ja, bei den Vorgängerinnen hab ich Zerlegbares auch immer ausdrücklich mit "Beute!" freigegeben, sonst wurde es nicht angerührt - die junge Wilde war da irgendwie schneller...
Bißchen(!) Pappe zwischendurch hat mein Welpe zum Glück anstandslos verdaut, Zellulose ist janicht so schlimm. Aufpassen muß man da eher bei den Metallklammern, mit denen manche Kartons zusammengebaut sind - das ist mir bis heute mir zu gefährlich.
Allerdings haben wir bei diesen Spielchen schon zweimal die klassische Fehlprägung hingekriegt: Hund darf Kartons & Füllmaterial tonnenreif schreddern, hält fortan (ganz logisch!) den Paketboten für diesen unglaublich netten Typen, der bloß kommt, um Hundespielzeug frei Haus zu liefern - und ist dann vor Begeisterung kaum noch zu bändigen.
Läuft hier heute noch so - der erwachsene Hund kann's nämlich auch nicht erwarten:
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Das erste, was ich nach dem Wechsel von Groß auf Klein tun mußte war übrigens, die Torhöhe zu verdoppeln - der Zwerg war gleich am ersten Abend locker über das gegangen, was den Großen immer zuverlässig gehalten hatte.
"Und wie viele kleine Hunde kennst du denn die von einem mittelgrossen Hund umgerannt wurden und dabei ernsthaft verletzt wurden?"
Meinen eigenen zum Beispiel. War zwar ein Unfall, für den die Großen absolut nix konnten, hätte die Lütte aber trotzdem gut das Leben kosten können. Nichts als schieres Glück, daß es mit Schock & schweren Prellungen abging, Kommentar der TÄ war übrigens: "Den letzten kleinen Hund, der so getreten worden ist, hab ich mit einem Leber- und Milzriß einschläfern müssen."
"Normales" Spielen zwischen Groß & Klein ist normalerweise eher ungefährlich - mein Zwerg wird, wie du hier siehst, seit dem zartesten Babyalter regelmäßig von Riesen gefressen, liebt das heiß und hat noch nie einen Kratzer davongetragen:
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Das ist die eine, nette Seite der Medaille. Was dagegen furchtbar gefährlich werden kann, sind die von einem gewissen Adrenalinlevel an ins Ernstfall-Jagen überkippende Spiele, über die in dem verlinkten Thread ja ausführlich gesprochen wurde.
Oder Hunde die, wie im Beispiel hier sehr gut beschrieben, generell erstmal ungehindert alles hetzen dürfen, was sich bewegt, zunehmend Spaß dran finden und ihr Beuteschema dann auf kleine flitzige Artgenossen ausdehnen. Vielleicht zunächst "versuchsweise", dann, wenn da selbst beim dritten Mal keine Reaktion der Besitzerin kommt, zunehmend selbstverständlicher - im Hundeverständnis heißt "nicht unterbunden" nun mal oft "ist völlig in Ordnung".
Wenn der Besitzer weiterhin mit dieser Scheißegal-Attitüde achselzuckend bis amüsiert dabeisteht, so nach dem Motto, "Meiner ist ja stabil genug, daß ihm eh nicht passieren kann, und was soll er der kleinen Ratte schon groß anhaben...?" , ist die Katastrophe irgendwann vorprogrammiert.
Nicht unbedingt nur für den Zwerg: Autos fahren auch über große Hunde, und am Leinenzwang, sobald's die erste Anzeige setzt, hat ein Schäfer ebensowenig Spaß wie ein Yorkie am Gehetztwerden.
btw: Ich war bei uns von Anfang an das Kind, das ständig an irgendwelchen Viechern hing, sobald es sie erwischen konnte, ohne Rücksicht auf Dreck & Hygiene. Mein Bruder hielt sich da lieber fern. Krank bin ich auch als Kind von sowas nie geworden, der Allergiker von uns beiden wurde mein Bruder.
