Meine Freundin hat sowas Ähnliches durchgemacht: als da das erste Baby kam, bekam ihr achtjähriger DSH/Boxerrüde, der schon Hunde- und Katzenwelpen leidenschaftlich bevatert hatte, einen regelrechten Hormonflash: Er saß permanent beim Baby, wenn er irgendwie rankam, gab's das volle Pflegeverhalten inklusive vorsichtigstem Ohrauslecken für den Zwerg, und wenn der Kinderwagen allein im dörflichen Garten stand, wurde der Hund regelrecht gefährlich.
Nachdem er eine ahnunglos milchholende Nachbarin von der Straße auf eine Mauer gescheucht hatte, weil sie "sein" Baby im Zwanzigmeterradius passieren wollte, war natürlich Schluß mit lustig, und er bekam die berühmte klare Ansage: "lieben" ja, verteidigen nein.
War in diesem Fall recht einfach, weil er sehr gut im Gehorsam und auch im Vertrauen stand und sich in Gegenwart seiner Leute dann auch zurückhielt: Er hatte alles im Blick, wurde auch nie weggeschickt, aber er entschied nichts. War er allein mit dem Baby, übernahm er sofort wieder. Da kam er draußen dann schlicht an die Leine mit Haken an der Hauswand und lag für die Mittagsschlaf-Dauer still wie eine Sphinx neben dem Kinderwagen.
Seiner im gleichen Haushalt lebenden Hündin übrigens, die selbst zweimal Welpen gehabt hatte, war das Baby komplett gleichgültig - die ignorierte den Schreihals total.