Ich halt's, gewerbsmäßig angeboten, für Abzocke pur, viele Bekannte sehen das anders.
Darunter auch eine, die einen Hengst aus Island importierte, ein superfreundliches, zugewandtes Pferd, aber panisch kopfscheu. Nicht nur beim Reiten, er riß auch sofort den Kopf beiseite, wenn man in seiner Nähe nur den Arm hob.
Ich bin, wie gesagt, ein eher nüchternes Gemüt: bei mir wär jetzt der TA gekommen. Bei meiner Bekannten kam stattdessen eine hochempfohlene Tierkommunikatorin, die ihr hinterher berichtete, WIE erleichtert der Hengst gewesen sei, daß sich endlich mal mit jemand für das interessiere, was ihn schon so lange quäle. Das sei nämlich folgendes: Er sei auf Island regelmäßig(!) von Männern mit Knüppeln(!!!) schwer mißhandelt worden, die ihn auf den Kopf prügelten (!!!) und ihm gerne zum Spaß den Schädel eingeschlagen hätten. Dabei habe er ein entsprechend schweres Trauma erlitten, das ihm bis heute zu schaffen mache.
Das war dann richtig was fürs viele Geld & das Problem erklärt. Bis das Pferd wenige Tage später mit hängendem Kopf dastand, nicht mehr fraß, und der Wald & Wiesen-TA feststzellte, daß ihm der Eiter buchstäblich aus dem Kiefer floß. Er hatte, wie sich dann in der Klinik rausstellte, eine angeschlagene Zahnwurzel (eine recht häufige Verletzung bei ruppigen Jungshengst-Spielen) gehabt, um die herum sich monatelang ein riesiger Abszeß gebildet hatte, bis er endlich durchrach.
Wie extrem ihn das gequält hatte, zeigte sich hinterher: Nachdem die Ursache beseitigt war, hat dieses Pferd nie wieder irgendwelche Probleme rund um den Kopf gehabt - von da an konnte man ihn völlig entspannt am Bart durch die Gegend führen.
Sein Verhalten war also schlicht eine Reaktion auf lange, fürchterlichen Schmerzen gewesen - ein Jammer nur, daß er trotzdem "vergessen" hat, das der Tierkommunikatorin gegenüber zu erwähnen...