Beiträge von terriers4me

    Ich würde alles dransetzen, die Tiere räumlich zu trennen, egal, wie mühsam das ist - sonst seh ich schwarz für die Schweinchen. Terrier sind nicht umsonst darauf gezogen, ihre Jagdziele besonders ausdauernd und ideenreich zu verfolgen.

    Und denk auch an den Hund: für den ist das wirklich ein Megastress, wenn du ihn jetzt für jede Bewegung maßregelst. Er ist in der neuen Umgebung noch unsicher, und riechen und hören kann er die Beute schließlich immer noch ständig. Natürlich kannst du von ihm verlagen, sich da zeitweise zu beherrschen, aber diesen Druck rund um die Uhr finde ich schon sehr kraß für einen jungen Hund. Da kann es dir durchaus passieren, daß er irgendwann vor Druck ein pinkelndes, fiepsendes Nervenbündel ist und trotzdem bei der ersten Gelegenheit zulangt, weil sein Jagdtrieb so ausgeprägt ist. Muß nicht, aber die Gefahr ist da.

    Mit einer geschlossenen Tür wäre es deutlich leichter für alles Seiten, und wenn der Hund jetzt schon so starken Jagdtrieb zeigt, ist das auf die Dauer auch ihre einzige Lebensversicherung für die Schweinchen. Das ist leider einfach eine ganz unglückliche Kombination.

    Der noch sehr junge Russellrüde meiner Freundin hat es mal gebracht, Heiligabend mit dem DJT des Försters, auf dessen Hof sie ein Pferd beschlug, durchzubrennen und sich zur Erdarbeit abzusetzen. Sie hatte übrigens bis dahin die Meinung vertreten, ihr Hund werde nicht jagen, alles Erziehungssache - also doppeltes learning by doing.

    Statt Tannenbaumschmücken durften sie dann gegen die Dämmerung ins Naturschutzgebiet ziehen, um die Helden aus dem Bau zu holen. Zum Glück wußte der Förster, wohin sich sein Terrier regelmäßig abzusetzen pflegte, und tief mußten sie nicht buddeln - aber mit der Weihnachtsstimmung war's trotzdem ziemlich Essig.

    (Jedenfalls für die Menschen - der gestellte und bedrängte Fuchs war sicher heilfroh, die Killer buchstäblich vom Hals zu haben!)

    Das ist mein absoluter, ständiger Alptraum und hätte mich fast bewogen, wieder einen Airedale statt des Russells zu nehmen. In unserer Sandecke ist es noch besonders gefährlich, weil der Hund so blitzschnell eingebuddelt werden kann. Das ist dem Wurfbruder des Vaters meiner Hündin mit gut einem Jahr passiert: auf einem Spaziergang abgehauen in einen Dachsbau - und obwohl die Besitzer Jägerfreude hatten, die ihn schnell mit Hunden geortet und ausgegraben haben, war er schon tot. Das Dachs hatte ihn eingegraben und erstickt.

    Zum Riesenglück gibt's in unseren Auslaufgebiet wenigstens keine Karnickel, die den Terrier verführen könnten, in die alten Fuchsbaue zu schlüpfen ,aber die Angst ist schon immer dabei. Die Vorgängerin hab ich zweitweise nur ohne Halsband laufen lassen, damit sie sich im Fall des Falles nicht nur unterirdisch verhakt - und ich hoffe wirklich sehr, daß wir da weiter unfallfrei bleiben.

    Ich meine etwa sowas:

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    Dieses Fleckchen zwischen Haus und Zaun hat, gaanz großzügig gemessen, etwa 80 Quadratmeter Grundfläche, ist im Sommer dann eher Hohlweg und wirklich von oben bis unten voller Viecher - was den hauseigenen Hund natürlich auch entsprechend begeistert. Ich hab inzwischen im ganzen Miniaturgarten den Luftraum per Pergola dazugenommen - gibt einem auch gleich noch Platz für jede Menge Nistkästen!

    Sehr verlockende Fotos. Wenn's mein Garten wäre, kriegte der als erstes eine richtige Vogel-Hecke mit vielen Heckenrosen (hier die Favoriten Nr. 1, sowohl als Deckung als auch als Hagebutten-Futter), dazwischen vielleicht der eine oder andere Liguster (öde, aber geliebte Winterdeckung) und noch so einiges, was Futter trägt und/oder Deckung gibt. Darunter kannst du dann nach Herzenslust Asthaufen legen oder pflanzen, was beim Samentragen gleich nochmal Vogelfutter gibt.

