Beiträge von terriers4me

    Das soll jetzt kein Angriff auf die TS, sein ,aber: diese schmalzige Seesterngeschichte hat theoretisch mit Hunde-Retten ungefähr so viel zu tun wie Äpfel mit Handgranten, nämlich gar nix. Daß sie praktisch offenbar wirklich als Handlungsmuster gilt, zeigt eine gewisse Sparte des "Hauptsache nach D geworfen"-Tier"schutzes" ja leider nur zu deutlich.

    Schmeißt du einen Seestern ins Wasser, ist die glorreiche Rettungstat ja auch schon abgeschlossen, du kannst weiterspazieren und dich gut fühlen: der Stern versorgt sich von da an wieder selbst. (Daß er das auf Kosten anderer Meeresfauna tut, sprich: daß Seesterne Räuber sind, die ganze Biotope verwüsten können ,ist nur ein ironischer Tierschutz-Kontrapunkt am Rande.)

    Für einen in ein völlig fremdes Umfeld geschmissenen Hund müßtest du, wenn du ihn eben wirklich retten willst, anschließend etwa ein Jahrzehnt die volle Verantwortung übernehmen, no matter what - und da sehe ich dann doch einen entscheidenden Unterschied.

    Man kann da ja schon deswegen nichts seriös generalisieren, weil Streicheln nun mal nicht gleich Streicheln ist und auch da mal wieder entscheidend viel vom Menschen abhängt:

    Wenn ich (oft gesehenes Beispiel), selber stinknervös, im TA.Wartezimmer sitze und mit zitternden Händen an meinem Hund rumgrabbele, um ihn zu beruhigen, wird der selbstverständlich den logischen Schluß ziehen, daß hier irgendwas grundfaul ist, folglich selber die Flatter kriegen, woraufhin ich noch beunruhigter "nachstreichele" - und so weiter. Nach so einer Erfahrung könnte es fortan völlig logisch finden, daß Streicheln ängstliche Hunde nur noch ängstlicher macht.


    Geht's aber um diese Gewittersituation, die ich selber eher faszinierend als irgendwie beängstigend finde, kann ich dem ängstlichen Hund durchaus durch Berührungen von der eigenen Sicherheit "abgeben" - könnte also zu dem Schluß kommen, daß Streicheln sehr wohl hilft.

    Wir haben gespielt, was gerade anlag, mit dem, was gerade rumlag: Zeitungzerreißen, Chips aus Pappkartons machen, Stöckchenziehen (man muß den Kleinen ja nicht gleich die Zähne raushebeln!), Lappen-Totschütteln, Verfolgungsjagden (entweder ich hinter Welpe mit Stöckchen oder Welpe hinter mir), Sachenanschleppen mit immer besserem "aus"geben, Hinsetzen & Platzmachen, Bürsten mit Bürsterumschleppen, und last not least Rangel- und Beißspiele mit meiner bloßen Hand. Eine absolute Supergelegenheit, dem Zwerg gleich spielerisch die Beißhemmung in Fleisch & Blut übergehen zu lassen - ich hab dabei und auch sonst von einem Welpen noch nie auch nur einen echten Kratzer gefangen. Extra gekauftes Spielzeug hatten wir außer Zerrtau und mal einem Ball nicht.

    Bei meiner gewitterängstlichen Hündin wirkte Körperkontakt auch Wunder. Sie durfte einfach in Tuchfühlung sitzen, und wenn sie sehr heftig zitterte, halfen auch mal eine aufgelegte Hand und ein bißchen Streicheln, und sie wurde ruhiger. Allerdings war ich selbst das auch: ich finde Gewitter nämlich toll.

    Insofern habe ich diese generellen Ignorier-Tips immer grausam gefunden und würde mich da nach dem individuellen Hund & der Situation richten.

    Es gibt ein Defektgen, das Stummelruten verursacht, ja:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Brachyurie

    Ich würd mir da eher zwei andere Fragen stellen :1. woher weiß die Züchterin, daß beide Eltern das Gen tragen, hat sie sie testen lassen? und vor allem 2.: weshalb verpaart sie sie dann zweimal Defekt, obwohl das die Gefahr toter Welpen, heißt hier: absterbender Föten und schwerer Mißbildungen mit sich bringt?

    Normalerweise gehörten solche Hunde sofort aus der Zucht, und bei seriösen Zuchtverbänden wird beim Russell nicht mal Knickrute (das erste, mildeste Anzeichen für Brachyurie) zugelassen. Vom Miteinander-Verpaaren zweier solcher Defektgen-Träger reden wir jetzt mal garnicht - seriös züchten ist jedenfalls was deutlich anderes!

    Mein kurzhaariger, nacktbäuchiger, damals absolut körperfettloser Mini hat selbst mit fünf Monaten bei hohen zweistelligen Minusgraden keinen Mantel gebraucht. Die tobte so durch Kälte und Schnee, daß sie eher hechelte als fror. Im Winter drauf hatte ich etwas Angst, weil sie nach der Kastration unterseits wirklich total kahl war, aber auch da heizte sie noch gut von innen.

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    Die ersten beiden Eiswinter brauchte sie also nix, letztes Jahr fing sie bei null Grad und waagerecht gepeitschtem Schneeregen doch an zu bibbern und zu streiken. Das wäre also diesen Winter eventuell Mantel-Konditionen - jetzt, wo's noch vergleichsweise warm ist, reicht der Pelz natürlich noch dicke.