Fehlen wird er, sehr, das ist einfach der Preis für alles, was uns ein Hund schenkt.
Aber dafür schenkst du ihm das Größte, was du ihm jetzt noch geben kannst: ein gutes Ende. Keine immer schlimmeren Qualen, bis nichts mehr geht, und dafür ist er dir mit Sicherheit auf irgendeine Weise sehr dankbar.
Und, auch wenn das jetzt zu früh ist: du selbst wirst sehr viel schneller mit einem Lächeln auf eure Zeit zurücksehen können und merken, wieviel dir dein Hund trotz des leeren Platzes auch "dagelassen" hat, wenn das Ende "rund" und für ihn richtig war. Dann weißt du wirklich, daß du nicht nur bekommen, sondern auch alles gegeben hast, was dein geliebter Hund verdient - egal, wie schwer es dir gefallen ist.
Ich wünsche dir nochmal ganz, ganz viel Kraft für morgen - und hier sind immer Menschen, die wirklich verstehen können ,was du jetzt durchmachst.
wenn du deinen Hund kontrollierst und bei solchen Begegnungen abrufst, so daß er anderen keine Probleme macht, ist doch alles schick. Wen du magst oder nicht, ist ja nun absolut deine persönliche Sache. Klang in deinem ersten Posting nur etwas anders - sorry, wenn ich das mißverstanden habe.
und BirgitMehrum,
Kontakte kontrollieren zu können, egal, ob zu Menschen, Wild oder Kleinhunden, ist keine "Erziehungsmethode in Hundeschulen", sondern einfach die Grundvoraussetzung zu sachgemäßem Umgang mit einem domestizierten Raubtier. Da geb ich vinceprinz nämlich absolut recht: Wir haben kein rosa Kuschelhäschen an der Leine, sondern ein Tier, dessen natürliche Impulse wir kennen müssen, um sie managen und gelegentlich eben auch einschränken zu können - das ist nun mal die Verantwortung, die wir mit einem Hund auf uns nehmen.
Ich hab in gut 30 Jahren Hundehaltung, zusätzlich natürlich Kontakten mit so ziemlich allem Tierischen, was so rumläuft, bis jetzt genau zwei tierverursachte Probleme zu verzeichnen: einmal eine wirklich böse Bindehautentzündung, weil ich einen ärgerlichen Feuersalamander in der Hand gehabt und mir danach nicht die Finger gewaschen habe
- und, sehr viel lästiger: die bedauerliche Tatsache, daß ich zu den wenigen Menschen gehöre, auf die Hunde/Katzen/Igelflöhe total abfahren.
Das ist ziemlich fies, und deshalb kriegt mein Hund im Zweifelsfall auch mal eher die chemische Keule verpaßt, aber selbst das ist eben eher lästig als gesundheitsgefährdend: Würmer hab ich noch nie bekommen. Und wie minimal eine Hund-Mensch-Ansteckungsgefahr ist, hab ich vor zwei Jahren unfreiwillig im Selbstversuch getestet: Da hatte mein Hund eine böse Infektion mit hämorrhagischen E-coli. Genau: Das war das, was ein halbes Jahr später als EHEC Schlagzeilen machte.
Daß das theoretisch auch auf mich übertragbar gewesen wäre, habe ich erst hinterher von meinme Hausarzt erfahren. So hat der kranke Hund ganz normal mit mir weitergelebt, inklusive Liegens auf der Bettdecke, und passiert ist absolut nix.
Bei normalem Hygienestandard, was hier bedeuten würde: strikt getrennes Geschirr für Mensch & Hund, Hund geimpft, rigoros entfloht (siehe oben!), normal saubergehalten und von mir absolut nicht geküßt (da würgt's mich nun mal!), dafür aber normal haarend, so gut wie nie geduscht und - zugegeben - im Bett schlafend, ist diese Gefahr offenbar vernachlässigbar gering. Sonst hätte ich mir in all den Jahren garantiert schon Gottweißwas geholt.