Beiträge von terriers4me

    Wer das mit den 16 Wochen wirklich hundegerecht machen möchte, sollte dabei auch mal an die Hündin denken und müßte dann eigentlich unbedingt einen "Vaterrüden" parat haben: Normalerweise zieht sich eine Hündin so um die siebte, achte Woche ziemlich komplett aus der Erziehung raus, nimmt eine deutliche Auszeit von den kleinen Nervensägen, und stattdessen übernimmt der Vater.

    Das war in der kompletten Haushunde-Familie, die ich begleiten durfte, auch sehr schön zu sehen: Da lag die Hündin so ab der siebten Woche ganz entspannt abseits im Gras und erholte sich, während der Rüde das Kleinzeug hingebungsvoll bekasperte und disziplinierte.

    Insofern hat nicht nur die Hündin erstmal genug, ein Welpe von um die acht Wochen ist meist durchaus bereit dafür, seine "Hauptbezugsperson" zu wechseln - und wer sagt, denn, daß Hundekontakte nach dem Umzug abbrechen müssen?

    Hier wär nochmal mein Achteinhalbwochenwelpe, der am ersten Tag seinen zum Vorstellungsbesuch vorbeikommenden neuen Erzieher nach allen Regeln der Hunde-Etikette höflich begrüßt - und der Rüde hat dann auch einen richtig tollen Job gemacht:

    Externer Inhalt img3.fotos-hochladen.net
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Ich hab meine Hunde bisher zwischen achteinhalb Wochen und sieben Monaten bekommen - und je älter sie waren, desto schwerer haben sie sich mit der Umstellung getan.

    Am problemlosten war's mit dem Achtwochenwelpen einer frühreifen Rasse: der Terrierzwerg marschierte hier strahlend rein und war sofort zuhause. Am schwersten tat sich die Hündin, die mich zwar kannte, seit sie 6 Wochen alt war, mich täglich sah, auch schon oft zu Besuch kam, aber erst mit 4 Monaten komplett umzog. Die hat das Futter verweigert und sehr heftig "getrauert" - da war's schon reichlich spät für den Einschnitt, weil sie sich so sehr an ihre Herkunftsfamilie gebunden hatte.

    Ich würde das also eher differenziert sehen und immer von der Hunderasse, dem Einzelwelpen und der Aufzucht abhängig machen. Meine eigenen Welpen habe ich übrigens zwischen 12 und 14 Wochen abgegeben, weil die neuen Besitzer sie noch ein bißchen erzogen haben wollten. Die hätten aber auch eher gehen können: Ihre Mutter hatte sie längst herzlich satt, und sie freuten sich über jede neue "Herausforderung".

    Deine Ehrlichkeit hier verdient wirklich allen Respekt, und die Konsequenz, die du jetzt ziehst, ebenso.

    Ludo ist noch jung, und vielleicht hat er in fachkundigen Händen wirklich noch eine gute Chance.

    Und für dich ist es eventuell ein kleines bißchen leichter, wenn du dir klarmachst, daß eure Geschicht vielleicht doch den einen oder anderen vom unbedachten "Retten" abhält, anderen Hunden und Menschen so eine Qual-Odyssee erspart und so wenigstens ein bißchen Sinn hat?
    (Abgesehen davon, daß du daraus sicher sehr viel mitnimmst, was du jetzt im akuten Kummer einfach noch nicht erkennen kannst.)

    Ich wünsche euch jedenfalls viel Kraft und Ludo alles Gute!

    So eng würde ich das nicht sehen. Bei uns sind da weder Ressourcenverteidigung (das Teil kann jederzeit von jedem weggenommen werden) noch Kontrolle (natürlich kann sich jeder Mensch jederzeit überallhin bewegen, ohne daß der Hund sich aufspielt) im Spiel, sondern es scheint für diesen Hund wirklich nur die bevorzugte Form von "Dabeisein" zu sein - sozusagen Genuß mit Tuchfühlung.

    Insofern sähe ich da null Anlaß, irgendwas zu verbieten, falls sich der "ausgezeichnete" Mensch nicht belästigt fühlt.

    Das ist sowas wie gruppenbildendes Verhalten: Er bezieht euch sozusagen ein und macht es sich mit euch zusammen gemütlich - macht mein jetziger Terrier auch.

    Jeder Besuch, den sie nett findet, hat alsbald einen aus dem Hunde-Safe geholten, besabbelten Kauknochen am Schuh kleben, zwei Hundepfoten obendrauf, und drüber ein nagender Terrier, der ab und zu mal entspannt nach oben grinst.

    Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen: der Hund findet es offenbar gemütlich und kann die Besuchs-Aufregung gleich noch beim Kauen abreagieren.

    Nachvollziehen kann ich das erstmal schon. Ich verlieb mich ja auch regelmäßig in jeden Kangal, Cane Corso & Co - aber was ich dann nicht mehr kapiere ist, daß man dann nicht irgendwo wieder das Hirn einschaltet und abwägt, was geht und was leiderleider Traum bleiben muß.

    Aber vielleicht bin ich da generell, was Hunde angeht, zu nüchtern - ich hab mir auch noch nie "verliebt" einen Welpen selbst ausgesucht - und trotzdem jedes Mal den perfekten Hund bekommen.

    So würd ich das auch sehen: "verliebt" heißt in diesem Fall übersetzt: "will ich unbedingt haben - egal, ob's paßt oder nicht. Ich WILL eben, und zwar sofort!"

    Auf jeden Fall paßt es später wunderbar zur hochmoralischen Enttäuschung, wenn das Vieh nicht funktioniert, wie's soll: "....und ich war doch soooooo verliebt, und da kann doch wohl niemand Hirn von mir verlangen!"

    Das ist doch der Unterschied: Es sind die EIGENEN Tiere, es ist also "Burgfrieden". Es ging aber doch ums Mitnehmen auf eine Wiese voller Fremdflitzer?

    Meine früheren Terrier hätte da allesamt einen Riesenunterschied gemacht: Zuhause durfte das Streifenhörnchen an den Kauknochen, draußen war man für alles Kleine, Pelzige der Sekundentod auf Pfoten. Oder umgekehrt: Draußen waren Katzen neutral und tabu, aus dme eigenen GArten durften sie verscheucht werden.

    Meine jetzige Terrierin allerdings, die erste, die ohne kleine Tabu-Haustiere lebt, würde unterschiedslos alles Flitzende jagen, wenn's nicht explizit verboten wird.