch total freundlich, die Kleine kletterte ihm an der Schulter hoch, und Frauchen sagte, ebenfalls mit einem Unterton von gerührtem Stolz: "Wenn Sie den so sehen, würde Sie nicht glauben, daß er schon zwei solche totgebissen hat...?"
...und, auf meine offenbar rasant entgleisenden Gesichtszüge hin sehr tröstend: "Ist aber normal bei der Rasse!"Und das Komische ist: Solche Gespanne trifft man immer sonntags und nie wieder - ob das wohl eine Regel ist?
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"Meine haben nie Kontakt zu Kleinhunden bzw Kleinsthunden, einfach weil, da reicht ein drüberrollen beim unglücklichen Stolperer aufm Feld, dann sind die Üm"
So ist es. Meine Russellhündin ist letztlich bös verunglückt, als sie rechtwinkling auf vier jagdspielend hintereinanderherrennende Große zugeschossen ist und den vordersten am Vorderbein gepackt hat. Das -zigmal gespielte Spiel, das diesmal darin endete, daß sich der Gepackte auf sie überschlug und anderen drei nicht mehr bremsen konnten.
Sie hat es, zum Glück, mit schweren Prellungen und einem Schock überlebt, sprang von da an aber jedem Hund, der sie betatzte, ins Gesicht - daß SIE "Schuld" an dem Unfall gewesen war, konnte sie natürlich nicht realisieren.
Aber ich bin schlauer geworden: Ihre Nachfolgerin darf nur noch mit einem wirklich Dicken zur Zeit spielen - auf dessen Bewegungen kann sie sich gut konzentrieren und notfalls geschickt ausweichen. Immer noch ein Restrisiko, wie alle Groß-Klein-Begegnungen es nun mal sind, aber eins, das ich für vertretbar halte.
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"was passiert bei euren denn wenn der "Kleinhund" sich vor euren unterwirft oder anfängt zu lecken/beschwichtigen?"
Kann ich dir nur aus "Kleinhundesicht" sagen: meine erste Russellhündin lief als Fünfkilo-Junghund, wenn höfliche Begrüßungen in Gerüpel ausarteten, nie weg, sondern fiel in eine Art totaler Duldungsstarre. Wohlgemerkt: nur dann - lief die Kommunikation aus ihrer Sicht normal, tobte sie gleich unbefangen mit Groß & Klein und fand ander eHunde immer erstmal generell großartig.
Bekam sie aber Angst, wurde starr und duckte sich, war das Ergebnis bei allen "Tutnixen" (wirklich bös Aggressive haben wir zum Glück nicht getroffen)identisch: Die Kleine wurde regelrecht als Spielzeug benutzt: Zwacken, Ankläffen mit Zwacken, Draufspringen und allem, was so dazugehört, wenn man Leben in die Bude bringen will.
Zum Glück war sie ein enorm situationseinsichtiger Hund, also schon vom zweiten Tutnix an in so einer Lage sofort auf meinen Füßen, und ich konnte die Burschen dann abgreifen/blocken/wegschubsen. Und mir jedes (jedes!!) Mal wieder das fröhliche "Stellen Sie sich nicht so an, das regeln die doch alleine!" von Frauchen anhören.War für mich ehemalige Großhundebegleiterin ein echter Kulturschock - als ich noch mit Schäferhundboxer samt Familie unterwegs war, sollte nie irgendwer irgendwas mit denen regeln.
Das Problem löste sich komplett, als wir anfingen, Nachbars Airedaledame mitzunehmen, die sich mit Hochgenuß in die Bodyguard-Rolle stürzte. Da konnte ich dann ganz locker sagen: "Sehen Sie, wie gut die das alleine regeln...?"
Und es stimmte tatsächlich: nachdem ein paar eigentlich ja ganz nette Tutnixe gelernt hatten, daß man ratzfatz auf den Rücken gelegt wird, sobald man den Zwerg zu heftig traktiert, gingen die Hunde von sich aus vorsichtiger miteinander um, und alles lief glatt. Bloß, komischerweise, viele Frauchen hielten ihre Hunde plötzlich fest, wenn sie doch nur auf uns zustürzen wollten... -
Wenn dein Hund auf lustige Spiele steht, ist es doch super - wir reden hier aber doch von Typen wie dem Hund der TS, die daran draußen eben gerade kein Interesse haben.
Für meine ähnlich gestrickten erwachsenen Hündinnen war es daher nach jeder Aufgabe oder Lektion, die ich von ihnen verlangt habe, das Höchste der Gefühle, wenn sie mit einem Lob und manchmal einem leckeren Happen einfach wieder für ihren "Hundekram" freigegeben wurden (der bei Terriern übrigens eher selten aus Nebenhertrotten besteht...) - und insofern finde ich so ein Verhalten auch völlig normal.