    Wenn's finanziell drin ist, kommt sowas übrigens ganz besonders toll mit einer Pergola drüber, da kann man dann gleich noch Kletterpflanzen oder hagebuttentragende Ramblerrosen dazupacken und die ersten Jahre Futterbeutel direkt dranhängen. Klappt hier auf engstem Raum super, weil's gleichzeitig verhältnismaßig wenig Bodenfläche benötigt, schön aussieht und massenhaft Tiere anzieht.

    Dieses berufsbedingte "ich lerne nicht aus Verletzungen"-Gen würde mir heute, abgesehen von allem anderen, schon reichen, bei aller Liebe keinen Jagdterrier als Begleithund haben zu wollen.

    "Unserer" hat das mangels Sauen natürlich an hündischen Todfeinden abreagiert. Hunde, die vor ihm kuschten, hat er mit freundlicher Ignoranz toleriert und war wirklich nett mit ihnen. Wer nicht kuschte, war dran - ohne Rücksicht auf Größe oder Verluste.

    Todfeind war "Matratze" (keine Ahnung wie der wirklich hieß), ein zotteliger Scharfer so zwischen Altdeutschem Hütehund & Schäferpudel, der mit Schafen unterwegs war. Nach Kloppereien mit dem mußte der Terrier mehrmals zum TA, einmal war's ganz knapp und er sah recht ähnlich aus wie der Genähte auf Sauhunds Foto.

    Die einzige Konsequenz, die er daraus gezogen hat, war gesteigerter Vernichtungswille: wenn wir uns trafen, war's schließlich Matratze, der wegblickte und Bögen lief. Der Terrier (uz der Zeit schon gut über zehn Jahre alt)hing mit glasigem Killerblick röchelnd im Geschirr und hätte sofort wieder....

    Wenn ich mir vorstelle, hier und heute mit einem ähnlich veranlagten Rüden unterwegs sein zu müssen und alle fünf Minuten einen frei randonnernden Tutnix zu treffen, bin ich doch enorm froh, daß ich inzwischen mit einer diplomatischen, weichen Russelin unterwegs bin.

    Was die Russells angeht: Das hier ist eine wunderbare Info-Seite

    http://www.russell-info.de/hauptseite_einleitung.html

    Es sind entzückende, extrem charmante und süchtigmachenden Hunde, aber - da mach dir bitte nichts vor! - es sind Jäger durch und durch. Das war immer ihr Daseinszweck, das haben sie in den Genen. Das läßt sich selbstverständlich durch Erziehung kanalisieren, und da Foxterrier (denn das sind sie) extrem anpassungsfähige Hunde sind, können sie auch im "Zivilleben" glücklich werden. Nur, wie gesagt: es sind sehr clevere Jäger, und sie werden sich bei jeder Gelegenheit in einer Nanosekunde drauf besinnen - Ausnahmen bestätigen nur die Regel.

    Ansonsten sind sie, wie gesagt, einfach nur entzückend, binden sich extrem an "ihren" Menschen und haben deswegen gern mal Probleme mit dem Alleinsein. Eigensinnige Sensibelchen sind sie sowieso, was sie nicht immer leicht zu erziehen macht, und die britische Bezeichnung vom "gangster in clowns costume" trifft es insgesamt ziemlich genau.

    Die Border, die ich bis jetzt kennengelernt habe, waren insgesamt wesentlich "einfacher": softer, ruhiger, nicht so fordernd und lange nicht so bereit, auf jede jegliche jagdliche Provokation abzugehen. Auf dem Hof, auf dem mein Pferd stand, war einer als Hofhund, und der blieb auch mitten im wildreichen Revier zuhause - sowas wäre für meinen Parson undenkbar. Außerdem haben Border Terrier durchgängig ein sehr viel freundlicheres, sanfteres Sozialverhalten als Russells, die ausgesprochen ekelhaft zu Gleichgeschlechtlichen werden können - das wäre vielleicht auch ein Punkt, den es zu bedenken gäbe.

    "Und mein Hund kann nicht aus den Augen gucken? Hmm.. wie nennst du das denn was du da unten auf dem Bild siehst? Flecken im Fell die zufällig aussehen wie Augen?"

    Ich würde das Ektropium nennen, und meines Wissens gehört sowas zu den Qualzucht-Merkmalen? Und warum genau sollte man nicht in Worte fassen, was auf einem Foto so deutlich zu sehen ist?