Beiträge von terriers4me

    Mein völlig unmaßgeblicher Tip wäre, daß er jemanden sucht, an dem er seinen Frust ablassen kann - das können Hunde ja bekanntlich ebenso gut wie Menschen - sich im Moment dabei noch nicht an die erwachsene Hündin traut, sie aber angehen wird, sobald sie auf sein Fixieren so reagiert, daß er glaubt, es wagen zu können.

    Kenne ich vom Jagdterrier: Hund hatte Ärger mit uns, schob Frust, den er nicht an uns auszulassen wagte - und verkloppte dann prompt den treudoofen Collie, der absolut nichts mit der Situation zu tun hatte. Wäre der junge Herr also meiner, würde ich das Fixieren der Hündin unterbinden, bevor sie als Blitzableiter herhalten muß.

    "Sicherheit geht bei mir vor Leinenfreiheit, egal wie uncool das ist."

    Genau das war auch mein Fazit, nachdem's nach zehn total coolen Jahren im elften fast tödlich geendet hätte - und gottseidank lebte mein Hund noch, um vom Lerneffekt zu profitieren...seitdem leine ich jedenfalls immer & überall an, wo auch nur der Schatten eines Sicherheits-Zweifels besteht. Ohne Ausnahme - es ist das Risiko einfach nicht wert.

    Meine erste Hündin war auch so eine, egal, in welcher Situation, und in meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich sie dann auch überall frei laufen lassen, weil ich's einfach so dermaßen cool fand, daß bei uns ein Blick reichte. Wo Leine Vorschrift war, etwa im Großstadt-Bus, hab ich sie nicht etwa dran geführt, sondern ihr das Ding einfach aufgerollt ins Maul gegeben - das kam immer gut.

    Ich hätte damals geschworen, daß mein Hund hundertprozentig zuverlässig ist. Bis sie mir dann, im reifen Alter von elf Jahren, quer über eine Ausfallstraße schoß, weil auf der anderen Seite ein Eichhörnchen war.

    Durch ein absolutes Wunder hat sie's heil überlebt, und ich hatte gelernt, daß es sowas wie hundertprozentig bei Lebewesen eben doch nicht gibt - gäbe es das, wäre sie's wirklich gewesen.

    Mein kleinster überlebender Indoor-Pflegling hatte stolze 90 Gramm Startgewicht - den hab ich auch erstmal in einer Igelstation aufpäppeln lassen und dann ins Haus genommen. Aber 380 mit eingefallenen Seiten ist fürs Draußenbleiben im Spätherbst tatsächlich eher wenig.

    Das Rattenproblem hat uns hier der Terrier gelöst: Die junge Wilde hat sich jeden Abend (!) innen vor die Haustürscheibe gesetzt und sowohl die Igelankunft als auch den Igelrückweg mit dem großen Knurr- Türkratz- und Wufftheater begleitet. Kriegte sie trotz geschlossener Haustür genau mit - dann war immer gleich klar, wann ich die Reste abräumen durfte.

    Ein vernünftiger Hund würde sowas wohl kaum wochenlang begeistert durchziehen - für die kleine Spinnerin war's ein absolutes Highlight: endlich mal jagdliche Aufgaben!

    Wir hatten hier letztes Jahr Ende Oktober einen 380 Gramm-Mickerling, der sich bis Dezember noch auf fast 800 Gramm hochgefuttert hat.Igel kurz vor dem Winterschlaf explodieren ja beinahe, sobald es genug zu fressen gibt, darauf sind sie um diese Jahreszeit engerichtet.

    Zu futtern gab es jeden Abend Billigkatzenfutter, hinter einer Spanplatte, die ich so an die Hauswand gelehnt habe, daß Regen & Katzen draußen blieben. Da Igel Dämmerungstiere sind, hatte der Kaktus die Schüssel regelmäßig leer, wenn ich das letzte Mal mit dem Hund rausging. Ich hab sie dann gleich eingesammelt, weil wir hier sehr rattengeplagt sind & ich die Viecher eher nicht füttern wollte.

    Draußen füttern hat sich hier wesentlich besser bewährt als das Reinnehmen, was ich früher oft gemacht habe - der Igel hat etwa dasselbe Gewicht angesetzt wie die Vorgänger drinnen und konnte trotzdem im eigenen Bett schlafen.

