Beiträge von terriers4me

    *hüstel* Ich will dir ja nicht die Hoffnung nehmen, aber ich hab persönlich schon ein PFERD (oder vielmehr: ein Pony!) kennengelernt, das die Kombination aus Schlüsseldrehen(!!) und Klinkedrücken (sowohl Klinke waagerecht als auch Klinke senkrecht) gelernt hat, um in die Futterkammer zu kommen - da sollte ein findiger Hund doch locker mithalten können?

    Bei dem Isi jedenfalls war erst Ruhe, nachdem seine Besitzer die Klinke abgezogen & aufs Fensterbrett gelegt haben - dieser Technologie war er dann nicht mehr gewachsen.

    Tja - dann war meine alte Russellin auch da untypisch: Dieser normalerweise superelektrische Hund ging SPÄTESTENS um neun ins Bett und wäre höchstens für einen Katzengroßangriff nochmal freiwillig aufgestanden. Egal, ob es Sommer, bis Mitternacht hell und im Gartne noch so spannend war: pünktlich zur Schlafenszeit verschwand das kleine weiße Heck um die Ecke, und von da an reagierte sie auch auf kein Rufen mehr.

    Ich hab öfter mal einen Beinahe-Herzstillstand bekommen, wenn ich abends dachte, der Hund sei vom Grundstück verschwunden. War er auch, aber eben im Haus und eine Etage höher. Auch spätabendliches Pinkeln hab ich irgendwann nicht mehr verlangt, nachdem ich ewig ein mürrisches, mir regelrecht vom Arm fließendes Gummitier rausgeschleppt hatte.

    Dieser kleine Hund hatte halt feste Regeln, setzte die konsequent durch - und pünktliches Schlafengehen stand da ganz oben auf der Liste.

    LOL - das hatte in diesem Fall ja schon fast ins Fiasko geführt, weil das Grundstück heidedorftypisch riesig, aber nicht komplett abgeschlossen war. Und noch mehr Nachbar-Geiseln auf dem Steinmäuerchen wollte meine Freundin echt nicht riskieren. Zum Glück wurde sowas in den Siebzigern noch nicht so eng gesehen, und alle Nachbarn einschließlich der gescheuchten Großmutter fanden toll, daß der Hund so schön Baby bewachte, aber trotzdem...

    Dieses total faszinierte Danebenhocken hat er übrigens nur am Anfang gemacht, später, als das Baby selbstverständlich wurde und das Leben weiterging, gab sich das.

    Und damit zurück ins Allgemeine...*g*

    Danke, daß du's präzisierst - das wollte ich mit diesem Beispiel eigenlich sagen: Der Rüde meiner Freunde wurde eben nicht weggeschickt, auf seinen Platz verbannt oder irgendwie aus dem Geschehen ausgeschlossen - wie übrigens auch die Jahre vorher bei Besuch nicht. Er durfte dabeisein, und wenn er am Anfang den ganzen Tag unbedingt in Babynähe sitzen wollte, so what?

    ABER er durfte sich eben nicht mehr Dritten gegenüber aufblasen. Da gab's ein striktes Nein (von dem er wußte, daß das sehr ernst gemeint war), notfalls mußte er sich hinlegen, und das reicht bei ihm, um die Kontrolle abzugeben - es hatte es acht Jahre so gelernt. Zum Ausgleich hatte er dann eben diese Mittagsschlaf-Bewach-Pflichten, wenn auch gesichert. Da lag die Verantwortung dann (aus seiner Sicht) auch mal bei ihm, und so lief das insgesamt sehr gut.

    Hätte meine Freundin ihn nur weggeschickt, auf seinen Platz verbannt, heute vielleicht noch in einer Box gesteckt, wäre es vermutlich nicht so friedlich abgegangen - er hätte zwar gehorcht, aber ziemlich sicher Frust geschoben, bis der regelrecht explodiert wäre.

    Zum Weimaraner können dir andere mehr sagen, und was die Katzen angeht: Es kann vielleicht gut gehen, aber die Schiefgeh-Chance ist größer - lebenslang.

    Ich kenn einen Fall aus dem weiteren Bekanntenkreis: Hundetrainerin zieht Weimaranerhündin (nicht jagdlich geführt) mit mehreren Katzen groß und glaubt nicht mehr an Gefahr, weil Hund so lieb, zusammen aufgewachsen, sie immer dabei....und so weiter.

    Bis die Hündin aus einem blitzschnell überkippenden Spiel heraus ihre Lieblingskatze tötete, am Sofa direkt vor ihren Füßen und so rasend schnell, daß sie nicht eingreifen konnte. Ihr blieb nur noch der letzte panische Blick ihrer armen Katze, als die merkte, daß aus dem jahrelang gespielten Spiel Ernst wurde - und seitdem ist das Haus mit Draht in lauter Hochsicherheitstrakte geteilt.

    Ich würde es an deiner Stelle nicht riskieren. Ich wünsche mir selbst seit vielen Jahren Katzen, aber ich habe Hunde, von denen ich weiß, wie schnell sie von einem gewissen Adrenalinspiegel an von Spaß auf Jagd umschalten können. Obwohl die vergleichsweise winzig sind, wäre mir das Risiko für die Katze echt zu hoch.

    Diese Hunde scheinen selbst unter den Speziellen noch speziell zu sein. Meine Freundin ist von ihrem mitten im spanischen Nirgendwo einfach adoptiert worden, ohne daß da Vorsatz oder gar Futter im Spiel waren. Der herrenlose Streuner hat aus irgendwelchen Gründen beschlossen, daß genau DAS von jetzt an sein Mensch ist - und damit war dann alles entschieden.

    Superschöne Fotos von euch allen - hier hätten wir dann mal einen vielversprechenden Bürohunde-Karrierebeginn: lebender Pressespiegel:

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    Schon wieder drei Jahre her und leider eine viel zu kurze Zeit. Jetzt sieht der hündische Beitrag zum Arbeitsalltag vorwiegend so aus: sobald sie mich ausgiebig bewegt hat, hat sie schließlich ihre Pflicht getan:

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    Meine Freundin hat sowas Ähnliches durchgemacht: als da das erste Baby kam, bekam ihr achtjähriger DSH/Boxerrüde, der schon Hunde- und Katzenwelpen leidenschaftlich bevatert hatte, einen regelrechten Hormonflash: Er saß permanent beim Baby, wenn er irgendwie rankam, gab's das volle Pflegeverhalten inklusive vorsichtigstem Ohrauslecken für den Zwerg, und wenn der Kinderwagen allein im dörflichen Garten stand, wurde der Hund regelrecht gefährlich.

    Nachdem er eine ahnunglos milchholende Nachbarin von der Straße auf eine Mauer gescheucht hatte, weil sie "sein" Baby im Zwanzigmeterradius passieren wollte, war natürlich Schluß mit lustig, und er bekam die berühmte klare Ansage: "lieben" ja, verteidigen nein.

    War in diesem Fall recht einfach, weil er sehr gut im Gehorsam und auch im Vertrauen stand und sich in Gegenwart seiner Leute dann auch zurückhielt: Er hatte alles im Blick, wurde auch nie weggeschickt, aber er entschied nichts. War er allein mit dem Baby, übernahm er sofort wieder. Da kam er draußen dann schlicht an die Leine mit Haken an der Hauswand und lag für die Mittagsschlaf-Dauer still wie eine Sphinx neben dem Kinderwagen.

    Seiner im gleichen Haushalt lebenden Hündin übrigens, die selbst zweimal Welpen gehabt hatte, war das Baby komplett gleichgültig - die ignorierte den Schreihals total.