Beiträge von terriers4me

    Wenn du mit deinem Hund umgehst, reitst oder auch nur deinen Hamster fütterst, betreibst du Tierkommunikation nonstop - insofern kapier ich ja auch nicht, wozu du da noch "Fachkräfte" brauchst.

    Ich geb allerdings gern zu, daß ich mit den Meinen das bisher immer sehr im Hier & Jetzt hängengebleiben bin - aus irgendeinem früheren Leben haben die mir noch was anvertraut.

    ...und genau damit bist du auf dem richtigen Weg: Tricks das Baby auf freundliche Weise aus (zum Beispiel mit Draußenbleiben), und dann das große Lob, wenn's tut, was es soll.

    Wenn du dabei bleiben kannst und dem längeren Atem hast, kapiert der Zwerg zumindest erstmal, was du überhaupt möchtest - bis die körperlichen Voraussetzungne dazu da sind, das auch zuverlässig zu auszuführen, dauert's allerdings noch.

    Ich hab meinen Welpen im selben Alter so gut wie stubenrein bekommen, weil die Kleinen das Rausgehen schon mit der Mutter gelernt hatten, und so klappte es auch hier erstaunlich gut, inklusive Durchschlafen.

    Normalerweise: Bis es nämlich keine Unfälle mehr gab, wenn die Kleine einfach zu aufgeregt war, um auch noch daran zu denken, daß sie mußte, oder so tief geschlafen hatte, daß die Zeit bis zur Haustür dann nicht mehr reichte, dauerte es fast ein halbes Jahr. Dann erst hatte sie ihre Blase wirklich unter Kontrolle.

    Dann sind da wohl wirklich schon ein paar Altersgeschichten im Spiel. Der Schäferhund meiner Nachbarn, von dem feststeht, daß er Rückenprobleme hat, steht nach Spaziergängen auch oft noch lange, oft mit hängendem Kopf, als meditiere er darüber, ob es sich jetzt "lohnt", sich hinzulegen. Um so, wie du es für ungünstige Lichtverhältnisse beschreibst, hat sich meine Hündin plötzlich benommen, als das Dämmerungssehen nachließ.


    Es klingt ja aber immer wieder durch, wie genau du ihn beobachtest und auf den alten Herrn eingehst, statt ihm irgendwas aufzuzwingen - der Hund hat wirklich ein Mordsglück mit dir!

    Meine Hunde laufen generell nur da frei, wo ich das Gelände für sicher halte, also gab's bei den Welpen von Tag 1 an überhaupt kein Unsicherheitsgefühl, zumal die Zwerge ja erstmal eh nichts wollen als folgen.

    Erwachsene Ausführ/Besuchshunde hab ich (mit Erlaubnis ihrer Besitzer selbstverständlich!) genau dann zum ersten Mal abgeleint, wenn ich selbst mich "sicher" fühlte, also ein Band zum Hund da war. Das ging von "sofort" bis hin zu einigen Tage an normaler Leine, dann liefen auch die frei. Probleme gab's auch da bisher nicht.

    Allerdings, wie gesagt: Wo mir das Gelände gefährlich erscheint, also da, wo Autos fahren könnten oder ich weiß, daß da gerade die Sauen stehen, lein ich eh großzügig an & hab kein Problem damit. Also ist da, wo ich die Hunde laufen lasse, eigentlich auch kein Anlaß für Unsicherheit gegeben.

    Ich halt's, gewerbsmäßig angeboten, für Abzocke pur, viele Bekannte sehen das anders.

    Darunter auch eine, die einen Hengst aus Island importierte, ein superfreundliches, zugewandtes Pferd, aber panisch kopfscheu. Nicht nur beim Reiten, er riß auch sofort den Kopf beiseite, wenn man in seiner Nähe nur den Arm hob.