    "Dieses ist ein Straßenhund"

    Na und? Ich glaube kaum, daß Straßenhunde in irgendeiner Weltecke lange am Leben bleiben würden, wenn sie grundsätzlich mit Menschen per Biß um jede Ressource kämpfen würden.

    Meine Freundin hat übrigens auch einen Ex-Straßenhund aus freier Wildbahn, dazu noch einen HSH von einem Kaliber, dem sie problemlos ihren ganzen Hof anvertrauen kann, weil er sehr ausgeprägt wacht. Er räumt auch bis heute jeden Mülleimer aus, den er erwischen kann. Sie hätte also alle Standardausreden gleichzeitig, wenn ihr Hund ihre Gäste tackern würde.

    ABER: Wachen tut er eben ausschließlich, wenn er allein die Verantwortung trägt. Ist sein Mensch da, ist er zu jedem Besuch auf seine zurückhaltende Weise die Gastfreundschaft in Person, rückt sozusagen schon mal die Stühle zurecht und macht den Wein auf und legt sich dann ruhig und höflich dazu. Wird ihm eine Situation unheimlich, steht er auf, stellt sic hzu seinem Menschen und "fragt", was zu tun ist - mehr hat er vom ersten Tag an nie gemacht.

    Insofern denke ich, daß "Straßenhund" in vielen Fall eher eine Entschuldigung für menschliche Führungsschwäche ist - und wäre der Hund wirklich prolematisch, wären die Halter hier erst recht gefragt.

    Ich bin über soviel Laisser-faire für den Hund auch ziemlich fassungslos. Ich bin ja nun auch mit so einigem umgegangen, größenmäßig von Dogge bzw Rottweiler-Bernhardinermix abwärts, mit Hunden, die mir zwar nicht gehörten, in "deren" Wohnungen ich mich aber bewegt habe, oder sie in meiner. Dabei muß ich -zig "eigentlich" vom Hund tabuisierte Plätze betreten haben, hab mich sicher auch mal auf den einen oder anderen Kauknochen gesetzt.

    So what? Es ist nie irgendwas passiert, und ich bin vermutlich immer noch naiv, aber ich würde im Traum nicht auf die Idee kommen, mit einem Biß ins Gesicht als normaler Kommunikationsform zu rechnen oder in der Umgebung eines normalen Hundes vor dem Hinsetzen jede Sofaritze zu untersuchen, weil der Hund andernfalls das "Recht" hätte, mich mit den Zähnen zu maßregeln, weil da ja sein Safe sein könnte.

    Selbstverständlich würde ich einen Hund ebensowenig drangsalieren, konfrontieren oder herausfordern - aber normale Bewegungsfreiheit in einer Wohnung, deren Besitzer mich unmißverständlich akzeptiert haben, finde ich schlicht selbstverständlich. Und Situationen, in denen offenbar statt der Menschen der Hund dieser Besitzer ist, ebenso grotesk wie gefährlich.

    Mein Fazit wäre da wohl, mich von beiden fernzuhalten - nicht weil der Hund "böse" ist, sondern weil die menschlichen Beteiligten offenbar so himmelschreiend ahnungslos sind, daß die Zeichen da ganz klar auf Ekalation zu stehen scheinen. Wer sagt dir, daß der Hund es nicht demnächst übel nimmt, wenn du seine Schwelle überschreitest - dann wär er ja irgendwie auch im Recht, oder?

    Mit siebzehn, als nach jahrelangem Betteln der Hauswirt endlich zustimmte.

    War ein Welpe, eine Terrierschnauzerpudeldackelmixhündin und stammte von verrückten TiHostudenten, deren "Seminarhündin" unbedingt mal Junge haben sollte. (Keine Sorge - ist verjährt!) Die wurden dann entsprechend kollektiv betütelt, inklusive Früh-Barf, wenn in der Rinderklinik mal wieder ein Patient verstarb...

    War der erste Hund in unserer Familie, hätte idealer nicht sein können und hat mich die nächsten fast dreizehn Jahre praktisch überallhin begleitet.

    Ich denke, die Bindehautentzündung hat sie eher, weil der Zwerg sie unglücklich gehapst hat. Wenn er ständig schnappend um ihren Kopf springt, "zielt" er ja noch nicht genau. Meine Hündin hatte letztes Jahr nach dem Spiel mit einem Aussiewelpen auch ein fettes, rotes Matschauge von einem spitzen Zähnchen - daß da sonst nichts beschädigt ist, hat der TA ja sicher abgeklärt?