Beiträge von terriers4me

    Wo wir gerade nochmal bei meiner braven Airedalin sind: Die war ein Hund, der es tatsächlich fertig brachte, voll in Hundehaufen zu latschen, sobald sie abgelenkt war - sowas hätte ich eigentlich nicht für möglich gehalten.

    Passierte ihr aber regelmäßig, vor allem wenn sie spielte: Wo die anderen Hunde notfalls noch einen schnellen Haken schlugen, galoppierte sie voll rein. Hinterher, wenn sie sich wieder auf ihre Umwelt konzentrierte, war ihr das sichtbar unangenehm: Dann stand sie oft mit einer wehleidig gehobenen Pfote da, rührte sich nicht mehr vom Fleck und starrte mich hilfesuchend an.
    Aber gelernt hat sie nix draus: Kaum war sie wieder richtig abgelenkt: *SMOTSCH!* - und das auch noch mit Riesenschwung und diesen dicken Fellpfoten.

    Es war da schon eine Erholung, daß ihre Nachfolgerin dann klein und katzensauber war - aber, wie sich herausstellte, auch nur eine Atempause vor meinem jetzigen kleinen Sch***köter!

    Unser Zweithund war schlicht der Sohn unserer Ersthündin, der sich schon als kleiner Welpe entschieden hatte, daß er un-be-dingt der Hund meines Vaters werden wolllte. Darüber verhandelte er nicht, und das er dann auch geschafft, für fast 15 gute Jahre.

    Die Hunde haben sehr harmonisch und friedlich nebeneinandergelebt, es gab nicht mal Reibereien, weil die Rollenverteilung sehr eindeutig war (alle Macht für Muttern) und beide jeweils ihren Vorzugsmenschen hatten. Alleine wären sie aber zweifellos beide glücklicher gewesen. Das zeigten sie nicht nur deutlich damit, wie sehr sie jede Extra-Einzelzeit genossen - der Rüde blühte nach dem Tod seiner Mutter auch total auf und hatte sicher die beste Zeit seines Lebens.

    Hauptkriterium für einen schlauem Hund wären für mich Situationseinsicht und die Fähigkeit, aus einer Erfahrung zu lernen - und die gingen unserem großen Zottelmixrüden in erstaunlichem Maße ab. Körperlich war er sehr gewandt, aber mental manchmal nicht so ganz up to scratch.

    Der Knabe ist neun (!) Jahre lang regelmäßig auf dem Trick seiner Mutter reingefallen, beim Fressen plötzlich alarmbellend in eine Gartenecke zu rasen. Da stand er dann und kläffte grimmig ins Nichts, während die Alte natürlich einen Blitzhaken schlug und, wie sie es vorgehabt hatte, ruckzuck seinen Napf leermachte. Den Zusammenhang hat er offenbar nie durchschaut.

    Während es meiner superschlauen Russellhündin genau zweimal passierte, daß nach dem Fressen ihr riesiger Kalbsgelenk-Knochen verschwunden war, weil ich ihn inzwischen bis zum nächsten Tag in den Kühlschrank gepackt hatte. Beim dritten Mal kam sie buchstäblich ächzend mit dem Trumm in die Küche gewankt, legte es direkt neben den Freßnapf und schleppte es nach der Mahlzeit zum Nachtisch wieder mit in den Korb. Blind oder nicht - den Überblick hatte sie allemal!

    Bei uns haben witzigerweise gerade die schlauesten Hunde regelmäßig die dicksten Slapstick-Brocken gebracht - vielleicht, weil sie experimentierfreudiger waren?

    Ich werd jedenfalls nie den Erstkontakt meiner ersten Hündin mit Wasser vergessen. Sie war absolute Binnenländerin, kannte da also nix, was größer war als ihr Saufnapf, und war fünfmonatig mir im Urlaub in deutlich nasserer Umgebung. Wir gingen an einem breiten, total mit Entengrütze zugewachsenen Entwässerungsgraben spazieren.

    Auf dem schwamm ein Bleßhuhn, und viel schneller als ich reagieren konnte, passierte Folgendes: Mein Junghund, für den Grün natürlich "freie Rennbahn" bedeutete, raste darauf zu und schien auf der Entengrützen-Oberfläche noch einen comicartigen Galoppsprung in der Luft zu machen, bevor er mit einem lauten "Plupp" absoff wie ein Stein.