    Ich bin, wie gesagt, ein eher nüchternes Gemüt: bei mir wär jetzt der TA gekommen. Bei meiner Bekannten kam stattdessen eine hochempfohlene Tierkommunikatorin, die ihr hinterher berichtete, WIE erleichtert der Hengst gewesen sei, daß sich endlich mal mit jemand für das interessiere, was ihn schon so lange quäle. Das sei nämlich folgendes: Er sei auf Island regelmäßig(!) von Männern mit Knüppeln(!!!) schwer mißhandelt worden, die ihn auf den Kopf prügelten (!!!) und ihm gerne zum Spaß den Schädel eingeschlagen hätten. Dabei habe er ein entsprechend schweres Trauma erlitten, das ihm bis heute zu schaffen mache.

    Das war dann richtig was fürs viele Geld & das Problem erklärt. Bis das Pferd wenige Tage später mit hängendem Kopf dastand, nicht mehr fraß, und der Wald & Wiesen-TA feststzellte, daß ihm der Eiter buchstäblich aus dem Kiefer floß. Er hatte, wie sich dann in der Klinik rausstellte, eine angeschlagene Zahnwurzel (eine recht häufige Verletzung bei ruppigen Jungshengst-Spielen) gehabt, um die herum sich monatelang ein riesiger Abszeß gebildet hatte, bis er endlich durchrach.

    Wie extrem ihn das gequält hatte, zeigte sich hinterher: Nachdem die Ursache beseitigt war, hat dieses Pferd nie wieder irgendwelche Probleme rund um den Kopf gehabt - von da an konnte man ihn völlig entspannt am Bart durch die Gegend führen.

    Sein Verhalten war also schlicht eine Reaktion auf lange, fürchterlichen Schmerzen gewesen - ein Jammer nur, daß er trotzdem "vergessen" hat, das der Tierkommunikatorin gegenüber zu erwähnen...

    Quer durchs Land mag das sein, in unserer "Speckgürtel"- Ecke nimmt die Hundezahl mit Sicherheit stark zu - vor zehn Jahren lebten vier Hunde in unserer Straße, inzwischen sind's elf, Hundeschulen schießen hier wie Pilze aus dem Boden - und entsprechend voller wird's jedes Jahr im Auslaufgebiet. Ich geh da seit 1977, und so wie in den letzten etwa fünf Jahren sind die Hundezahlen hier noch nie explodiert.

    Was ganz anderes noch, wenn der Große schon um die zehn, also ein älterer Herr ist: Kann es sein, daß sein Gehör/Augenlicht eventuell nicht mehr so perfekt sind und seine Tagesform auch davon abhängt?

    Daß er zum Beispiel bei gewissen Lichtverhältnissen wie Dämmerung oder Sonne von vorn nicht mehr ganz präzise sieht und deshalb lieber einmal mehr als einmal zuwenig "wacht"? Oder daß er dich tatsächlich manchmal nicht so gut hören kann, oder ihm die Gelenke schon ein bißchen wehtun, was er unter Adrenalin natürlich vergißt?

    Solche Kleinigkeiten haben ja oft schon lange Einfluß aufs Verhalten, bevor der Hund deutlich Schwächen zeigt.

    Ich finde diese selbstgerechte Hundehalter-Opferhaltung, die in diesem Artikel durchklingt, inzwischen oft genauso unerträglich wie die Gegenseite und sachlich nicht viel dichter an der Wahrheit als die letzte B***-Kampagne.

    In Jahrzehnten Hundehaltung hab ich ja auch einiges durch und mitbekommen - und wenn man's nüchtern betrachtet, hat zu so gut wie JEDER Zuspitzung hier vor Ort (Großstadt-Umfeld)Hundehalter-Rücksichtslosigkeit genauviel beigetragen wie Hundehasser-Intoleranz. Da haben die einen den anderen absolut nix gegeben - leider.

    Trotzdem kann man hier, ein bißchen Rücksichtnahme vorausgesetzt, noch prima mit Hund leben. Beim Lesen dieses Artikels hab ich mich allerdings schon gefragt, weshalb ausgerechnet in einer solchen Hundehölle wie Deutschland die Hundezahlen so zunehmen, und warum dann auch noch Hunderttausende armer Tiere in so ein Elend "gerettet" werden müssen....?!