Beiträge von terriers4me

    Laß die Leine doch einfach mal ohne "schlechtes Gewissen" eine Zeitlang dran und beobachte, ob der Hund nicht generell ruhiger, ansprechbarer und sicherer wird.

    So ähnlich ist es mir nämlich mit meiner Blinden gegangen: die war immer ein raketenschneller Freiläufer, verlor dann innerhalb eines Monats das Augenlicht und war damit erstmal das Muster eines unsicheren Hundes. Die hat mir enorm eindrucksvoll gezeigt, wie sehr Leine in manchen Momenten für einen Hund nicht Zwang, sondern Sicherheit bedeutet: sie bettelte im Zweifelsfall regelrecht ums Angeleintwerden, indem sie mir ängstlich am Bein hochkletterte - und sofort ruhig und konzentriert weiterging, sobald der Haken dran war.

    Da habe ich dann das erste Mal wirklich verstanden, wieviel Sicherheit dieses spürbare Band geben kann. Mit dieser Hilfe sind wir auch in den Freiläufer-Status zurückgekommen: erst Leinensicherheit, wann immer der Hund wollte, dann kurze freie Intervalle, die der Hund selbst beenden konnte, in dem er wieder um Führung "bat", sobald er müde und unkonzentriert wurde - und nach einer Zeit waren wieder völlig freilauffit.

    Auch wenn das ein Extrembeispiel ist: bei einem so nervösen Hund würde ich es wohl ähnlich machen: erstmal Sicherheit, so viel er eben möchte, bis er generell auf einen ruhigeren Level kommt (eben, weil er sicher ist!), und dann langsam wieder ableinen.

    Ingo, DANKE - vor allem dafür, daß du dir überhaupt die Zeit nimmst, auf so viel gequirlte Sch*** so seriös einzugehen.

    Aber wahrscheinlich darf ich mich da kaum äußern - ich gehör nämlich zu diesen Spinnern, die seit Jahren "sogar" gegen Grippe geimpft sind. Seit ich als gesunde, fitte Mittzwanzigerin mit einer echten Influenza fast den Löffel abgegeben hätte, bin ich nämlich sehr dankbar um die Chance, dieses Risiko mit vertretbarem Einsatz (ich hab von der Impfung noch nie was gemerkt) wenigstens zu senken.

    Aber sowas ist noch schlicht eine Abwägungs- und Geschmackssache - Hund oder gar Kind gegen die ganz harten Brocken nicht impfen zu lassen, weil's ja die anderen brav tun, hast du mit "Sozialparasitismus" wirklich perfekt umschrieben.

    Bei uns war's andersrum: Ich hab mehrmals Makronen gemacht, und da blieb Eigelb so satt über, daß es auch noch für einen kleinen Hund reichte. Eins gabs gleich aus der Schale, und prompt kommt Hund jetzt angegeiert, sobald ich ein Ei aufschlage. Immer wieder erstaunlich, wie schnell die Viecher lernen können!

    Daß er futterneidisch ist, ist doch schon mal ein kleines gutes Zeichen.

    Meine Hündin schnappte sich zwar draußen auch jeden Brocken als Erste und hätte die anderen glatt eingemacht. Aber da ging's nur ums Beutemachen: Anschließend legte sie den Brocken dann hin und ging weg - Fressen wollte (oder konnte!) sie eben nicht.

    "Dass dein Hund den Raum verlässt, wenn du Futter hinstellst, ist NICHT NORMAL."

    Für einen Hardcore-Mäkler leider schon, da gehört diese Übung eher zu den Basics. Meine Hündin konnte da noch ganz andere Nummern, sobald das Thema "Futter" sich auch nur andeutete. Die Nachbarn (Besitzer eines Mülleimer-Fressers)hingen da schon gern mal fassungslos übern Zaun, wenn der Terrier mit diesem "Hilfe, ich werd hier GEQUÄLT!"-Blick angewidert vor einer Schüssel Gulaschfleisch zurückwich und im Haus verschwand. Oder wenn besagter Mülleimer-Fresser zu Besuch kam, um mit Konkurrenz den Appetit zu beleben, und meine Hündin ihr mit einem quasi achselzuckenden "Viel Spaß noch" den Napf überließ und sich schnurstracks absetzte.

    Aber, wie gesagt: der Hund hatte ein unterschwelliges Gesundheitsproblem, klaute übrigens auch nicht und nahm auch draußen nix, weder von mir noch von anderen - insofern ist es sicher eine sehr gute Idee, mit Burli erstmal richtig zum TA zu gehen!