    Das Bleßhuhn tauchte ebenso schnell, und einen Moment starrte ich fassungslos auf die plötzlich leere Grabenoberfläche - bis meine Hündin total grün wieder auftauchte und, weniger erschrocken als total verblüfft, niesend und spuckend ans Ufer kletterte. Terrier verpflichtet: das erste, was sie tat war, sich umzudrehen und diese seltsame Hundefalle mit gesträubter Bürste drohend anzuknurren - aber von da an war sie deutlich vorsichtiger.

    "Ich glaub du hast es erkannt, dein Hund ist ein Arsch"

    Ich glaube, so ziemlich jeder Hund ist ein opportunistisches kleines Arsch, sobald sie sich die Gelegenheit bietet - an das Edle im Tier glaube ich da schon lange nicht mehr....*g*

    Meine Russellhündin war eine Meisterin innerartlicher Diplomatie, dreißg Zentimeter purer Höflichkeit. Normalerweise. Aber sie hätte sich nie die Chance nehmen lassen, ihre Lieblingsfeindin, eine uralte, tattrige Labbi-Oma, die nie von der Leine kam, im Wald von hinten anflitzend zu überfallen, hinterrücks in die Keule zu zwicken und wegzuspringen, bevor die Ärmst wußte, was ihr geschah. Daß sie ihr nicht nachsetzen konnte, wußte Fräulein Terrier ganz genau - die unterschied da tatsächlich sorgfältig zwischen "frei" und "angeleint".

    Unnötig zu sagen, daß ich diese Späßchen rigoros unterbunden habe. Aber wenn das kleine Biest dann doch mal schneller gewesen war und ich es unter tausend Entschuldigungen abgreifen mußte, hatte es regelmäßig das ganz große Siegergrinsen im kleinen Gesicht...

    Hier ist ein Jugendbild von unserem Ami-Freund, da kann man den Unterschied ganz gut sehen: Er ist größer, kräftiger, hat mehr Nase und weniger Glotzaugen:

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    Da er volle AKC-Papiere hat, haben seine Besitzer sich vor Jahren mal ganz naiv erkundigt, ob er hier in D körfähig wäre, aber, wie gesagt: deutsche Mopsleute haben sich mit Grausen abgewandt.

    Google mal nach amerikanischen Möpsen, die haben auch oft deutlich mehr Nase. Wir kennen da einen, der ohne Schnarchen, Röcheln & Atembeschwerden im zwölften Lebensjahr ist, der wird aber von deutschen Mopsleuten regelmäßig als "kleiner Boxer" abgetan - und das ist nicht als Lob gedacht!

    Solche Jagdspiele sind das absolute Terrier-Lieblingshobby, gern auch noch mit Höllengebrüll. Und du hast schon recht: die sollte man ganz, ganz genau im Auge behalten, weil sie so schnell kippen können.

    Wenn der Spielpartner meines Terriers deutlich größer & kräftiger ist, laß ich's laufen - der holt den Zwerg notfalls schon auf hündisch wieder runter. Das läuft immer am glattesten, da werden die Rollen getauscht, und keiner kriegt Angst.

    Sind's zwei große & kräftige Spielpartner, wird's schon kritisch, weil sich der Terrier gern mit auf einen Unterlegenen stürzt - da muß ich schon wieder sehr aufpassen & ggfs abbrechen.

    Ist der Spielpartner klein, zart und ängstlich, erlaube ich Spielen möglichst überhaupt nicht mehr - das finde ich die ungünstigste Konstellation. Ich breche auf jeden Fall SOFORT ab, wenn der Kleine den Schwanz klemmt, sonst Angst zeigt, oder der Terrier ernsthaft in den Jagdmodus geht. Das sieht und hört man sofort: Starre Körperhaltung, "weggetretenes" Auge und Ernstfall-Hetzlaut - das ist plötzlich kein Spiel mehr, sondern ein ablaufendes Programm. Beim Unterbinden hol ich mir dann zwar oft Mecker von den anderen Besitzern, weil sie gerade "so schön spielen", ist mir aber scheißegal.

    Ist der Spielpartner ein zweiter, gleichstarker Terrier, heißt es besonders aufpassen: Der kocht nämlich ebenso fix hoch, und von einem gewissen Adrenalinspiegel an endet's gern mal in einer saftigen Klopperei. Da wird dann getrennt, sobald der Geräuschpegel ins Ernstafte zu kippen beginnt - auch das hört man mit einiger Übung sehr fix.