Beiträge von terriers4me

    Das stimmt wirklich: Lernprozesse sind um so wirksamer, je weniger Ärger es gibt. In diesem Fall hätte ich meinem Hund schon bei den Aufreite- oder sonstigen Anrüpelversuchen eine Abkühl-Leinenpause bei mir verordnet und gleich die Gelegenheit genutzt, ihn dann für sowas wie ruhiges Beimirsitzen zu loben & zu belohnen. So, wie's gelaufen ist, hat er eher nicht verstanden, was denn nun falsch war und wird sich den nächsten angeleinten Kollegen eher wieder greifen.

    Übrigens: Ich sag das nicht etwa aus grauer Theorie. Ich hab hier auch eine "Rüdin", die bei angeleinten Begegnungen auch gern mal das Gesetz in die eigenen Pfoten nähme. Da helfen wirklich nur ganz klare Vorgaben. In eurem Fall wäre das also nicht ein nettes "wir gehen weiter, Momo", was sich der Knabe ja offenbar schon als "Jetzt oder nie, also: Attacke, Momo!" übersetzt, sondern eher so etwas wie ein sofort (!) eingefordertes "Fuß, Momo". Übersetzt also: "Du hast jetzt eine Aufgabe, und ICH kriege auf der Stelle deine Aufmerksamkeit - nicht etwa der andere Hund!"

    Ohne dabeigewesen zu sein, würde ich Momos Verhalten etwa so übersetzen: Er kommt mit euch als Rückendeckung in eine trubelige Umgebung, kriegt da jede Menge Aufmerksamkeit und vor allen entzückendes Mädel. Tolles Revier, alles seins, klasse Abend!

    Bis jemand auf die blöde Idee kommt, ihm einen zweiten, total fremden Kerl direkt vor die Nase zu setzen, sprich: einen Rivalen. Dem möchte er eigentlich gleich mit Aufreiten zeigen, wo hier der Hammer hängt, aber blöderweise hindert ihn Herrchen dran.

    Also macht er's erstmal subtiler: mit Pinkeln, Verfolgen, Wegabschneiden, Sichgroßmachen und Augenkontakt, damit, dem anderen immer wieder dichter und dichter auf die Pelle zu rücken - also mit all dem ,was Hundehalter so gern als "unentbehrliche Sozialkontakte" oder "spielen so nett" interpretieren. Auf diese Weise findet er dann schon mal raus, daß der fremde Kerl ein Schisser ist. Um so besser!

    Und dann, endlich, kommt die Chance: der Rivale wird gefesselt weggezogen, also: Drauf & gib ihm!

    Für Momo sicher ein gelungener Abschluß eines netten Abends - der Chow würde das Szenario garantiert anders bewerten!

    Daß Momo, wie du schreibt,bei Leinenkontakten angreift, sobald's ans Weitergehen geht, dürfte übrigens einen ähnlichen Background haben: Mit Mensch an der Leine ist Hund ja bekanntlich stärker, und so nutzt er, sobald er weiß, daß der Kontakt gleich zu Ende ist, auch hier die Chance, noch fix und mit minimalem Risiko für sich selbst klarzustellen, wer der Boß ist.

    Wär's meiner, bekäme er absolut keine Chance mehr für solche Spielchen, bis ich ihn wirklich im Griff habe. Er hat schon Glück gehabt, daß der arme Chow so ängstlich war - oft wehren sich angeleinte Attackierte besonders erbittert, und solche Kloppereien sind sehr viel böser als normales Geprolle.

    Liest sich so, als würde Momo das Anleinen als willkommenes Signal nehmen, daß er sich den anderen Hund in diesem wehrlosen Moment gefahrlos greifen kann. Daß er den Schisser generell gerne ducken wollte, hat er euch mit dem Aufreiten ja schon deutlich signalisiert - und die nächste Chance hat er eben ergriffen.

    Ich kenne viele Hunde, die genau diese Unterscheidung zwischen frei und angeleint sehr gut ziehen können und dann auch entsprechend agieren - einer meiner Terrier hatte das auch allerbestens raus.

    Insofern verstehe ich jetzt auch nicht ganz ,weshalb nicht beide gleichzeitig angeleint oder der zweite zumindest festgehalten wurde? Das kenn ich hier als eine der festen Regeln im Hunde-Knigge - die Konstellation: einer Leine, einer läuft frei drumrum, ist doch ohnehin immer konfliktträchtig?

    Den Halter des Chows verstehe ich allerdings ebensowenig, "Hundekontakte" für ein verängstigtes Tier sähen für mich sicher nicht so aus, daß es einen fremden Rüden während einer Party auf fremdem Territorium vorgesetzt bekommt, erst recht nicht, wenn da sogar noch eine Hündin anwesend ist. Das wäre mir VIEL zu viel Streß, viel zu konfliktträchtig - und der arme Kerl hat ja auch für eure Fehleinschätzung bezahlt.

