Beiträge von terriers4me

    Erstmal: Es tut mir sehr, sehr leid für euch beide - was du jetzt durchmachst, ist wirklich die schlimmste Hundehalter-Zeit überhaupt. Dafür zählt dein Hund auf traurige Weise zu den Glücklichen, weil du dir rechtzeitig Gedanken statt die Augen zumachst.

    Leider habe ich diesen Weg auch schon mehrmals gehen müssen, und ich würde dir aus Erfahrung vor allem das eine raten: Laß den Tierarzt kommen, statt hinzufahren. Meiner Erfahrung nach ist das so gut wie immer möglich, die meisten TÄ sind für diesen Fall sehr entgegenkommend, und ich glaube, sonst würde ich mich sogar nach einer Alternative umsehen.

    Es macht den Moment wirklich für euch beide deutlich leichter. Für den Hund, weil auf seine Schmerzen nicht noch Transport und Streß kommen (wer geht schon gern in die TA-Praxis?), und für dich, weil dir der gräßliche Weg erspart bleibt und du anschließend zuhause Ruhe hast. Das Einschläfern selbst ist wirklich nicht mehr als eine Narkose, aus der der Hund nicht mehr erwacht - es sind meist die Umstände drumrum, die Streß, Angst und Zwischenfälle fördern.

    Unter welchen Umständen auch immer - ich wünsche dir jetzt wirklich alle Kraft der Welt!

    "ICH mache meiner Hündin keinen Vorwurf, wenn sie hinterher kleinen quiekenden Hunden herläuft. Ich halte es so wie Sleipnir, rufe sie dementsprechend ab und laufe weiter. Zumal ich persönlich auch nichts für den 0-8-15 Kleinhund nebst Halter über habe. Was soll ich mich mit sowas dann weiterhin beschäftigen?"

    Du warst nicht zufällig der nette ältere Herr, der vor ein paar Jahren solchen Mordsspaß daran hatte, seine Schäferhündin kleinere, panisch flüchtende Hunde gottweißwieweit hetzen zu lassen, und den Haltern grinsend zu sagen: "Wieso? Wennse hier Ruhe haben wollen, gehense doch mit nem Hund - das da ist doch nix als ne Katze..."

    Wir haben das dann damit geregelt, daß wir einen ebenfalls recht "jagdfreudigen" großen Bodyguard mitgenommen haben, was die Manieren viele Mithundehalter ja ganz verblüffend verbessert. Die Schäferin, die wie üblich von weither angestürmt kam, mußte dann feststellen, daß Jagen doch viel weniger Spaß macht, wenn man sich plötzlich mit Airedale obendrauf am Boden wiederfindet, und der eben noch gehetzte Kleinhund einen herzhaft in die Keule zwickt.

    Weshalb sollte ich mich mit sowas weiterhin beschäftigen? Ich hab meinen Hündinnen also keinen Vorwurf gemacht die ebenso locker machen lassen wie Schäfer-Herrchen vorher - körperlichen Schaden gab's ja nicht, es dauerte nur ewig, bis die Schäferhündin wieder aufstehen durfte. Ihr Herrchen war schließlich ganz weit weg, wie immer, wenn sie Kleine hetzte. Und, seltsam: von da an verliefen alle weiteren Begegnungen zivilisiert.

    Das ist einfach zu früh zu viel. Eher stoische Hunde stecken sowas weg, aber die Lebhaften laufen ganz schnell im "overdrive", wie du es ja gerade erlebst. Das sind die Typen ,die zu schnell zu viel anbieten, sich aber noch gar nicht entsprechend lange konzentrieren können und dann regelrecht den Überblick verlieren. Die solltest du als Besitzer ausbremsen und runterregeln, bevor sie total überdrehen - auch wenn das Dogdancing dann eben warten muß. Ihr habt doch für alles noch alle Zeit der Welt!

    Der katzentötende Airedale meiner Nachbarn hat genauso reagiert, als er meinen Russell-Junghund beim ersten Treffen totschütteln wollte. Hat ihn blitzschnell gepackt, aber beim ersten Quiekser mit einem total "entsetzten" Gesicht fallen lassen wie eine heiße Kartoffel und wirklich erst in dem Moment gemerkt, daß das ein Hund war. Zum Glück war der Zwerg heilgeblieben und hart im Nehmen, binnen einer Woche hatten wir die beiden aneinander gewöhnt, und danach waren sie zehn Jahre lang ein Herz und eine Seele.

    Das war also ein echtes Versehen, und blieb auch das einzige, denn dieser Airedale war ansonsten entzückend und vorsichtig zu allen Kleinhunden. Wenn aber ein Hund, wie die TS schreibt, jetzt schon dreimal einen Yorkie ernsthaft gejagt hat, klingt das schon so, als hätte er klein & flitzig ganz simpel als Beute eingeordnet. Was ja an sich nicht unlogisch ist: Hunde jagen ja auch andere kleine Artgenossen: Füchse!

    Über die Gründe für sowas haben wir uns im verlinkten Thread ausführlich unterhalten - es ist auf jeden Fall eine sehr gefährliche Situation.