Beiträge von terriers4me

    Ich würde Kerstins Beiträge zwar auch Wort für Wort unterschreiben, aber da hier die logistischen Bedingungen für einen alten Hund nicht sehr günstig sind, kam letztes Mal nur ein Welpe in Frage.

    Und daß der vom Züchter kommen würde, stand für mich aus zwei Gründen fest: einmal, weil ich inzwischen gewisse Wünsche hatte, vor allem aber, weil ich sicher sein wollte, daß er aus besten Verhältnissen stammte.

    Ich schaffe mir nur sehr selten einen Hund an, und wenn, dann möchte ich mein Geld schlicht nur da lassen, wo ich mir sicher sein kann, daß nicht nur "mein" Welpe, sondern auch seine Familie so leben, wie ich selbst Hunde halten würde. Das sind die Bedingungen, die ich persönlich unterstützen möchte, und für mich ist es Tierschutz, eben nur da Geld zu lassen, wo ein Hund nach menschlichem Ermessen nie "Schutz" brauchen wird.

    Sähe vielleicht anders aus, wenn ich einen Erwachsenen übernähme - aber bei einem Welpen ist ein nachvollziehbar guter Background meine Top-Priorität.

    Meine "weiblichste", lebenslang intakte Hündin, die übrigens auch Welpen gehabt hatte, war meine bisher ungeschlagene Markier-Weltmeisterin. Sie kletterte auch in reifen Alter noch mit den Hinterbeinen an den Bäumen hoch, um nur ja keine Stelle auszulassen.

    Die kleine Frühkastratin, die ich jetzt habe, zeigt tatsächlich gute Anlagen zur Rüdin - nicht nur Markieren, sondern auch Leinenprollen und eine ausgeprägte Kloppfreudigkeit, sobald sie glaubt, daß sie sich eins von beiden leisten kann. Kann sie's nicht, ist sie andererseits auch eine Meisterin "weiblicher" diplomatischer Künste - bin ich also jetzt mit einem Zwitter unterwegs.....?

    Ich denke auch, daß er unter Dauerstreß steht - meine leicht hochdrehende Terrierhündin fing in größeren, hektischen Hundegruppen auch schon bei der kleinsten Zurechtweisung das Beschwichtigungspinkeln an, während es in einem ruhigeren Umfeld auch schon mal gut krachen konnte, ohne daß sie das für nötig hielt.

    Sie pinkelt übrigens heute noch (wenn auch sehr selten) vor Mensch oder Hund, wenn sie die Situation für geladen genug hält - und sie ist drei.

    Ich würde auch schätzen, daß dem Kleinen das ganze Umfeld zu streßgeladen ist und er deshalb ständig so kraß reagiert. Dieses Dauernd-Anspielen der anderen Hunde ist ja auch schon ein deutliches Anzeichen dafür, daß er immerzu Spannung abladen muß. Wenn du es also nicht schaffst, da generell Ruhe reinzukriegen, wird er wohl dabei bleiben, und ich kann mir auch nicht vorstellen ,daß es da viel bringt, wenn du ihn zurechtweist statt der Hunde - dann pinkelt er eben bei dir.

    So nervig das ist - nimm es als sein Zeichen, daß ihm da grundlegend was zuviel ist und versuch es zu ändern.

    Die Blinde hab ich mit einem Mantel zwangsbeglückt, weil sie generell schnell fror und sich eben nicht mehr warmrennen konnte. Sie hat dann auch schnell gemerkt, daß sie wärmer blieb & das Ding ohne Murren getragen.


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    Bei ihrer Nachfolgerin beiß ich da auf Granit. Die wiegt zwar nur sieben Kilo und ist so nacktbäuchig, daß ich mir wirklich Sorgen gemacht habe, aber die waren überflüssig. Sie liebt Kälte, rast wie verrückt durchs Revier und heizt von innen - selbst wenn der Schnee am Nacktbauch gefriert, macht ihr das absolut nix. Zuhause wird sie abgerubbelt, haut sich direkt vor den Ofen und war noch nie irgendwie krank.

    Das einzige Mal, daß sie furchtbar gebibbert hat, war übrigens auf einem Spaziergang MIT Zwangsmantel - da hat sie jede Menge Schnee druntergekriegt, der ihr, statt wie üblich am Drahtfell abzurutschen, dann am ganzen Körper zwischen Mantel und Fell geklumpt hat wie ein Eispanzer.