    (Und sieh bloß zu, daß du diese verständliche Verzweiflung in den Griff kriegst. Viel leichter gesagt als getan ,ich weiß - aber ihr steckt euch mit dieser Hysterie wirklich regelrecht gegenseitig an. Und irgendwann frißt der Hund schon nicht mehr, weil er den Schluß zieht, daß DU diese Situation für bedenklich hältst - ein Teufelskreis!

    Wenn er mir gehörte, stünde ich nochmal beim TA auf der Matte und würde seine Leber (Bauchspeicheldrüse, Nebennieren..)genau überprüfen lassen - ich hab mich ja bei exakt so einem Gemäkel von gleich drei TÄ jahrelang mit "total gesund, aber rassetypisch mäkelig" abspeisen lassen, dafür natürlich auch noch einiges an Untersuchungen bezahlt. Nur um später auf die ganz, ganz harte Tour rauszufinden, daß meine Überempfindliche wohl schon jahrelang einen unterschwelligen Leberschaden mit sich rumgeschleppt hatte. Das war's für meinen Hund zu spät, aber ich würde heute jeden so ausgeprägten Mäkler komplett auf links drehen lassen, bevor ich irgendwelche Erziehungsmanöver starte.

    In der akuten Situation ,die ich (ich schreib's ja schon im anderne Posting) leider auch bestens kenne, würde ich den ganzen Streß damit umgehen, daß der Futternapf erstmal verschwindet und das Thema nicht mehr "angesprochen" wird. Hungern wird der Hund ja so oder so - bei uns half da wirklich nur, sie erstmal total in Ruhe zu lassen, bis sie selbst um Futter "bat" (was Tage dauern konnte) und ihr dann gnädig ein paar Häppchen von "meinem" Essen abzugeben.

    Bei uns war das dann übrigens ein Leberwurstbrot mit Nutri-Cal, oder ein bißchen Hack mit einem Vitamin-Mineralpärparat - und oft tagelang nur soviel, daß der Hund wenigstens morgens nicht mehr erbrach. Aber mit diesem "Füttern nur auf Verlangen" (und, wichtig: nie soviel, daß der Hund total satt ist!) war der Druck dann aus der ganze Sache raus, irgendwann stand der Terrier dann auch wieder auffordernd am Napf-Platz und fraß normal - bis zum nächsten Schub.

    Heute weiß ich, daß ihr in diesen Extremmäkelzeiten wohl oft sehr übel war und sie das irgendwie mit dem Futterritual verknüpft haben dürfte. Mein eigener Streß, nach zwanzig Jahren mit guten Fressern plötzlich so einem worst case ausgesetzt zu sein und sich auch noch "schuldig" zu fühlen, tat sicher ein Übriges. Besonders strapaziös war dieses pädagogisch getränkte "Mäkler werden erzogen!", das einem die Hunde-Mitwelt gern um die Ohren haut, während ich dauernd das Gefühl hatte, das mit dem Hund irgendwas nicht stimmte - sie hatte nämlich auch bis zur ersten Läufigkeit bestens gefressen.

    Insofern: solltest du da auch nur die leiseste Befürchtung haben - geht zum TA!

    "Wenn meiner was ausgefressen hat, kommt er auch nicht.
    Ich denke nicht das die Hunde blöd sind, denn warum kommt er nur dann nicht wenn er was ausgefressen hat?
    Dieses Verhalten habe ich schon von mehreren Hundehaltern gehört."

    Er kommt nicht, weil er DEINE negative Reaktion spürt und meidet, auch ohne, daß du was sagst - aus Wölfen ist genau deshalb der Haushund geworden, weil sie ein extrem feines "Gespür" haben, und in ein paar Jahrzehntausende Domestikation haben es Hunde konkurrenzlos gut auf Menschen übertragen gelernt. Die haben dich schon komplett gelesen, sobald du die Tür aufmachst, und wenn's um starke Emotionen wie Ärger geht, notfalls auch durch die geschlossene Tür.

    Wenn du dann auch noch schlau genug bist, den Hund nach dem Motto "Man sieht ja, daß er weiß, daß er was falsch gemacht hat!" anzumotzen oder zu bestrafen, weiß er eins bald wirklich ganz genau: Sobald die Alte in der Tür steht, gibt's Ärger - die ist einfach unberechenbar. Dann meidet und beschwichtigt er bald ganz bewußt. Worauf Frauchen erst recht genau weiß, daß Fiffi genau weiß, daß er vor zwei Stunden was fasch gemacht hat....und so weiter.