    Hör auf dein schlechtes Bauchgefühl - so, wie es von hier aus aussieht, trügt es dich wohl nicht, und dein Kind geht nun wirklich vor. Für den armen Hund werden die, die ihn ins Land geholt haben, dann eben auch gemeinsam eine Lösung finden müssen.

    ..und was das "daran gewöhnen" angeht, wäre das vielleicht eine Option, wenn das Kind deutlich älter wäre - aber ein solcher Hund und ein lebhafter Dreijähriger sind wirklich eine brandgefährliche Zusammenstellung!

    Eigentlich bleibt dir nur eins: diese unsägliche Orga anrufen und den zutiefst bedauernswerten Hund wieder abholen zu lassen - im Moment spielst du mit der Gesundheit deines Kindes.

    Was ihr da alle gemeinsam betreibt, ist kein Tierschutz, sondern ein gruseliger Tierversuch, der auf das systematische Scharfmachen einer Zeitbombe rausläuft: ein Hund, der unter ungünstigsten Voraussetzungen aufgewachsen ist, nichts kennt, gerade den totalen Kulturschock erlebt und vor Streß offenbar nicht mehr weiß, was er machen soll.

    Was er brauchte, wären Ruhe, Struktur und hundeerfahrene (!!)Führung, und selbst das wäre bei den Vorschäden keine Erfolgsgarantie. Stattdessen wird er auch noch mit Do it yourself-Methoden aus dem Fernsehen "dominiert", was seinen Streßlevel garantiert nicht senkt, und die erstne "Experten" raten dir auch schon zum Einsperren. Bei all dem Druck ist es wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis das arme Viech ganz furchtbar explodiert - und man kann bloß hoffen ,daß es dann nicht auch noch das Kind trifft.

    Tut euch allen einen Gefallen und beendet diesen Tierversuch, bevor der total konfuse Hund das erste Mal ernsthaft zugebissen hat - seine Chancen sind ohnehin schon miserabel genug, und ER hatte keine Entscheidungsfreiheit!

    Meine Hündin verträgt einmal rohes Gemüse schlecht und neigt zum anderen generell zu Blähungen, wenn sie in einer Mahlzeit nur Fleisch oder nur Fleisch & Gemüse bekommt.

    Sobald ein Teil aufgekochter Hirse-Hafer-oder Buchweizenflocken dabei sind (bei uns etwa 1/4-1/3 der Gesamtration), ist prompt Ruhe. Die scheinen beim Aufquellen im Darm irgendwas zu "binden", was die Fehlgärungen verursacht - auf welche Weise das funktioniert, können dir hier sicher die Fachfrauen erklären.

    Bei einem recht krassen Fall von Mehrfach-Versemmeln hier in Niedersachsen (mittelgroßer Hund, der über zwei Jahre hinweg diverse kleine Artgenossen zum TA befördert und schließlich eine eingreifende Kleinhundehalterin verletzt hatte) wurde eine amtstierärztliche Überprüfung angeordnet. Ergebnis: Hund wurde eingezogen, kam ins TH und ist inzwischen neu vermittelt.

    Hier lieben sich Schäfer &Terrier zwar heiß und innig:

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    ...aber der Große ist Besuch, und gezielt anschaffen würde ich mir diese Kombination wohl auch nicht. Der Terrier ist im Vergleich so viel temperamentvoller, bewegungsbedürftiger und "jagiger", daß der würdige Schäfer auf Spaziergängen manchmal regelrecht gestreßt und genervt ist, wenn er diesen Flitzer unter Kontrolle halten muß - und aus seiner Schäferhunde-Sicht muß er das natürlich unbedingt!

    Das entzückendste Hundepaar, das ich bis heute kennengelernt habe, waren ein DSH/Boxerrüde und eine drei Jahre jüngere, etwa 40 cm hohe und 10 Kilo schwere Pudelmixhündin. Die war zwar auch deutlich quirliger als ihr großer Partner, hatte aber keine Jagdambitionen und blieb am liebsten von sich aus dicht bei ihm, was er wiederum toll fand. Die beiden waren wirklich ein perfektes Paar.

    Die Blinde lebt inzwischen nicht mehr, und die Umstellung war tatsächlich sehr schwer, da sie als topfitte Achtjährige binnen eines Monats das Augenlicht verlor. Aber nachdem wir beide über den ersten Schock gekommen waren, lief der Alltag ziemlich genauso weiter wie immer.

    Nur mit deutlich mehr Kommunikation: Ich mußte dem Hund einiges ansagen, vor allem draußen, und der Hund hatte ruckzuck gelernt, mich drinnen als Servicepersonal ranzubellen, wenn's mit dem Sprung aufs Sofa nicht gleich klappte...