    Da hab ich das Anziehen erstmal aufgegeben - wozu sollte es auch gut sein? Ich achte nur darauf, daß ihr Fell sehr kurz getrimmt, also hart und wenigstens oberseits gut wasser- und schneeabweisend ist. Müßte sie allerdings lange Strecken an der Leine gehen oder gar viel rumstehen, würde ich das Thema nochmal überdenken.

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    Ich habe inzwischen schon einiges an Zeit damit verbracht, mir knurrende, totschüttelnde Welpen vom Hosenbein zu pflücken, sie mit einem "nein!" wegzusetzen und sie für jede Denkpause danach über den grünen Klee zu loben. Um dann beim Weitergehen das kleine Schlageisen prompt wieder vom Hosenbein zu pflücken, mit einem "nein!" abzusetzen und auch mal einen Moment festzuhalten, damit ich's für Loslassen loben kann....und so weiter.

    So nach einer Woche konnten wir dann auch schon gemeinsam bis zum nächsten Stöckchen/zur nächsten Papprolle/zum nächsten Zerrtau gehen, ohne daß mir der Zwerg an der Kleidung hing, was mir natürlich ausgiebig Gelegenheit gab, dem Kleinen mal wieder zu sagen, daß ich jetzt ganz bestimmt den tollsten Hund der Welt bei mir habe.

    Worauf der Terriernachwuchs seine Begeisterung übner so viel Lob meist wieder an meinem Hosenbein/Schuh auslließ, ich ihn wieder abpflücken durfte - und so weiter.
    Das ist doch einfach der Lauf der Welpen-Welt - und irgendwelche unverhältnismäßige Einwirkung könnte ich da jetzt nicht erkennen?

    Ich würde da gar kein Verständnis verlangen - es ist MEIN Hobby, nicht ihrs.

    Und aus vielen unregelmäßigen, aber hundebegeleiteten Jahren von Studium/ Selbständigkeit kann ich dir eines versichern: ein Hund überlebt es nicht nur, wenn er nicht 24/7/365 pünktlich nach der Uhr ausgeführt wird - er nimmt nicht mal seelischen Schaden dabei!

    Ebensowenig, wenn er bei Besuch nicht im Mittelpunkt steht. Wenn ich bei Kundengesprächen oder mit Besuchern, die eben nicht auf Hunde stehen, anderes zu besprechen habe, darf der Hund zwar dabeisein, wird aber nicht weiter beachtet. Dann stehen für mich die anwesenden Menschen absolut im Vordergrund. So what? Das nächste Mal kommen dann wieder Leute, die vor lauter Hund-Betüteln kaum noch Augen für mich haben...und so gleicht sich alles aus.

    Hund ist nun mal nicht der Mittelpunkt der Welt, auch meiner nicht. Sowas finde ich übrigens nicht nur ziemlich entnervend, sondner auch dem Hund gegenüber sehr unfair, einem Tier da eine Rolle aufgedrängt wird, die es überhaut nicht ausfüllen kann. Es lebt schließlich mit mir - nicht umgekehrt.

    Insofern: ja, ich habe Freunde, die weniger auf Hunde stehen als ich, ebenso, wie ich deren Begeisterungen nicht bis ins Letzte teilen kann - aber ein Problem sehen wir darin nicht.

    Ein Prager Rattler in dem Alter müßte doch so mini sein, daß er beim Laufen bestens in einer Jacken- Gürtel- Wasweißich-Tasche mitkommen kann?

    Meinen Zweikilo-Terrierzwerg hab ich mir beim Traben tatsächlich einfach in die Jacke gesteckt, die eine schöne große Innentasche hatte. Hinterpfoten rein, Reißverschluß ein Stück hoch, Vorderpfoten drübergehängt.

    Ging prima auf diese Känguruh-Tour: immer abwechselnd ein bißchen Trödeln für den Welpen, dann wieder ein bißchen Traben mit Traglast für mich. Natürlich ohne sportlichen Ehrgeiz, aber so bin ich nicht völlig eingerostet, und das Hundebaby hat viele tolle Schnüffelstellen kennengelernt.

    "Aber mit einem Hund vom Tierschutz - egal ob Inland oder Ausland - unterstützt Du niemals die Vermehrer direkt."

    Das halte ich für etwas gewagt. Unter dem Tierschutz-Deckmantel gibt's inzwischen genug skrupellose Schlepper und Händler, die ich erst recht nicht unterstützen möchte.